24. Oktober 2019, 20:41 Uhr

Eindrücke aus der Künstlerkolonie

24. Oktober 2019, 20:41 Uhr
Vor dem Museum zur Künstlerkolonie haben sich die Mitglieder des Vereins noch für ein Foto eingefunden. (Foto: pv)

Dem vom Kultur- und Traditionsverein Ossenheim organisierten Tagesausflug hatten sich 32 Interessenten angeschlossen. Nach der Ankunft bei der Grube Messel wurden die Teilnehmer in eine Fuß- und eine E-Mobil-Truppe aufgeteilt. Beide Führer brachten die Geschichte rund um die Grube Messel anschaulich und kurzweilig nahe. In der Fantasie tauchten bei dem einen oder anderen Besucher Jurassik-Park-Bilder auf, hat doch die Grube eine besondere »urzeitliche« Atmosphäre. Auch aus Naturschutzsicht ist die Grube Messel bemerkenswert, so kommen auf den schütter bewachsenen Schotterflächen in der Grubensohle der Flussregenpfeifer und die Ödlandschrecke vor. Die Fossilienfunde aus der Grube Messel, die seit 1995 zum UNESCO-Weltnaturerbe ist, umfassen neben Pflanzen, Insekten auch Wirbeltiere.

Das tragende Material Ölschiefer, das sich vor ca. 50 Millionen Jahren zu bilden begann, enthält zu 40 Prozent Wasser. Trocknet es aus, zerfällt es in kleine Blättchen. Seit Anfang der Sechzigerjahre ist es möglich, die Fossilien auf Kunstharz dauerhaft zu konservieren. Das 2010 errichtete Besucherzentrum bot Gelegenheit die spektakulärsten Funde aus der Nähe zu betrachten und im Bistro zu verweilen.

Ziel in Darmstadt war die von Großherzog Ernst-Ludwig 1899 gegründete Künstlerkolonie, ein Zentrum des Jugendstils. Herausragend auf der Mathildenhöhe sind Hochzeitsturm, russische Kapelle, Schwanentempel, Museum Künstlerkolonie und der Platanenhain. Die zentrale Ausstellungshalle wird seit 2014 saniert, da sich die Stadt mit dem Ensemble zur UNESCO-Welterbestätte bewarb.

Rings um die Mathildenhöhe haben sich viele der namhaften Künstler, die in das Baugeschehen involviert waren, angesiedelt. Stellvertretend sind der Architekt Wilhelm Jost, der Bildhauer Heinrich Jobst und der Keramiker Jakob Scharvogel zu nennen, dessen Arbeiten in Friedberg und besonders in Bad Nauheim mit dem Sprudelhof und der Trinkkuranlage bis zum heutigen Tag zu bewundern sind. Als Abschluss des Ausfluges, den man mit diesen beiden Epochen nicht unterschiedlicher gestalten konnte und doch vor der hessischen Haustüre, passte die Lohrberg-Schänke hervorragend. Bei typischen hessischen Spezialitäten konnte man das einzigartige Frankfurter Panorama genießen. Müde, aber voller außergewöhnlicher Impressionen, war Ossenheim bald wieder erreicht.

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