Vor drei Jahren waren die Jugendfeuerwehren im Stadtbereich von Reichelsheim besonders aktiv. Als Verbandsvorgabe zur Erlangung der Jugendflamme war neben dem technischen Wissen und dessen Ausführung auch ein weiterer Beitrag im Bereich des Sozialen oder der Umwelt erforderlich geworden. Die Wahl fiel damals auf den Umweltaspekt: Auf rund 40 Metern wurden in Reichelsheim ein Teil des mit Unkraut zugewachsenen und verschlammten Sommerbach und des Ortenbergsgraben westlich von Weckesheim gesäubert und freigelegt. Die Aktion sollte danach in jedem Jahr stattfinden - am vergangenen Samstag war es wieder so weit.

Die Jugendfeuerwehren der Stadt nahmen erneut die Arbeiten am Ortenbergsgraben auf, für den sie in gewisser Weiße die Patenschaft übernommen haben. Begleitet wurden die Arbeiten von einem intensiven Froschkonzert: Im angrenzenden Teil des Baches konnte eine große Population von Fröschen vermutet werden. Dort leben zudem viele weitere Tiere und Insekten sowie eine große Zahl an Pflanzen. In Kontrast dazu steht der betreute Bachteil der Jugendlichen. Unter Leitung von Jessica Reis säuberten die jungen Feuerwehrleute sowohl die Böschung als auch das Beachbett und sorgten so für klares Wasser.

Sensibilisierung für Umweltschutz

Eine zweite Gruppe unter der Leitung des Stadtjugendpflegers und NABU-Mitglieds Jörg Pfaffenroth erkundete gleichzeitig die vielfältige Landschaft rund um Reichelsheim, wo der Wetterauer Braunkohlebergbau mit Rest-Seen die Landschaft prägt. Im Bereich der Stadt Reichelsheim sind diese Narben des Bergbaus dem Naturschutz überlassen. Dort hat sich eine spezielle Fauna und Flora angesiedelt, die unter Naturschutz steht. Die Erkundung trug dazu bei, die Feuerwehrleute für ihr wertvolles und ökologisch vielfältiges Umfeld zu sensibilisieren. Ein Modell eines Bibers erregte dabei die wohl größte Aufmerksamkeit. »Hier im Teufelssee gibt es aber keine Biber. Die halten sich nur in fließendem Gewässer auf«, bemerkte Jörg Pfaffenroth. »Aber die auf den ersten Blick gleich aussehenden Nutrias tummeln sich hier.«

Nach rund zweieinhalb Stunden wechselten die beiden Gruppen ihr Tätigkeitsfeld: Die Entdecker säuberten den Bach und die Schlammschaufler erkundeten Flora und Fauna in der Nähe von Heuchelheim. Mit vielen Anregungen endete der Umwelttag für rund 20 junge Mitglieder der sechs Feuerwehren in der Stadt Reichelsheim.

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