05. November 2018, 21:57 Uhr

Dogder, Dascheduch und de Anja

05. November 2018, 21:57 Uhr
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Von Robert Nolte

Platt geschwätzt wurde am Sonntag im Bürgerhaus Nieder-Florstadt bei der 16. Auflage des Mundartfrühschoppens. Die Veranstaltung unter der Regie der Florstädter Mundart-Arbeitsgruppe besuchten 250 Gäste. Das Publikum und die Akteure waren bestens aufgelegt und sorgten für gute Stimmung im Saal. Moderiert wurde das kurzweilige Programm von Olaf Kromm aus Gelnhaar.

Der preisgekrönte Plattschwätzer verstand es auf Anhieb das Publikum mit einer Mischung aus Wortwitz und Erzählkunst zu begeistern. Eröffnet wurde der Mundartfrühschoppen vom Chor der Mundartgruppe mit dem Lied »Gemoje ihr Fleeschter«. Mit einem »Schie, des ihr all wirrer do seid«, begrüßte Bürgermeister Herbert Unger das Publikum, die Erste Kreisbeigeordnete Stephanie Becker-Bösch und den Kreisbeigeordneten Professor Manfred Thrun. Besonders erfreut zeigte sich Unger über die Mundartbeiträge von Pfarrerin Ursula Seeger.

Pfarrerin Seeger startete ihre kurzen Andacht mit einem Gebet zum Thema Humor. »Gib mir die Fähigkeit, über einen Witz zu lachen, damit ich dem Leben etwas Freude abgewinnen kann, die ich nachher mit den anderen teilen kann«, sagte sie und betete das »Unser Vadder im Himmel«. Später sagte sie, es sei schwierig die Texte im Fleeschter Platt zu sprechen, aber es habe ihr viel Freude bereitet.

Humorvoll ging es weiter mit den Kirchenvorstandsmitgliedern Karin Walther und Ilona Lehr, die über »De Anja irn Hund« und den allgemeinen Dorftratsch bestens informiert waren. Danach übernahm Olaf Kromm das Kommando garniert mit witzigen Einlagen. Elli May berichtete von ihren Erlebnissen beim »Dogder« im Wartezimmer und Elisabeth Stelz reimte über die Marie, die sich zu helfen weiß, und Heinrich Hofacker sprach über die gute, alte Zeit: »Für jeden war’s die Jugendzeit, die man so sorglos hat empfunden. Arm war das Leben weit und breit und doch hat man es für schön empfunden.« Ursula Steuernagel und Edith Loh sorgten in ihrem Zwiegespräch über den Rentner und den Putzteufel für Lacher.

Mit dem Lied »Im einem kühlen Grunde« läutete der Chor der Mundartgruppe die Pause ein, in der Wurstbrote und Kaffee gereicht wurden. Im zweiten Teil des Mundartfrühschoppens berichteten Elly May und Heidi Dönges über den Besuch aus Amerika und Holger Reis reimte über die »Notbrems«: »Ihr Liewe, weil ich dann und wann de Mund net richtig halte kann, unn hierbei, wie das halt so geht, mitunner in en Fettnapp tret, springt of mei Frau als Notbrems ein. Drum geb ich hier der Ansicht statt: Wohl dem, der so e Notbrems hat, weil der, der soij eigen nennt, sich nie so leicht de Mund verbrennt.«

»Es eilt die Zeit, Weihnachten steht vor der Tür«, sinnierte Edith Loh. Heinrich Hofacker erinnerte sich an seine Schulzeit: »Me harre e Bank met vier Klappsitz, un es Schreibpult hat e Loch für de Greffel. De irschte Lehrer woar de August Berg, bei dem ging’s richtig rund. Wann de Lehrer moijens en die Klass koom, soi mer uffgestanne und hun laut ›Guten Morgen Herr Lehrer‹ gesaht. Mir hun vejl bei em gelernt. Für den woar wichdisch, dess mer all e sauwer Dascheduch hatte.«

Ausziehen oder nicht?

Nach einem Vortrag über das »Hoink koche« sorgten Elfriede Rösch als Patientin und Karin Lohmann als Ärztin für Lacher und Beifall. Elfriede hat überall Schmerzen, und ein stetiges Singen im Ohr. Sie möchte sich freimachen, aber der Arzt lehnt das ab und überweist die Patientin zu einem Professor für Musik. Mit dem Lied »Daheim in Florstadt« beendet der Chor der Mundartgruppe den 16. Mundartfrühschoppen. Nach einem langen Applaus dankte den Bürgermeister den Akteuren der Mundarbeitsgruppe und allen ehrenamtlichen Helfern für die gelungene Veranstaltung, die 2019 sicherlich eine Neuauflage erfahren wird.



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