05. März 2018, 20:23 Uhr

Europa in 90 Minuten

05. März 2018, 20:23 Uhr
Auf hohem Niveau spielt das »Ensemble a monte«. (Foto: pv)

In der Kammerkonzertreihe, die der Fachbereich Soziales, Kultur und Sport gemeinsam mit dem Kulturforum veranstaltet, war jüngst das Stuttgarter »Ensemble a monte« zu hören, das unter dem Motto »Europa in 90 Minuten« eine musikalische Rundreise mit Kompositionen aus sechs europäischen Ländern darbot. Während Lorenz Pasdzierny und Andreas Groll mit Horn und Fagott die tiefer gestimmte Untermalung der Werke übernahmen, konnten Brigitte Sauer, Irene Göser-Streicher und Ulrike Wartenberg mit Flöte, Oboe und Klarinette deren musikalische Motive und ihre meist filigrane Ausgestaltung nachzeichnen. Schnell und bewegt, aber auch gemächlich schreitend oder liedhaft klingend zeigen sie vier »Alte ungarische Tänze« von Ferenc Farkas. Die getragene Melodie eines Chorals fügt sich gut in die ländliche Festlichkeit ein. Nur für die 13 Kinderszenen von Robert Schumann musste Hornist Pasdzierny eine besondere Fassung für das Bläserquintett erarbeiten. In ihnen gleicht die »Curiose Geschichte« einer lustig, fast spöttelnd erzählten Anekdote, spielen im »Hasche Mann« die Instrumente einmal Nachlauf miteinander und könnte der schrille Aufschrei der Klarinette einen Sturz des »Ritters vom Steckenpferd« markieren.

Mit der bekannten »Träumerei« zeigt Schumann, dass Kinderszenen nicht nur heiter-lustige, sondern auch nachdenkliche, besinnliche Zeiten kennen.

In Malcolm Arnolds »Three shanties op. 4« lassen Hornsignale und schrille Flöten

sirenen, verbunden mit kurzen Erinnerungen an den »Drunken sailor« oder an Tango-Rhythmen die Klangkulisse eines Hafens vermuten, gefolgt von den leisen, gemütvollen Stimmen im »Allegretto semplice«.

Zuletzt setzt sich jedoch im Allegro vivace der lebhafte Wechsel von Zweier- und Dreierrhythmus durch, übertönt vom singenden Dreiklang von Flöte, Klarinette und Oboe. Das sicher komplizierteste Werk des Programms, das an Musizierende wie ihre Zuhörer die höchsten Anforderungen stellte, war das Quintett der polnischen Komponistin Grazyna Bacewicz, die auch als Philosophin bekannt geworden ist.

Ziemlich rasant

Meist überlässt sie in diesem Werk Flöte, Oboe und Klarinette in rasanten auf- und abwärts führenden Tonlinien die musikalische Führung, während Horn und Fagott in tieferen Lagen die rhythmischen Strukturen sichern und nur gelegentlich eine führende Stimme übernehmen. Mit Jaques Iberts »Trois pièces brèves« endete die musikalische Rundreise in Frankreich.

Wenn auch hier die hohen Stimmen dem gleichmäßigen Takt der tieferen davonzulaufen drohen, einigen sich alle immer wieder bei einem deutlich herausgearbeiteten melodischen Thema. Mit dem bekannten Walzer von Schostakowitsch als Zugabe klang der musikalisch überzeugende und von den Musikern locker kommentierte Abend aus.

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