09. Juli 2019, 20:56 Uhr

Helfer für Kartierung gesucht

09. Juli 2019, 20:56 Uhr
Hamsterbauten sind auf abgeernteten Feldern recht gut zu sehen - und mit ganz viel Glück auch ein Hamster. (Foto: Manfred Sattler/AGF)

Wer sich für Wetterauer Feldhamster engagieren möchte, kann diesen Sommer im Bereich Wölfersheim-Melbach, Reichelsheim und Friedberg-Dorheim mithelfen. Dort sind Naturschützer vom Projekt Feldhamsterland im Juli und August unterwegs, um die bedrohten Nager aufzuspüren. Genauer gesagt, suchen sie die Baue von Feldhamstern in abgeernteten Getreidefeldern. Um die Äcker an drei Terminen abzulaufen, werden Freiwillige gesucht. Mitmachen kann jeder, der gerne draußen und gut zu Fuß ist. Die Daten sollen helfen, die letzten hessischen Bestände besser einzuschätzen und zu schützen.

Wenige Bauten im Frühjahr

Bereits im Frühjahr dieses Jahres hatte ein Team um Hessens einzige hauptamtliche Hamsterschützerin, Melanie Albert, das Areal in der Wetterau nach Hamsterbauten abgesucht. Rund 30 Hektar sind die Regionalkoordinatorin für Hessen und ihr Team im April abgelaufen. Bei regnerischem Wetter und dichter Vegetation sind sie dabei auf nur fünf Bauten gestoßen (entspricht etwa 0,17 Bauen pro Hektar). Eine mittlere bis schlechte Bilanz - auch im Vergleich zum Vorjahr. Im Sommer 2018 waren auf rund 100 Hektar noch rund 30 Bauten gefunden worden (entspricht 0,3 Bauen pro Hektar).

»Die Weizenernte im Sommer 2018 war besonders früh und ein großes Problem für die Feldhamster«, sagt Albert. »In der ausgeräumten Feldlandschaft nach der Ernte werden sie häufig erbeutet, während sie Nahrung für ihren Wintervorrat suchen. So erging es letztes Jahr sicher auch vielen Hamstern in der Wetterau.« Im abgeernteten Stoppelacker sind die Baue auch besser zu sehen als in dicht bewachsenen Feldern im Frühjahr. Ob die Hamster noch jetzt von der frühen Ernte im letzten Jahr betroffen sind, wird sich bald zeigen. Albert: »Wir müssen abwarten, was die Sommerkartierung bringt.«

Die Bauten der Feldhamster liegen in Getreidefeldern und sind als sechs bis acht Zentimeter große Löcher im Boden zu erkennen. Darunter verbergen sich bis zu zwei Meter tiefe Röhren, in denen sie zwischen Ende Mai und Anfang August ihre Jungen aufziehen. Albert und ihr Team vermessen die Bauten und zeichnen sie auf einer Karte ein. Im Sommer wird sich auch zeigen, wie wirksam Schutzzonen sind, die Landwirte eingerichtet haben. In diesen Bereichen ist das Getreide noch nicht geerntet, sondern bleibt noch bis Oktober stehen, um den Nagern ein Versteck vor Raubvögeln und Co. sowie Nahrung zu bieten.

Die Hamsterschutzzonen in Wölfersheim waren im letzten Jahr sehr erfolgreich, berichtet Albert. Im Sommer wurden sie auf einer Fläche eingerichtet, auf der zuvor fünf Bauten gefunden worden waren. Dort haben die Hamster überlebt, wie die Naturschützer in diesem Frühjahr feststellten. »Im Gebiet sind leider noch zu wenige Schutzzonen vorhanden«, sagt Albert. »Wir hoffen in den kommenden Jahren mehr Landwirte für den Feldhamsterschutz zu gewinnen.«

Die Wetterau ist nach Einschätzung der Biologin einer der besten Lebensräume für Feldhamster in Hessen. In großen Teilen von Butzbach über Rockenberg bis Bad Nauheim sowie um Wölfersheim gibt es die Nager; über 7000 Hektar Feldhamsterland. Die Bestände werden jedes Jahr in Teilen der Gebiete stichprobenartig erfasst - jeweils im Frühjahr und im Sommer. Neben der Wetterau werden auch Felder um Pohlheim, Langgöns, Frankfurt und im Main-Kinzig-Kreis kartiert. Für ganz Hessen schätzt Albert den Feldhamsterbestand auf eine vierstellige Zahl. Gefährdet ist der Nager durch intensive Landwirtschaft, Verkehr und Fressfeinde.

An folgenden Terminen sind Hamsterkartierungen zwischen Wölfersheim, Reichelsheim und Friedberg-Dorheim geplant: Sa., 20. Juli, 8 - 11 Uhr; Mo., 22. Juli, 18 - 21 Uhr und Di., 6. August, 8 - 11 Uhr. Nähere Infos zum Ablauf und Treffpunkt unter: melanie.albert@feldhamster.de.

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