04. März 2019, 15:00 Uhr

Spitzenfrauen

Frauen in Führungspositionen: Bad Nauheimerin Elke Möller leitet die Seniorenresidenz Bisses

Elke Möller führt die Seniorenresidenz Bisses, engagiert sich beim Deutschen Frauenring und hat zwei Kinder großgezogen. Sie zeigt, dass sich Karriere und Familie durchaus vereinen lassen.
04. März 2019, 15:00 Uhr
Seit 25 Jahren führt Elke Möller die Seniorenresidenz Bisses. Für ihr Engagement ist sie im vergangenen Jahr mit dem ersten Unternehmerinnenpreis des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft Region Wetterau ausgezeichnet worden. (Foto: alh)

Spitzenfrauen

In unserer Serie »Spitzenfrauen« stellen wir Wetterauerinnen in Spitzenpositionen vor.

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Dass sie irgendwann Mal einen Unternehmerinnenpreis gewinnen würde, damit hat Elke Möller nicht gerechnet. Im vergangenen Sommer wurde die Bad Nauheimerin vom Bundesverband mittelständische Wirtschaft Region Wetterau für ihr Engagement in der Seniorenresidenz Bisses ausgezeichnet. Das Alten- und Pflegeheim leitet die 63-Jährige seit 25 Jahren. Dass sie den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt hat, dafür ist eigentlich ihr Ehemann verantwortlich.

Möller ist in Münzenberg geboren. Nach der Schule machte sie eine Ausbildung zur Krankenschwester in der Gießener Uniklinik. Der Liebe wegen ging sie danach nach Kassel, dort studierte ihr heutiger Ehemann, der Bad Nauheimer Architekt Alfred Möller.

Ich habe schon immer gerne gearbeitet, ich will nicht nur zu Hause sitzen

Elke Möller

Als sie drei Jahre später nach Bad Nauheim zurückkehrten, wurde gerade das Herz-Kreislauf-Zentrum in der Ludwigstraße aufgebaut. Den Chefarzt kannte Möller noch aus Studienzeiten und bekam so schnell einen Job. »Ich habe organisatorische Aufgaben übernommen und hatte schnell viel Verantwortung. Aber das hat mir sehr viel Spaß gemacht.« Möller entwarf etwa die Patientenakten und die Behandlungsbücher, richtete des Schwesternzimmer ein und kümmerte sich um die Ablaufplanung.

 

Ehemann ist auch selbständig

1994 baute Möllers Ehemann die Seniorenresidenz Bisses. Zunächst sollte das Heim an einen externen Betreiber vermietet werden, doch Möller entschloss sich, selbst die Leitung zu übernehmen. Zu diesem Zeitpunkt war sie 39 Jahre alt und hatte schon zwei Kinder. Trotzdem fiel ihr die Entscheidung nicht schwer. »Ich habe ja schon vorher im Gesundheitswesen gearbeitet, und ich wusste, dass neue Heimplätze gebraucht werden.«

Trotz Selbstständigkeit nimmt sich Möller auch viel Zeit für die Familie. »Zeit mit meiner Familie bedeutet mir sehr viel.« Dafür müsse man aber auch mal Aufgaben abgeben. »Gute Organisation ist alles.« Mit ihrem Ehemann ist sie seit 41 Jahren verheiratet, hat inzwischen zwei erwachsene Kinder und zwei Enkelkinder. »Für die nehme ich mir jede Woche extra einen Nachmittag frei, an dem ich Zeit mit ihnen verbringe.«

Auch ihr Ehemann ist selbstständig. Möller unterstützt ihn viel im Architekturbüro, in dem auch ihr Sohn arbeitet. Die berufliche Zusammenarbeit klappe sehr gut. »Wir helfen uns alle gegenseitig und können uns immer aufeinander verlassen.«

 

Im Einsatz für mehr Gleichberechtigung

In der Seniorenresidenz ist Heimleiter Rainer Landau Möllers rechte Hand. Die Verantwortung an ihn abzugeben, fällt ihr nicht schwer. »Ich habe ein tolles Team, ohne das dass alles gar nicht möglich wäre.« Ans Aufhören denkt Möller aber noch lange nicht. »Ich habe schon immer gerne gearbeitet, ich will nicht nur zu Hause sitzen. Ich brauche auch keine drei Wochen Urlaub am Stück.« Die Verantwortung für Menschen sei eine große Verpflichtung. »Die positiven Rückmeldungen der Angehörigen und des Personals bestärken mich aber jedes Mal.«

Genauso wie die Auszeichnung mit dem Unternehmerinnenpreis. »Es ist schön, dass man für die viele Arbeit belohnt wird.« Die Freude teilt sie mit ihrem Team. »Ohne sie wäre das alles gar nicht möglich.«

Nicht nur beruflich ist Möller sozial tätig. Sie engagiert sich auch ehrenamtlich für den Deutschen Frauenring, ist Mitglied im Vorstand des Ortsrings Wetterau. Dort setzt sie sich für die Gleichberechtigung von Frauen ein. »Ich engagiere mich gerne für andere Menschen und will mit meiner Arbeit Gutes tun.«

 

Eigene Werte umsetzen

An der Selbständigkeit gefällt ihr, dass sie ihre eigenen Werte umsetzen, und selbst Entscheidungen treffen kann. »Es macht mir Spaß, Menschen zu motivieren und zu sehen, wie sie sich entwickeln.« Man trage aber auch eine große Verantwortung: »Wenn es hart auf hart kommt, muss ich immer einspringen«, sagt Möller. Man dürfe als Selbstständige aber nicht gleich bei den ersten Problem aufgeben. »Nur durch Fleiß und Kontinuität konnte ich meinen Erfolg erreichen.Und wie das Wort schon sagt: Es kommt immer auf mich selbst an, und das ständig.«

 

Info

WZ-Serie "Spitzenfrauen"

Frauen sind in Führungspositionen noch immer unterrepräsentiert und werden häufig schlechter bezahlt als ihre männlichen Kollegen. Doch ist das ein Grund, den beruflichen Erfolg gar nicht erst anzustreben? »Nein«, sagen wir und stellen Ihnen deshalb echte Spitzenfrauen vor. Frauen, die ein eigenes Unternehmen gegründet haben, die sich in Vorständen behaupten und erfolgreich Hunderte Mitarbeiter führen. Aber auch Frauen, die den Laden um die Ecke betreiben und die Arbeit alleine stemmen. Sie alle berichten von ihren Erlebnissen, den Hürden und den Chancen.

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