14. Oktober 2019, 20:11 Uhr

»Horrorszenarien«

Grüne und Bio-Landwirte kritisieren Aktionen gegen das »Agrarpaket«

Mit grünen Kreuzen, Plakaten und weiteren Aktionen protestieren die Wetterauer Landwirte gegen das »Agrarpaket« der Bundesregierung. Die Grünen sehen darin eine Dramatisierung des Sachverhalts.
14. Oktober 2019, 20:11 Uhr
An mehreren Straßen der Region stehen grüne (oder schwarze) Kreuze auf den Äckern, mit denen die Landwirte gegen das »Agrarpaket« der Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner protestieren. Die Wetterauer Grünen finden das unangebracht. (Archivfoto)

Es würden »Horrorszenarien kreiert, um die Aufmerksamkeit der weniger gut Informierten und den Zuspruch der eigenen Leute zu gewinnen«, heißt es in einer Pressemitteilung.

Darin erwähnt der Grünen-Kreistagsabgeordnete Thomas Zebunke zwei Wetterauer Bauern, die die Kritik des Regionalbauernverbands Wetterau/Frankfurt ebenfalls überzogen fänden. »Mit einer solchen Aktion tut der Bauernverband seinen Mitgliedern keinen Gefallen und redet an der Realität und den Bedürfnissen der Verbraucherinnen und Verbraucher, aber auch vieler Bäuerinnen und Bauern vorbei«, wird Helmut Keller zitiert, der für Bioland auf der Domäne Konradsdorf bei Ortenberg produziert. Die »Weltuntergangsstimmung«, die angesichts des möglichen Verbots von Pflanzenschutzmitteln in bestimmten Schutzgebieten verbreitet werde, sei nicht zielführend und zeuge nicht von unternehmerischen Denken. Dadurch werde kein Betrieb sterben. Es gebe vielmehr mehrere Landwirte, die die Regelungen zum Natur- und Gewässerschutz entspannter sehen - nicht nur aus Grünland- und Biobetrieben. Kellers Ansicht nach müssten die Landwirte besser kommunizieren, was sie zum Insektenschutz beitragen.

Stimmung werde schlecht gemacht

Der Bauernverband spricht von »Zwangsökologisierung‹« und dass der Markt für Ökolebensmittel gesättigt sei. Naturland-Bauer Christoph Förster aus Büdingen Eckartshausen sieht das anders: »Durch das Weglassen von ein paar Spritzmitteln entsteht noch kein Ökoprodukt. Stattdessen gibt es eine große und weiter wachsende Nachfrage nach Ökoprodukten, also solchen, die nach den gesetzlichen Grundlagen für Ökolandbau und am besten nach den Verbandsrichtlinien kontrolliert und anerkannt wurden.« Anstatt mehr Betriebe für diesen Markt zu entwickeln, werde die Stimmung selbst für die erfolgreiche Ökoproduktion schlecht gemacht, befindet er.

Wie Grünen-Politiker Thomas Zebunke sagt, brauche es Veränderungen in der Landwirtschaft, auch in der Wetterau. Die Vorschläge der Bundesregierung gingen zum Teil nicht weit genug. Sie seien zum Teil auch schlecht gemacht. Die Ministerien und Fachleute der Länder seien nicht ausreichend beteiligt worden. »Dennoch lehne ich die Dramatisierung durch Teile des Bauernverbandes und vor allem den unverhältnismäßigen Gebrauch christlicher Symbole in diesem Zusammenhang ab«, schreibt Zebunke.

Die Wetterau habe den Biotrend lange verschlafen. Der Kreis sei zwar mittlerweile Modellregion für Biolandbau. Es werde aber weiter zu wenig für die Förderung getan, finden die Grünen. CDU und SPD hatten den Antrag für eine weiteren Beratungsstelle in der Kreis-Verwaltung abgelehnt.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Aktionen
  • Bauernverbände
  • Bio-Bauern
  • CDU
  • Christoph Förster
  • Der Kreis GmbH & Co KG
  • Horrorszenarien
  • Landwirte und Bauern
  • SPD
  • Wetteraukreis
  • Redaktion
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 10 - 2: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.