11. Juni 2019, 21:03 Uhr

Hingucker hoch über der Kaiserstraße

11. Juni 2019, 21:03 Uhr
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Aus der Redaktion
Auch auf der Dachterrasse des Bettenhauses Decher können Besucher am Samstag vorbeischauen. (Foto: pm)

Die Idee kommt aus der Schweiz. Unter dem Titel »Roof top« öffnen Privatleute, Wohngemeinschaften, Organisationen, Restaurationsbetriebe und andere Firmen während eines Tages oder weniger Stunden ihre Dachterrasse für die Öffentlichkeit. Was in der Schweiz funktioniert, sollte doch auch in Friedberg funktionieren, dachten sich die Verantwortlichen im Friedberger Kulturservice. Gesagt, getan - und nun fällt am Samstag, 15. Juni, gemeinsam mit fünf Geschäftsleuten auf der Kaiserstraße der Startschuss zum ersten »Friedberger Roof top«. Roof top bedeutet Dachspitze.

Sie sind oft nicht einsehbar, die Dachterrassen, die durch die ungewöhnliche Bauweise der mittelalterlichen Häuser der Kaiserstraße über die Jahre entstanden sind. Immer wieder wurden die schmalen Häuser nach hinten heraus erweitert. Dadurch entstanden teilweise sehr verschachtelte Gebäudekomplexe, die gleichzeitig auch Raum schufen für kleine grüne Oasen.

Aktion soll ausgebaut werden

Ihr gefalle die Idee, dass Friedberg etwas abhebe, sagt Sigrid Bartsch vom Kulturservice und schmunzelt. Offene Gärten seien nun mal auf der Kaiserstraße nicht zu besichtigen. »Wir möchten die Aktion Stück für Stück ausbauen«, kündigt Bartsch an. Man hoffe, mit der Zeit immer mehr Dachterrassenbesitzer dafür zu gewinnen, einmal im Jahr für die Öffentlichkeit zu öffnen.

Jetzt also der Probelauf. Am Samstag, 15. Juni, kann man zwischen 10 und 13 Uhr vier Dachterrassen auf der linken Seite der Kaiserstraße und eine auf der rechten Seite besichtigen - von der Burg aus gesehen. Den Anfang macht König plus, der seit seinem aufwendigen Umbau im Jahre 2009 zwar sein Haus um ein Stockwerk gekürzt hat, aber dafür jetzt eine schöne Dachterrasse für seine Mitarbeiter zur Verfügung stellen kann. Auch bei der zweiten Dachterrasse im Bettenhaus Decher hat erst eine Renovierung aus einem kleinen dunklen Hof eine wunderschöne Dachterrasse entstehen lassen. Normalerweise wird diese ausschließlich privat von der Familie Decher genutzt, aber am 15. Juni darf man durch die Bettenabteilung direkt auf die Terrasse.

Auch im Haus Juwelier Burck wurde die Terrasse bisher ausschließlich privat genutzt. Das änderte sich in diesem Jahr. Das ganze Haus wurde komplett umgebaut, ein völlig neues Ladenkonzept umgesetzt, und auch die Terrasse bekam ein neues Lifting. Beim Besuch der Terrasse hat man dann auch die Möglichkeit, die neuen Räume, wie zum Beispiel den kleinen Salon, zu sehen.

Die Dachterrasse der Buchhandlung Bindernagel gibt es schon länger; allerdings liegt der Eingang etwas versteckt für die Kunden, und Friederike Herrmann hofft, mit dieser Aktion in Zukunft viel mehr Menschen auf ihre Terrasse zu locken.

Für die fünfte Dachterrasse muss man die Straßenseite wechseln und Brillen Schick aufs Dach steigen. Das geht jedoch nur, weil die Mieterin damit einverstanden ist und Dirk Engisch seine Treppe aufräumt.



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