21. Juli 2019, 06:00 Uhr

Testfahrt

Feuerwehrautos kommen oft nicht durch: Falschparker uneinsichtig

Im Notfall zählt jede Minute. Feuerwehr und Rettungswagen müssen schnell zum Einsatzort gelangen, um größere Schäden zu verhindern. Da ärgert es besonders, wenn sie in ihrer Arbeit behindert werden.
21. Juli 2019, 06:00 Uhr
Nicht selten ist die Straße nicht breit genug, um problemlos mit dem großen Feuerwehrfahrzeug durchzufahren.

Falsch geparkte Fahrzeuge, auf die Straße ragende Bäume und vieles mehr können die Einsätze beeinträchtigen. Um ein Bewusstsein dafür zu schaffen, gab es nun eine Tour mit einem Feuerwehrfahrzeug durch alle Wölfersheimer Ortsteile statt.

Mit einem Auto ist es kein Problem, auch durch enge Straßen zu fahren. Doch bei einem großen Feuerwehrfahrzeug sieht das anders aus. Immer wieder musste man bei der Testfahrt auf den Bürgersteig ausweichen; oftmals war überhaupt kein Durchkommen möglich. Gemeindebrandinspektor Roland Bender, Thorsten Metz und Karsten Göllner waren gemeinsam mit dem im Rathaus für Feuerwehren und das Ordnungsamt zuständigen Fachbereichsleiter Thorsten Höhne unterwegs, um Anwohner auf solche Problemstellen hinzuweisen.

Doch statt Einsicht zu zeigen, »kam es leider allzu oft zu Diskussionen«, heißt es in der Pressemitteilung der Stadt. Dabei sei die Situation rechtlich klar: Mindestens 3,05 Meter Restfahrbahnbreite (ohne Gehweg) müssen etwa beim Parken von Fahrzeugen in schmalen Straßen verbleiben. In der Realität ist das Parken damit in fast allen engen Straßen verboten. In den meisten Fällen sei es im Notfall möglich, auf den Bürgersteig auszuweichen. Problematisch werde es aber, wenn kein Bürgersteig vorhanden ist oder Fahrzeuge auf der anderen Straßenseite den Weg versperren. Im Ernstfall koste das Zeit.

Noch keine Bußgelder

Vom Verteilen von Bußgeldern habe man bei der Kontrolle abgesehen. »Uns war es wichtig, bei den Bürgerinnen und Bürgern ein Bewusstsein für dieses Problem zu schaffen, denn im Ernstfall bleibt keine Zeit für Diskussionen«, berichtet Fachbereichsleiter Höhne. Wenn der Weg zu sehr versperrt war, seien die Anwohner durch das Martinshorn des Feuerwehrautos und einen freundlichen Hinweis darauf aufmerksam gemacht und gebeten worden, umzuparken.

Dass viele Parker hier wenig einsichtig sind, davon berichteten in der Vergangenheit auch Einsatzkräfte, die schon in Einsätzen beschimpft und beleidigt worden seien. »Wir können froh sein, dass sich die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr in ihrer Freizeit für unsere Sicherheit einsetzen und sollten ihnen den Einsatz nicht unnötig erschweren«, appelliert Bürgermeister Eike See.

Doch nicht nur Autos können einen Einsatz behindern. Selbst eine nicht geschnittene Hecke oder ein Baum, der auf die Straße ragt, könne zum Sicherheitsrisiko werden. Nach der Straßenverkehrsordnung ist auch das Parken über Schachtdeckeln und anderen Verschlüssen wie Unterflurhydranten unzulässig. Solche Hydranten werden durch kleine weiße Schilder mit rotem Rand kenntlich gemacht. Hinterm »H« für Hydrant sind der Wasserrohrdurchmesser (in Millimetern) und darunter die Entfernung des Hydranten zum Hinweisschild (in Metern) angegeben. Wer einen Feuerwehreinsatz durch nicht erreichbaren Hydranten behindert, muss mit Schadensersatzansprüchen rechnen.

»Wir bitten alle Verkehrsteilnehmer im Sinne ihrer Mitbürgerinnen und Mitbürger um mehr Achtsamkeit beim Abstellen ihrer Fahrzeuge. Nehmen Sie Rücksicht und parken Sie nur dort, wo es nicht verboten ist und verhalten Sie sich so, dass unsere Feuerwehr jederzeit jedem zu Hilfe kommen kann. Die Aktion war ein erster Schritt, um dafür zu werben. Ich hoffe, dass wir sie bald wiederholen können«, schließt Gemeindebrandinspektor Bender ab.

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