14. Januar 2019, 21:41 Uhr

Ein Hauch von Wien

14. Januar 2019, 21:41 Uhr
»Mit Walzerklang ins neue Jahr«: Dem Motto ist das 2. Karbener Neujahrskonzert gerecht geworden. Sopranistin Tatjana Charalgina (l.), Tenor Manfred Fink, die Männerchöre Karben-Petterweil und Gambach sowie das Johann-Strauß-Orchester Wiesbaden haben überzeugt.

Mit einem Glas Sekt in der Pause und vielen beschwingten Melodien aus Oper und Operette begrüßten Musikfreunde des 2. Karbener Neujahrskonzertes das noch junge Jahr. Dessen Titel lautete »Mit Walzerklang ins neue Jahr«.

Schwungvoll interpretiert wurden Walzer, Trink- und Liebeslieder, musikalische Scherze und spanische Serenaden vom Johann-Strauß-Orchester Wiesbaden unter der Leitung von Herbert Siebert. Der 87-jährige Dirigent hat das Wiesbadener Johann-Strauß-Orchester vor 45 Jahren gegründet wie Moderator Rainer Zagovec (Rüsselsheim) dem Karbener Publikum verrät.

Das Orchester setzt sich aus hervorragenden Musikern renommierter deutscher Orchester zusammen. Wie der Konzerttitel und der Orchestername bereits signalisierten, spielten die Kompositionen der Namensgeber Johann Strauß Vater und seine beiden Söhne Johann und Josef, eine wichtige Rolle im Programm. Das Orchester interpretierte die Stücke stilsicher und voller Wiener Schmäh. Wodurch die kompositorische Raffinesse der Strauß-Dynastie beim »Perpetuum mobile«, der Ouvertüre zur Operette »Die Fledermaus« dem »Cachucha Galopp« oder dem Walzer »Mein Lebenslauf ist Lieb und Lust« erfahrbar wurde.

Zudem hatte das Programm einen südeuropäischen Touch. Für ein vereintes Europa stand bereits der erste Titel eines französischen Komponisten, der in Italien lebte und dessen Lied im Golf von Neapel spielt. Es war die bekannte Ouvertüre zur Operette »Ein Morgen, ein Mittag, ein Abend in Wien« von Franz von Suppé.

Die Musiker ließen schwungvoll ihre Bögen über die Saiten tanzen und Dirigent Herbert Siebert wippte ausgelassen im Takt der Musik. Bereits mit den ersten Klängen zauberten sie echte Wiener Konzertatmosphäre in den Saal. Befeuert und geadelt wurde die Vielfalt der Töne und Klänge der Instrumente durch die schönen Stimmen der Solisten und der Chöre.

Heimspiel für Sänger

Für Operntenor Manfred Fink war das 2. Karbener Neujahrskonzert ebenso wie für die Sänger der Männerchöre Petterweil und Gambach ein Heimspiel. Ihr Debüt auf der Bühne im Saal des Bürgerzentrums Karben gab die in Jekaterinburg (Russland) geborene Sopranistin Tatjana Charalgina mit dem berühmten Vilja-Lied der Hanna Glawari aus »Die lustige Witwe«. Nach dem Lied des Waldmägdeleins hallten die ersten Bravo-Rufe durch den Saal.

Tenor Manfred Fink punktete mit ebenso kraftvoll wie sprühenden Interpretationen von Liedern wie »Es steht ein Soldat am Wolgastrand« oder der spanischen Serenade »Granada«. Gemeinsam mit der Sopranistin entführte er das Publikum nach Süditalien und Libyen ins Jahr 1930 mit Franz Lehárs letzter Operette »Giuditta«. »Freunde, das Leben ist lebenswert!« verkünden die verführerische Giuditta und Hauptmann Octavio selig voller Liebesglück. Das setzte sich fort mit dem Lied »Schenkt man sich Rosen in Tirol«.

Gemeinsam mit den von Hermann Jung dirigierten Männerchören trägt Manfred Fink eine besondere Fassung des Trentiner Bergsteigerliedes »La Montanara« vor. Immer wieder begeisterten Sänger und Musiker ihr Publikum mit ihren beeindruckenden Stimmen und großer Freude an der Musik.

Mit amüsanten Geschichten und Anekdoten bereicherte Moderator Rainer Zagovec. Mit stehenden Ovationen und Bravorufen feierten 700 Besucher minutenlang die Solisten, Chöre, Dirigenten und das Johann-Strauß-Orchester für einen beschwingten Konzertabend voller gelungener Interpretationen und beschwingter Weisen.

Die stürmisch herbeigeklatschten Zugaben ließen nicht lange auf sich warten. Zu ihnen gehörten das von Manfred Fink bravourös gesungene »Nessun dorma«, das von ihm, der Sopranistin und dem Moderator voller Lebenslust geschmetterte »O sole mio« und der vom Orchester mit Verve gespielte »Radetzky-Marsch«.

Die Begeisterung schwappte in Wellen von den Rängen auf die Bühne. Dirigent Herbert Siebert tanzte ausgelassen mit Tatjana Charalgina. (Foto: Fauerbach)

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