16. Februar 2018, 10:00 Uhr

Mein Lieblingsplatz

Friedberger Kapelle als Lieblingsplatz: »Hier finde ich Trost«

Die Schritte fallen der Seniorin nicht leicht. Aber fast jeden Tag spaziert Jelena Hudler von Neuberg zur Friedberger Kapelle an der Seewiese. Uns hat sie erzählt, warum.
16. Februar 2018, 10:00 Uhr
Jelena Hudler von Neuberg geht möglichst täglich in die St.-Georgs-Kapelle gleich neben dem Seniorenwohnheim St. Bardo in Friedberg zur Morgenandacht. (Fotos: ach)

Vor fünf Jahren, im Januar 2013, kamen Jelena und Hugo Anton Hudler von Neuberg ins Caritaszentrum St. Bardo an der Seewiese in Friedberg. Davor hat das Ehepaar 53 Jahre lang im Dienheimerpfad an der großen Treppe gewohnt. Der Gesundheitszustand ließ keine großen Spaziergänge zu, aber mit dem Rollator schaffte ihr Mann es, mitzukommen bis zur St.-Georgs-Kapelle gleich neben ihrem neuen Zuhause. Diese sei ein Jahr lang ihre gemeinsame Anlaufstelle gewesen, erzählt die gläubige Katholikin. Und die Besuche der Kapelle habe sie beibehalten – auch nach dem Tod ihres Mannes im Januar 2016.

»Jetzt gehe ich alleine, wenn es mir meine Füße erlauben«, sagt die gebürtige Kroatin. Und so steht sie früh auf, um dann um 6 Uhr rechtzeitig zur Morgenandacht in der Kapelle zu sein. Sie geht gerne zum Rosenkranzgebet und zu Gottesdiensten in die Kapelle, die auch nur zu diesen Zeiten geöffnet ist.

 

Kapelle für Friedberger Katholiken

Die St.-Georgs-Kapelle wurde 1733/34 von Gottfried von Franckenstein, dem katholischen Lehnsherrn von Ockstadt, am äußersten Ende seiner Gemarkung gebaut. Sie war für die Friedberger Katholiken bestimmt, denn nach der Einführung der Reformation gab es in der Stadt keine katholische Kirche mehr. Die barocke Kapelle ist ein kleiner Saalbau, wie auf einem Schild neben dem Eingang zu lesen ist. 1736 schenkte Abt Jakob von der Prämonstratenser-Abtei in Ilbenstadt der Kapelle eine Glocke. Den Altar schmückt die Figur des Heiligen Georg, der zu den 14 Nothelfern zählt und Nationalheiliger unter anderem von England, Äthiopien, Griechenland und Serbien ist sowie Patron zahlreicher Berufe.

Während eines Urlaubs auf der Insel Cres hatten sich die Vorschullehrerin Jelena Bertic und Hugo Anton Hudler kennengelernt. Er sei sehr sprachbegabt gewesen, sei auf ein altsprachliches Gymnasium gegangen und habe auch Kroatisch gekonnt. Wenige Monate später haben die beiden im November 1960 in Zagreb geheiratet. Das Paar bekam zwei Töchter.

 

Ewig verbunden mit ihrem Mann

»Mein Mann war der letzte Bahnhofsvorsteher von Schotten/Nidda, erzählt die 80-Jährige. Später sei er in Friedberg bei der Bahndirektion in der Saarstraße tätig gewesen und habe für die Bahn 400 Gastarbeiter betreut.

Mit ihrem Mann sei sie ewig verbunden, sagt die Seniorin, die sich, wie sie während eines kleinen Spaziergangs zur St. Georgs-Kappelle betont, in St. Bardo sehr wohl und gut aufgehoben fühlt.

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