26. März 2019, 18:53 Uhr

Für Frieden und Gerechtigkeit

26. März 2019, 18:53 Uhr
Susanne Polak und Wolfgang Dittrich stellen gemeinsam mit vielen Helfern die Großveranstaltung »Imagine Peace Friedberg« auf die Beine. (Foto: Loni Schuchardt)

Frieden ist das Thema, um das sich am Samstag, 6. April, in Friedberg alles drehen wird. Das hoffen zumindest die Initiatoren des »Imagine Peace Day Friedberg 2019«. Ein »stiller Zug« über die Kaiserstraße, eine Kundgebung mit Ex-Bundesministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul als Hauptrednerin, Info-Stände und ein Kulturprogramm auf dem Stadtkirchenplatz sowie zahlreiche Aktionen an verschiedenen Orten sind organisiert worden. Vorab sprechen die Initiatoren, Friedensaktivistin Susanne Polak und Wolfgang Dittrich vom evangelischen Dekanat Wetterau, über die Ziele der Aktion, die Vorbereitungen und Unterstützer.

Frau Polak, Sie haben vor zwei Jahren im Alleingang und sehr kurzfristig eine Friedenskundgebung auf dem Europaplatz organisiert. Was war der Anlass?

Susanne Polak: Als damals die Lage in Aleppo immer schlimmer wurde, hatte ich das Gefühl, dass ich einfach was tun und ein Zeichen setzen muss.

Herr Dittrich, das evangelische Dekanat war im Februar 2017 als Mitwirkende dabei, nun gehören sie zu den Initiatoren des »Imagine Peace Day«. Warum engagieren Sie und das Dekanat sich so stark in dieser Bewegung?

Wolfgang Dittrich: Frieden ist ein Thema, das Christen und Kirchen schon immer bewegt. Die Zahl der Kriege und Konflikte nimmt nicht ab, neue kommen laufend dazu. Dagegen wollen auch wir als evangelische Kirche ein deutliches Zeichen setzen.

Wie kam es zu dieser noch viel größeren und in dieser Form einmaligen Aktion?

Polak: Es hat sich einfach so ergeben. Ich habe festgestellt, dass es viele Gruppen gibt, die sich in diesem Bereich engagieren. Schnell wurde mir klar, dass eine zweistündige Kundgebung alleine viel zu wenig ist und nicht ausreichen würde.

Dittrich: Für mich war es ermutigend, dass es schon vor zwei Jahren beim ersten »Imagine Peace Friedberg« so eine große positive Resonanz gegeben hatte.

Wie war die Resonanz bei den Privatpersonen, Gruppen, Vereinen und Institutionen, die sie vor einem halben Jahr angesprochen haben?

Polak: Die war super. Ich war schon überrascht, dass so viele zu unserem ersten Treffen gekommen sind.

Hatten Sie das so erwartet?

Polak: Ganz kurz ja, weil ich doch alle kenne und ich mein großes Netzwerk aktiviert habe.

Dittrich: Nein. Zu unseren Vorbereitungstreffen kamen jedes Mal um die 30 Menschen, immer wieder mal andere. Und mich überrascht noch immer die Kreativität der Menschen, die sich hier einbringen.

Der Aktionstag beginnt mit einem »Stillen Zug« von der Burg über die Kaiserstraße, Haagstraße und Färbergasse zum Stadtkirchenplatz. Warum keine lautstarke Demonstration?

Dittrich: Für mich ist der »Stille Zug« ein Ausdruck von Trauer und Bedauern, und das findet an der Stelle seinen Platz in dieser Veranstaltung.

Polak: Der Zug soll zum Nachdenken anregen, und bei den Passanten soll durch die Stille Aufmerksamkeit erweckt werden.

Für die Kundgebung haben unter anderem Bürgermeister Dirk Antkowiak, die Erste Kreisbeigeordnete Stephanie Becker-Bösch und die frühere langjährige Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul als Redner zugesagt. Haben Sie das so erwartet?

Polak: Ja, damit habe ich gerechnet, nur die Teilnahme von Wieczorek-Zeul ist eine positive Überraschung.

Wie kam es zum Auftritt von Wieczorek-Zeul?

Dittrich: Nach einem Vorschlag aus der Runde bei einem Treffen habe ich sie angeschrieben, weil sie das Buch »Frieden und Gerechtigkeit sind Geschwister« geschrieben hat. Die Zusage kam schnell.

Haben Sie keine Angst, dass die Redner ihre Auftritte für ihre politischen Anliegen nutzen?

Polak: Nein, ich habe allen erklärt, dass es nicht um Wahlkampf geht. Keine Missionierung, keine Werbung, kein Wahlkampf. Das ist mein Leitspruch.

Was wünschen Sie sich beide ganz persönlich für den Aktionstag?

Polak: Gutes Wetter. Ich wünsche mir, dass alles glatt läuft und alle Spaß haben – trotz des ernsten Hintergrunds.

Dittrich: Ich hoffe, dass unser Anliegen rüberkommt und dass sich noch mehr Menschen dazu aufgerufen fühlen, sich für Frieden, Gewaltlosigkeit und Gerechtigkeit einzusetzen.

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