19. November 2019, 20:46 Uhr

Gegen den Engpass auf den Schienen

19. November 2019, 20:46 Uhr
Wegen der unterschiedlichen Haltestellen können die Züge maximal 41 Meter lang sein, was sich auf die Kapazität für Fahrräder in Zügen auswirkt. Foto: pm

Dass der öffentliche Nahverkehr trotz großer Aufmerksamkeit und finanzieller Mittel vor großen Herausforderungen steht, konnte Veit Salzmann, Geschäftsführer der Hessischen Landesbahn (HLB) auf der Veranstaltung von Bündnis 90/Die Grünen Friedberg in vielen Facetten darstellen. Die Engpässe der bestehenden Infrastruktur sind schon heute deutlich zu spüren und die notwendigen Erweiterungen wie beispielsweise die Westtangente und die Maßnahmen aus Frankfurt 2030 werden noch einige Jahre benötigen und nicht ausreichen, alle Anforderungen der Zukunft zu erfüllen. Anhand der derzeitigen Ausschreibungen erläuterte er, dass auch die Reaktivierung der Horlofftalbahn und der Lumdaltalbahn berücksichtigt werden, Aktivitäten die trotz bester Vorbereitungen noch einige Jahre benötigen, was die Vertreter der Bürgerinitiative Horloffbahn laut Grünen nur widerwillig zur Kenntnis nahmen.

Neue Fahrzeuge mit Wasserstoff

Die Probleme mit Ausfällen und Verspätungen auf den Linien der HLB wurden auch angesprochen. Trotz der Ausbildung von über 100 Zugführern habe es in den letzten Monaten Engpässe aufgrund fehlenden Personals gegeben, schreiben die Friedberger Grünen. »Die gute Wirtschaftslage hat die Situation in allen Bereichen verbessert, sodass viele Zugführer wieder zurück in ihren alten Beruf gegangen sind«, erläuterte Salzmann den Zuhörern.

Ab 2023 solle es unter anderem für die Linie Friedberg-Friedrichsdorf neue Fahrzeuge geben, die auf Wasserstoffbasis fahren. Eine Diskussion mit den Zuhörern entbrannte, welcher Wasserstoff verwendet werde. Gemeinsam wurde dargestellt, dass die Technologie nur sinnvoll sei, wenn der Wasserstoff als Abfallprodukt oder durch erneuerbare Energien bereitgestellt werde.

Eine Forderung aus dem Publikum nach besserer Integration des Fahrradverkehrs wurde weniger Erfolg versprechend diskutiert: Aufgrund der unterschiedlichen und teilweise veralteten Haltestellen seien die Längen der verwendbaren Züge auf 41 Meter begrenzt, hieß es. »Jede Erweiterung von Fahrradabstellplätzen im Zug geht zulasten der Sitzplätze, die aber dringend benötigt werden« erklärte der Geschäftsführer der HLB. Die Infrastruktur werde von der Bahn Netze bereitgestellt, so dass auch das Problem der unterschiedlichen Bahnsteighöhen, die zu großen Stufen bei Ein- und Ausstieg führten, nicht von der HLB gelöst werden könne.

Die Forderungen des Abends lassen sich wie folgt zusammenfassen: Schnellerer Ausbau der Gleisverbindungen, Aktivierung stillgelegter Strecken, Ausbau zur Zweigleisigkeit, wie beispielsweise auf der Strecke Friedrichsdorf-Friedberg, Züge mit mehr Sitzplätzen (mehrere Waggons oder doppelstöckige Waggons) und Fahrradstellplätzen, CO2-neutrale Antriebstechnologien, Gewährleistung der Anschlüsse für umsteigende Fahrgäste im Bahnhof Friedberg.

Um den öffentlichen Nahverkehr für die Zukunft fit zu machen, bedürfe es der Anstrengung aller Beteiligten und politischen Verantwortlichen, schreiben die Grünen. Ein Anfang sei die Bereitstellung der finanziellen Mittel wie durch die Initiative »Starke Heimat« der Landesregierung. »Ein besserer Dialog mit den Bürgern könnte mehr Verständnis für die Herausforderungen vermitteln« äußerte sich Markus Fenske, Magistratsmitglied der Grünen. »Die Erkenntnisse werden in der Arbeitsgemeinschaft Verkehr der Friedberger Grünen diskutiert werden, so dass politisches Handeln daraus resultiert«, ergänzte Bernd Stiller.

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