05. November 2019, 19:16 Uhr

Einzelne Margerite als Lebensraum

05. November 2019, 19:16 Uhr
Ein Seidenbienen-Männchen auf der Blüte einer Magerwiesen-Margerite. (Foto: Günter)

Wiesen duften. Wiesen sind bunt. Sie sind für viele Menschen der Inbegriff von Sommer. Aber auch Tiere lieben Blumenwiesen, die zu den artenreichsten Lebensräumen unserer Landschaft gehören. Deshalb hatten die Naturfreunde Ober-Mockstadt jetzt einen Multimediavortrag von Roland Günter zum Thema »Biologische Vielfalt im Lebensraum Wiese« angeboten.

Die rund 120 Besucher zeigten sich begeistert von den (Makro-)Aufnahmen und Einsichten in die Welt der Wiesen. Dort wachsen viele verschiedene Pflanzen- und weit mehr Tierarten, als man auf den ersten Blick sieht. Für Roland Günter erhalten die Tiere durch die wochenlangen Beobachtungen geradezu eine Persönlichkeit. Die unerwartete Schönheit und die faszinierenden Verhaltensweisen der Wiesenbewohner, hier insbesondere der Lebensraum, den eine einzelne Margerite bietet, fesselten die Besucher der Multivision. Mit vielen Fotos zeigte der Förster und Fotograf Günter, wie der Lebensraum Wiese funktioniert.

Unterhaltsam und leicht nachvollziehbar erfuhren die Besucher mehr über die komplexen Beziehungen zwischen Tieren und »ihren« Pflanzen. Viele Insekten nutzen zum Beispiel zur Eiablage nur eine bestimmte Pflanzenart; diese Eier werden von einem anderen Spezialisten parasitiert, der wiederum selbst das Opfer eines Hyperparasiten werden kann. Ein solch aufeinander aufbauendes System kann nur entstehen, wenn die entsprechende Pflanze lange genug stehen bleibt und sich die Insekten vollständig entwickeln können. Daher gewannen die Zuhörer auch Kenntnisse über Erhaltungsmaßnahmen für ökologisch wertvolle Wiesen, wie zum Beispiel den richtigen Mahdzeitpunkt sowie die Anzahl der Schnitte.

In dem Vortrag und der anschließenden Diskussion wurde der dringende Handlungsbedarf betont. Es brauche vor allem mehr »Mut zu Natur«, war man sich einig: Flächen im Garten, an Wegen, im öffentlichen Raum und im Feld sollte man ganz, teil- oder wechselweise brachliegen lassen, um der Natur eine Chance zur Entwicklung der Vielfalt zu geben. Nur dann bestehe eine realsitische Chance, um dem Artensterben entgegenzuwirken.

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