20. Juli 2019, 18:00 Uhr

Zugemüllt

Geräumtes Bottenberg-Grundstück: Naturschützer in Sorge

Zufällig stießen Naturschützer bei ihrem Einsatz im Wochenendhausgebiet am Bottenberg auf ein geräumtes Grundstück, das sich ihrer Einschätzung nach in einem erschreckenden Zustand befindet.
20. Juli 2019, 18:00 Uhr

Eigentlich wollten die Naturschützer »nur« den Riesen-Bärenklau beseitigen, wie sie es regelmäßig auch am Bottenberg tun. In Schutzkleidung, weil die Berührung mit der Herkulesstaude in Verbindung mit Tageslicht zu schmerzhaften Quaddeln und Blasen führen kann. Tausende dieser kaukasischen Bärenkrallen haben die NABU-Mitglieder schon entfernt. Zufällig stießen die Naturschützer bei ihrem Einsatz im Wochenendhausgebiet am Bottenberg auf ein geräumtes Grundstück, das sich ihrer Einschätzung nach in einem erschreckenden Zustand befindet.

Wo bis vor wenigen Monaten ein Haus in einem dicht bewachsenen Garten mit Pool stand, muss allem Anschein nach mit schwerem Gerät gerodet und planiert worden sein. Müll und Schrott, Kunststoffe, Dämmmaterial, Schläuche, Bretter, Fensterglas, Metall, ein Rasenmäher, eine Satellitenschüssel und ein gepflasterter Gehweg lagen bei ihrer Entdeckung vor gut zwei Monaten noch offen. Die Naturschützer befürchten, dass buchstäblich »Gras über die Sache wächst«.

Tatsächlich verschwinden schon allmählich die sichtbaren Hinterlassenschaften, mal abgesehen vom Eingangsportal mit Klingelknopf, Briefkasten und kunstvollem Eisengitter. Darüber, ob zum Beispiel im eingelassenen Pool, dessen Mauer und blaue Plane noch gut sichtbar sind, weitere Müllberge schlummern, kann man nur spekulieren.

Man darf davon ausgehen, dass der Eigentümer eine Räumungsverfügung vom Wet- teraukreis erhalten hat, mit der Aufforderung, sein Haus abzureißen und das Grundstück in den ursprünglichen Zustand zurückzuversetzen (siehe Extra-Artikel). »Wir haben die Befürchtung, dass das Grundstück mitsamt den ganzen Abfällen als wilde Mülldeponie wieder zuwächst«, sind die Naturschützer in Sorge über den »Umweltfrevel« und fügen hinzu: »Es wäre fatal, wenn weitere Grundstücksräumungen in dieser Weise stattfinden würden.«

Wer ist zuständig?

Wie Kreispressesprecher Michael Elsaß im Februar der WZ sagte, seien 30 Hütten geräumt worden. Für einige Besitzer gebe es Fristverlängerungen, unter anderem aus Naturschutzgründen (Fledermäuse, Hirschkäfer u. v. m.). Ein Gericht gab inzwischen einem Hausbesitzer recht, der nicht genehmigte Bauteile zurückbaute und den genehmigten Part stehen lassen möchte - der dann laut Rechtsspruch Bestandsschutz genießen soll. Nachdem der Wetteraukreis in dieser Sache in Berufung gehen wolle, werde das Verfahren am Hessischen Verwaltungsgerichtshof in Kassel fortgeführt, hieß es damals.

Wer ist nun für die Hinterlassenschaften auf dem Grundstück verantwortlich? Darüber gibt es verschiedene Meinungen: Laut Kreispressesprecherin Petra Schnelzer ist es das grundsätzliche Ziel, dass »auf allen Grundstücken der Stand wiederhergestellt wird, der früher geherrscht hat«. Verantwortlich für den Zustand eines Grundstücks sei immer der Eigentümer, und »wenn ein Gebäude abgerissen wird, ist auch der Eigentümer dafür verantwortlich, dass die Abfälle ordnungsgemäß entsorgt werden«. Aus baurechtlicher Sicht seien die Auflagen in diesem Fall erfüllt worden, weil die Gebäude ja - so wie verfügt - abgerissen wurden. Die Überreste seien daher nicht mehr Sache des Bauamtes, sondern der Gemeinde - oder des Regierungspräsidiums, falls es sich um größere Umweltprobleme wie zum Beispiel Asbest handeln sollte. Die Gemeinde Ober-Mörlen weist indes auf die Zuständigkeit des Wetteraukreises hin. Im vorliegenden Fall habe man sich an den Kreis mit der Bitte um Prüfung gewandt, sagte Bürgermeisterin Kristina Paulenz. »Private Grundstücksbesitzer haben nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten«, unterstrich sie und will sich nun auch an die Naturschutzbehörde wenden.

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