30. September 2019, 20:41 Uhr

Hase, Reh und Kaninchen auf der Spur

30. September 2019, 20:41 Uhr
Ruth Müller (vorne 2. v. l.) führt die Gruppe auf dem gemütlichen Rundgang rund um den Dorheimer Wingert. (Foto: pm)

Etwa 30 Teilnehmer haben sich zum Herbst-Spaziergang des NABU Friedberg zum Dorheimer Wingert getroffen. Ruth Müller begrüßte als Referentin die Jagdpächterin des Dorheimer Reviers, Katrin Schäfer. Mit dabei waren Michel Lauer und Klaus Heinold, die sie bei den vielfältigen Aufgaben der Hege und Pflege unterstützen. Im Revier ist Niederwild wie Reh, Feldhase, Kaninchen, aber auch Fasan und Rebhuhn heimisch. Letzteren geht es, wie vielen anderen Tieren der Offenlandschaft auch, allerdings schlecht. Denn es fehlen in vielen Bereichen »verwilderte« Grundstücke, die ausreichend Deckung bieten. Gerade diese liefern den Tieren auch Nahrung. Zum Verlust des Lebensraums kommen als Bedrohung des Niederwilds neben heimischen Beutegreifern wie Fuchs, Marder und Greifvögel auch nicht heimische Arten wie die Waschbären hinzu. »So possierlich diese auch aussehen, es sind und bleiben Tiere, die bei uns keine natürlichen Feinde haben und sowohl in der Tierwelt, als auch in den Siedlungen erhebliche Schäden anrichten«, schreibt der NABU in einer Pressemitteilung. »Wer einmal einen Waschbären auf dem Dachboden hatte, der weiß, wovon ich spreche«, sagte Schäfer.

Sorge um Obstbäume

Kurz darauf wurden am Wegesrand die Reste eines Fasanenhahns gefunden, der von einem Greifvogel erlegt worden war. Dies zeigte schon die Gefahren, denen Niederwild durch heimische Beutegreifer ausgesetzt sind. »Zum Glück funktioniert die Zusammenarbeit im Dorheimer Revier zwischen Jägern und Naturschutz sehr gut, und es gibt ausreichend wilde Ecken, die als Versteck und Nahrungsquelle dienen und so die Populationen erhalten können«, erläuterte Schäfer. Besonders günstig sei die Beweidung mit Schafen, die die Vegetation auslichte und so auf den Wiesen ausreichend wilde Kräuter als Äsung für Rehe entstehen lasse.

Ruth Müller wies auf einige grundlegende Probleme bei der Pflege der Obstbaumgrundstücke hin. So würden durch die Trockenheit viele Obstbäume massive Schäden aufweisen, und der Erhaltungszustand vieler Bäume sei schlecht. Ein weiteres Problem stelle die falsche Bearbeitung der Wiesen wie das Mulchen der vor wenigen Jahren angelegten Ausgleichsflächen dar. Dies führe zu einer Zerstörung der biologischen Vielfalt. »Auch wir Menschen zerstören nach wie vor unsere Umwelt«, sagte Müller. »So werden selbst in Schutzzeiten Wildtiere zum Beispiel durch Befahren der Wiesen mit Quads oder Motocross-Maschinen gestört.«

Zum Abschluss des Rundgangs gab es Kaffee, Kuchen und Apfelsaft vom Dorheimer Wingert. Informationen zu den Aktivitäten des NABU Friedberg gibt es im Internet unter www.NABU-Friedberg.de.

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