Wetterau

Goldsteinpark: Abflug im Frühjahr?

Ja, wo fliegen sie denn, die Greifvögel? Über dem Bad Nauheimer Goldsteinpark jedenfalls nicht. Dort sollen Volieren für Falke & Co platziert werden, das B-Plan-Verfahren ist aber noch nicht beendet.
09. September 2019, 05:00 Uhr
Bernd Klühs
Seit zehn Jahren macht sich Ernst Marscheck (hier mit Falke Shiba) für den Greifvogelpark am Goldstein stark. 2020 dürfte sein Wunsch endlich in Erfüllung gehen.	(Foto: WZ-Archiv)
Seit zehn Jahren macht sich Ernst Marscheck (hier mit Falke Shiba) für den Greifvogelpark am Goldstein stark. 2020 dürfte sein Wunsch endlich in Erfüllung gehen. (Foto: WZ-Archiv)

Eine Mehrheit aus CDU und UWG hatte im März das Greifvogel-Projekt im Goldsteinpark vom Grundsatz her gutgeheißen. Gleichzeitig hatte die CDU klar gemacht: Der Park muss trotzdem weiter für größere Veranstaltungen zur Verfügung stehen, zudem soll dort ein Jugend-Treffpunkt geschaffen werden. Ob sich das Projekt des Vereins der Greifvögelfreunde um Stefan Zwätz und Ernst Marscheck mit den anderen Nutzungsarten vereinbaren lässt, soll die Verwaltung klären. Der zuständige Fachbereichsleiter Jürgen Patscha warnte damals in der Bauausschuss-Sitzung: »Ganz klar, wir sind noch nicht durch mit dem B-Plan.«

Der Bebauungsplan-Entwurf für den Goldsteinpark muss geändert werden. Ende 2017 hatte es nämlich einen Beschluss gegeben, der einer großen Skate-Anlage den Vorzug gab. Dieses attraktive Angebot für Jugendliche kam letztlich nicht zustande, weil der Lions Club Hessischer Löwe seine Sponsorensuche nach Monaten einstellte. Somit kamen die Falkner wieder ins Spiel, denen vonseiten der Rathausspitze bereits während der Landesgartenschau 2010 Hoffnungen auf die Verwirklichung ihres Greifvogel-Parks an dieser Stelle gemacht worden waren.

Kreß sieht keine Probleme

»Es gibt keine Probleme, der Greifvogel-Verein wünscht sich allerdings eine schnellere Umsetzung«, sagt Bürgermeister Klaus Kreß zum Stand der Dinge. Das wird nicht möglich sein, denn der Rathauschef will angesichts der unsicheren Mehrheiten im Parlament auf Nummer sicher gehen. Denn im Frühjahr hatten die Grünen gegen den Bebauungsplan votiert, von SPD und FDP kamen Enthaltungen. Um den B-Plan unangreifbar zu machen, wurden neue Artenschutz- und Umwelt-Gutachten in Auftrag gegeben, obwohl solche Expertisen aus der Vergangenheit für den Goldsteinpark bereits vorliegen.

Einen Haken gibt es allerdings. Um das Verfahren so zügig wie möglich abschließen zu können und die Greifvogel-Freunde nicht länger warten zu lassen, bleibt der Jugend-Treffpunkt zunächst außen vor. »Es besteht noch keine völlige Klarheit, was dieser sogenannte Freiraum genau beinhalten soll. Würden wir darauf warten, käme es zu einer weiteren Verzögerung«, erläutert der Bürgermeister. Deshalb soll in diesem Jahr der Satzungsbeschluss für den B-Plan Goldsteinpark gefasst werden, damit die Falkner Anfang 2020 ihre fünf Volieren für bis zu 16 Greifvögel aufstellen können. Wenn alle Details bezüglich des Jugend-Treffpunkts bekannt sind, soll der neue Bebauungsplan gleich wieder geändert werden. Laut Kreß wird aber bereits vor dem Satzungsbeschluss durch Gespräche mit allen beteiligten Behörden geklärt, dass ein Zusammenspiel von Greifvogelpark und »Jugend-Freiraum« auf dem Gelände genehmigungsfähig ist.

Fünf Volieren, bis zu 16 Vögel

Die Greifvögelfreunde erwarten die politischen Beschlüsse nach Aussage von Stefan Zwätz sehnlichst. »Im Park wartet ein Haufen Arbeit auf uns. Unter anderem muss die Schwarzdornhecke beschnitten werden, was nur bis März erlaubt ist.« Diese Hecke soll quasi entkernt werden. Drinnen sollen die fünf Volieren stehen, rundherum bleibt der Schwarzdorn erhalten, als natürlicher Sichtschutz. Etwa in Höhe der Toilettenanlage wird ein Eingangstor für die Anlage angebracht.

»Zwölf bis sechzehn Vögel, zum Beispiel Waldkauz, Falke, Bussard, Eule oder Milan, sollen untergebracht werden. Schulklassen und Kita-Gruppen können etwas über die heimischen Arten lernen«, sagt Zwätz. Einen Konflikt mit dem Jugend-Treffpunkt befürchtet er nicht, da genügend Abstand eingeplant sei. In Sachen Großveranstaltungen habe der Verein der Stadt bereits schriftlich zugesagt, die Tiere vorübergehend auszusiedeln.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/wetteraukreis/friedbergbadnauheim/Wetterau-Goldsteinpark-Abflug-im-Fruehjahr;art472,625464

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