28. November 2018, 11:00 Uhr

Niddatals Zukunft

Gollacker, Kloster-Kita, Bürgerhaus-Sanierung: Hertel will klare Kante zeigen

Niddatal steht vor zukunftsweisenden Entscheidungen. Zwei Bürgerinitiativen und die Opposition jedoch machen Bürgermeister Dr. Bernhard Hertel und der rot-roten Koalition das Leben schwer.
28. November 2018, 11:00 Uhr
»Es gibt immer mehr persönliche Angriffe«: Bürgermeister Dr. Bernhard Hertel vermisst zunehmend eine sachliche Diskussion in Niddatal. (Foto: Nici Merz)

Dass derzeit Stillstand in Niddatal herrscht, bestreitet Bürgermeister Dr. Bernhard Hertel nicht. Welche Gründe das hat, darüber gibt es naturgemäß unterschiedliche Auffassungen. Hertel: »Leider wird in Niddatal trotz geltender Beschlusslage nicht an einem Strang gezogen. Da wird immer weiter diskutiert und von der Seite hineingegrätscht. Das läuft in anderen Kommunen besser.« Im WZ-Gespräch kündigt der Rathauschef an, nun klare Kante zeigen zu wollen. »Damit es vorangeht.«

Etwa in Sachen Kloster-Kita: »Wir warten noch auf grünes Licht aus dem Ministerium, ob wir auf eine europaweite Ausschreibung verzichten können«, sagt Hertel. Dann würde nicht noch mehr Zeit ins Land gehen. Ansonsten gebe es nichts mehr zu diskutieren. »Die Mehrheit hat entschieden.«

Die Opposition aus CDU, Grünen und FDP aber stört sich weiter an der von SPD und Linken durchgesetzten Beschlusslage, die städtische Kita auf das Klostergelände zu bauen. Die CDU hatte daher für die jüngste Sitzung einen Prüfantrag eingebracht. Warum nicht Kita und Feuerwehrgerätehaus kombiniert bauen? Hertel: »Man stelle sich die Situation vor: Es kommt zum Einsatz und die Eltern-Taxis blockieren die Feuerwehrfahrzeuge.« Der Klostergarten sei der bessere Standort – pädagogisch sinnvoll und schnell umzusetzen.

Da wird immer weiter diskutiert und von der Seite hineingegrätscht

Bürgermeister Dr. Bernhard Hertel

Über die Idee, den derzeitigen Hartplatz für ein neues Gerätehaus zu nutzen (der nötige Umbau des alten wäre wohl genauso teuer) und den Fußballern dafür einen Kunstrasen zu spendieren, hätte er gerne im Ausschuss besprochen, sagt Hertel. SPD und Linke aber lehnten den Prüfauftrag ab. Die Überlegung werde bei der Standortsuche für ein Gerätehaus aber eine Rolle spielen, ist sich der Bürgermeister sicher.

Über den CDU-Vorschlag, Bürgerhaus und Gerätehaus zu kombinieren, will Hertel dagegen erst gar nicht nachdenken. Auch hier erinnert er an die geltende Beschlusslage: Die Stadt saniert das Bürgerhaus. Die (europaweite) Ausschreibung soll bald erfolgen. Der Bürgermeister ist optimistisch, hier deutlich unter den prognostizierten Kosten von 3,2 Millionen Euro zu liegen.

Generell vermisse er die sachliche Diskussion in Niddatal, sagt Hertel. An dieser Entwicklung hätten auch die beiden Bürgerinitiativen – »Gegen den Klostergarten« und »Gollacker« – ihren Anteil. »Da wird die Stadt ohne Grundlage beim Bund der Steuerzahler angeschwärzt. Aber wir werden nicht im nächsten Schwarzbuch stehen.« Dass es immer mehr persönliche Angriffe gebe, betrübe ihn, sagt Hertel. Dabei habe er immer wieder das Gespräch gesucht. »Aber statt mit mir zu reden und Fragen zu stellen, wird sich immer nur beschwert.«

Ähnlich sei das beim Gollacker: Das Baugebiet zwischen Assenheim und Bruchenbrücken könne wirtschaftlich vermarktet werden. Das habe die Machbarkeitsstudie der Hessischen Baulandoffensive eindeutig gezeigt, betont Hertel. Die Ergebnisse, die in der jüngsten Ausschusssitzung präsentiert wurden, sind mittlerweile auf der städtischen Homepage zu finden. Die komplette Studie wird aber nicht veröffentlicht – das könnte sich laut Hertel negativ auf die Preisverhandlungen auswirken. Gleichwohl ist er überzeugt, dass man Teile des Baulands deutlich über dem Marktpreis verkaufen könnte. Schon in Ilbenstadt habe die Stadt für 305 Euro pro Quadratmeter verkauft.

 

Kita-Erweiterung geplant

 

Hertel rechnet zwar mit erheblichem Widerstand der Gollacker-Bürgerinitiative, will davor aber nicht zurückschrecken. Die von der Opposition und auch in Leserbriefen geäußerten Vorwürfe seien oft unsachlich. So werde in der Studie keineswegs mit Zahlen von 2011 gearbeitet; alle Daten aus den damaligen Gutachten seien auf das aktuelle Jahr hochgerechnet worden.

Auch die Befürchtung, Assenheimer Eltern müssten ihre Kinder nach Ilbenstadt oder Kaichen fahren, weil es bald an Kita-Plätzen fehlt, weist Hertel zurück. »Die Pläne für die Erweiterung der städtischen Kita in Assenheim liegen bereits in der Schublade; die 1,6 Millionen Euro Baukosten sind in den Haushalt eingestellt.«

 

Am heutigen Mittwoch will der Magistrat die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie und das weitere Vorgehen besprechen. Gut möglich, dass der Gollacker bei der letzten Parlamentssitzung 2018 am 19. Dezember auf der Tagesordnung stehen wird.

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