13. November 2019, 20:28 Uhr

Für ein Miteinander ohne Barrieren

13. November 2019, 20:28 Uhr
Eintrag ins Goldene Buch: Manuela Schmid mit dem damaligen Bürgermeister Armin Häuser. (Archivfoto: cor)

Ihr soziales Engagement kennt keine Grenzen, fördert vor allem Menschen, die sozial benachteiligt oder unverschuldet in Not geraten sind. Unzählige Projekte hat Hotelunternehmerin Manuela Schmid bereits unterstützt. 2016 spendete sie der Stadt eine Million Euro für das Drei-Generationen-Projekt im Süden Bad Nauheims. Anfang 2017 fiel der Startschuss für die Umbauarbeiten. Seitdem hat sich im Viertel vieles verändert, wovon sich Manuela Schmid jüngst überzeugen konnte. Spontan stattete sie dem Mütter- und Familienzentrum (Müfaz) einen Besuch ab.

Der Terminkalender von Manuela Schmid ist stets prall gefüllt. Viele geschäftliche Verpflichtungen führten die Unternehmerin jüngst wieder von Gran Canaria nach Bad Nauheim. Nur wenige Tage verweilte sie in der Kurstadt, Zeit fürs Müfaz nahm sie sich trotzdem. Nicht ihr erster Besuch. Gerne schaut Schmid nämlich im von ihr geförderten »Kinderparadies« nach dem Rechten. »Diesmal ohne Ankündigung«, sagte Schmid. Für ihren Besuch müsse ihr niemand einen Empfang bereiten. Im Vordergrund stehe schließlich die Entwicklung des Drei-Generationen-Projekts, und das hat Schmid nicht nur mit einer Million Euro gefördert. Auch den Arbeitstitel für das Inklusionsprojekt hat die Spenderin kreiert. Die Realisierung liege ihr sehr am Herzen. Das Mehrgenerationen-Wohnen sei auch ein Herzenswunsch ihres verstorbenen Ehemanns gewesen.

Besuch im Nachbarschaftsgarten

Generationsübergreifendes Wohnen und Leben in einem Viertel für alle - seit 2017 wird das Drei-Generationen-Projekt dank vieler kreativer Köpfe am südlichen Rand der Innenstadt Schritt für Schritt realisiert, mit einer Umgestaltung des Quartiers zwischen Friedberger Straße, Blücher- und Kurstraße sowie Schwalheimer Straße. Gemeinsam mit der Stadt und der Bad Nauheimer Wohnungsbau-Gesellschaft setzt das Müfaz das inklusive Projekt um. Gleich zu Beginn der Umbauarbeiten ging es im Gebäude in der Friedberger Straße an die barrierefreie Umgestaltung der Zugänge.

Entstanden ist auch der ersehnte barrierefreie Nachbarschaftsgarten, gleich daneben ein Außenspielbereich, in dem Kinder und Betreuerinnen zwischen Sandkasten, Federwippe und Schaukeln toben können. Im Juni dieses Jahres wurde der Garten im Zentrum des Viertels mit einem Fest eröffnet. Die Anwohner können mitarbeiten. Entstanden sind Hochbeete, die rollstuhlgerecht erreicht werden können. Der Garten kann von der benachbarten Seniorenwohnanlage, dem Erika-Pitzer-Begegnungszentrum, der Kinderkrippe Am Südpark, den angrenzenden Wohnhäusern und dem Müfaz genutzt werden.

»Ziel ist es, Möglichkeiten für Kontakte zu schaffen, das gegenseitige Unterstützen zu fördern und füreinander da zu sein«, beschrieb Müfaz-Geschäftsführerin Ute Latzel das Inklusionsprojekt. Vor der Verwirklichung wurden viele Konzepte erläutert, der finanzielle Aufwand war ein wichtiger Aspekt. »Ohne Frau Schmid wäre das Projekt nicht möglich gewesen, wir sind ihr sehr dankbar«, sagte Latzel. »Es tut gut zu wissen, dass da jemand ist, der unsere Arbeit wertschätzt.« Gefördert wird das Projekt auch von der Pitzer-Stiftung.

Manuela Schmid zeigte sich bei ihrem Rundgang im neuen Garten beeindruckt und überraschte im Anschluss die Erzieherinnen und ihre Schützlinge im »Kinderparadies« des Müfaz. »Dieses Gebäude muss unbedingt mit einem Fahrstuhl ausgestattet werden«, erklärte sie. Das Angebot richte sich schließlich auch an Menschen mit Rollstuhl oder Rollator. »Die Barrierefreiheit muss immer Vorrang haben, hier geht es doch darum, bedürftigen Menschen den Alltag zu erleichtern.« Die Umsetzung solcher Veränderungen in denkmalgeschützten Gebäuden sei allerdings schwer.

»Wir freuen uns, dass Frau Schmid ein solch großes Interesse an der Fertigstellung des Projekts zeigt und das Haus besucht hat«, sagte Erster Stadtrat Peter Krank. Gemeinsam mit ihr verfolge die Stadt das Ziel, das Müfaz-Gebäude barrierefrei zu erschließen. »Das ist ein großer Wunsch, bedarf aber baurechtlicher Klärungen.« Einen Schritt weiter sei man in der benachbarten Pitzer-Begegnungsstätte, Blücherstraße 23. Hier werde der Fahrstuhl modernisiert.

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