03. Juli 2019, 19:17 Uhr

Einblicke in die Geschichte

03. Juli 2019, 19:17 Uhr
Während ihres Ausflugs erfahren die Rosisten viel über die Mythen und Geschichten rund um das Büdinger Schloss. (Foto: pv)

Viele Überraschungen hat der Ausflug des Steinfurther Heimat- und Geschichtsvereins »Die Rosisten« Ende Juni nach Büdingen mit einer Schlossführung und dem Besuch des 50er-Jahre-Museums bereitgehalten. Bei der Führung durch das Büdinger Schloss gab es spannende Einblicke in Bereiche, die der Öffentlichkeit sonst nicht zugänglich sind.

Christa Hollnagel empfing die Rosisten im Burghof. »Das Büdinger Schloss ist eine mittelalterliche Wasserburg«, erklärte sie. Auf Holzstelen wurde es im 12. Jahrhundert gebaut, »unter uns ist überall Wasser, auch wenn man das heute nicht mehr sehen kann«, so die Schlossführerin.

Wie alt das Büdinger Adelsgeschlecht sei, zeige auch das Wappen: zwei schwarze Striche auf weißem Grund. »Je einfacher das Wappen, desto älter der Adel«, erklärte Hollnagel. Das Land zum Bau der Burg erhielten die Ysenburger - das Schloss ist bis heute in Privatbesitz, hier residieren Wolfgang Ernst mit seiner Gattin Leonille, Prinzessin zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg - von Kaiser Friedrich I., genannt Barbarossa.

Den Eingang zum inneren Burghof bewachen zwei »Wilde Männer« - angeblich wechseln diese um Mitternacht ihre Position, sehen könne dies allerdings nur derjenige, der noch nie gelogen habe, erzählte Hollnagel. So ranken sich viele Mythen und Geschichten um die dreizehneckige Burg, wie auch die der Büdinger Frösche.

1522 heiratete Graf Anton Elisabeth von Wied. Diese habe sich so sehr über die quakenden Frösche im Wassergraben geklagt, dass die Bürger die Frösche einfingen und in den nahegelegenen Bach warfen. Die »Beuringer Frääsch« hatten ihren Spitznamen weg und heute findet man dieses Wahrzeichen überall in der Stadt.

Im inneren Burghof trifft man auf engstem Raum auf viele verschiedene Baustile, da die Anlage immer wieder erweitert und überbaut wurde. So zeigen sich Romanik, Gotik, Renaissance und Barock nicht nur nebeneinander sondern auch übereinander in den Stockwerken der Bauten. Beeindruckend im Inneren sind die großen Wandgemälde, einst übermalt und vergessen, heute in ihrer ganzen Pracht wieder freigelegt. Unzählige Schwerter, Rüstungen und andere Waffen werden hier aufbewahrt.

Das Highlight der Führung war die Schlosskapelle mit ihren unzähligen gotischen Schnitzereien und Kunstwerken. »In diesem Raum gibt es keine einzige gerade Linie«, so Hollnagel. Es war eine Herausforderung für die damaligen Baumeister, in die Rundungen des Raums diese Kappelle zu integrieren, die man mit ihrer überaus reichen Ausschmückung so nicht erwartet hätte.

Die spannende Führung endete mit einem kleinen Einblick in ein privates Wohnzimmer des Fürstenpaares. Später ging es weiter ins 50er-Jahre-Museum. Die Sammlung von Else und Walter Arbeiter umfasst circa 200 000 Objekte des täglichen Lebens. Dort wurden viele Kindheitserinnerungen wach.

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