12. Juli 2019, 20:38 Uhr

Geld für eine Theater-Bar

12. Juli 2019, 20:38 Uhr

Eine Schubkarre steht bereits im langgestreckten Raum an der Ostseite des Alten Hallenbads. Die Innenwände sind vom Putz befreit - es geht bald los mit dem Einbau der Bar und des großen Foyers für das Kulturhaus in der Haagstraße. Am Dienstag kam eine weitere Rate der Baukosten herein: Gerhild Seibert von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und Andreas Rehn von der Hessischen Lottogesellschaft brachten die Zusage für 50 000 Euro mit.

Im vierten Bauabschnitt wollen die ehrenamtlichen Theater-Macher noch dieses Jahr 490 000 Euro investieren. Jeweils 155 000 Euro leiten das Land und der Bund nach Friedberg, die Stadt selber investiert 35 000 Euro. Und der 1400 Mitglieder zählende Förderverein des Theaters Altes Hallenbad spendet 95 000 Euro. Dessen Sprecher Ulrich Lang ist optimistisch: »Wir planen, dass wir am 31. Dezember hier Silvester feiern können. Es soll eine Sonderaufführung der ›Fledermaus‹-Operette geben, die wir im September im Alten Hallenbad inszenieren.«

Bis dahin ist noch viel zu tun. Es gilt, die 110 Jahre alte Betondecke zu stabilisieren, den Putz zu erneuern, Leitungen zu verlegen. Handwerker müssen mehr als ein Dutzend hohe Sprossenfenster bauen - nach dem Vorbild der 1909 im Jugendstil-Gebäude installierten Fenster. Sobald die geliefert sind, können die Glasbausteine aus der Fassade gebrochen werden. Die hatte die Stadt 1964 ins Hallenbad eingebaut. Mit einer halben Million Mark wollte man ein modernes Sportbad aus dem damals einzigen Schwimmtempel zwischen Bad Vilbel und Butzbach machen. Und scheiterte. Beim Umbau verschwanden etliche Jugendstil-Elemente. Die Granitskulptur einer Wassernymphe, die im Foyer stand, ist seit 1964 verschollen. 1980 fiel das Alte Hallenbad in einen 30-jährigen Dornröschenschlaf.

Gut drei Millionen Euro sind seit 2010 in den Umbau zu einem Kulturhaus geflossen. In den nächsten Monaten beginnt der Einbau der Bar und des großen Foyers, während nebenan im früheren Schwimmsaal Konzerte, Kabarett, Kindertheater und die Johann-Strauß-Operette aufgeführt werden. Das »Kulturtaucher«-Programmheft listet bis Dezember 27 Veranstaltungen auf.

Nach dem Umbau können ab 2020 im Foyer auch Ausstellungen und kleinere Veranstaltungen stattfinden, sagt Uli Lang. Das neue Foyer bekommt zwei Türen zum Saal und einen Zugang zur neuen Bar. Dort können die Gäste vor und nach den Veranstaltungen bei einem Getränk plaudern. Die Theke soll nach einem Vorschlag des Architekten Dirk Siebel mit Teilen eines alten Badewassertanks verkleidet werden, der im Dachstuhl des historischen Gebäudes stand.

Die jetzige Theke links vom Haupteingang des Theaters macht Platz für einen Kartenverkaufsschalter. Im neuen Foyer sollen Bodenmarkierungen und Sitzgelegenheiten in Wannenform daran erinnern, dass hier einst die nach Männern und Frauen getrennten Wannenbäder standen. Eigene Badezimmer konnten sich viele Friedberger früher nicht leisten. Im fünften Bauabschnitt sollen bis 2023 noch ein Aufzug, Seminarräume, Büros, eine große Terrasse im Obergeschoss und im Sockelgeschoss ein Café-Bistro entstehen.

Mehr über das Alte Hallenbad in Friedberg auf Facebook oder im Netz unter www.aha-friedberg.info.

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