01. Oktober 2018, 20:47 Uhr

Hobbywinzer auf Bildungsfahrt

01. Oktober 2018, 20:47 Uhr
Die Mitglieder haben sich über die verschiedenen Rebsorten mit ihren Besonderheiten informiert. (Foto: pv)

Wer hätte gedacht, dass bei Abfahrt in Bad Nauheim mit viel Regen uns ein regenfreier und sonniger Tag in Rheinhessen erwartet? Für die Hobbywinzer und -winzerinnen von Bad Nauheim sollte dieser Tag zur Weiterbildung im Weinan- und -ausbau dienen. Hier bot sich der hübsche Weinbauort Nierstein an, zumal hier vor Kurzem eine große Flurbereinigung stattgefunden hat und bei der Neuanpflanzung der Reben die neuesten Erkenntnisse im Weinanbau angewendet wurden. Großes Interesse fand hier der Weinanbau mit Hochstammreben verschiedener Sorten.

Zunächst jedoch ging es nach Oppenheim, wo ein ausgiebiges Frühstück auf die Weinfreunde wartete. Von Oppenheim ging es dann nach Nierstein, wo bereits die Winzerfamilie Manfred Weber die Gruppe herzlich erwartete. Verteilt wurde die Reisegruppe dann auf drei Traktoren mit Planwagen, die zielorientiert durch die Weinberge gezogen wurden.

Extreme Steillage

Während der Fahrt wurde umfangreich über die verschiedenen Rebsorten mit ihren Besonderheiten informiert. Auf den Zusammenhang zwischen Bodenbeschaffenheit und dem besonderen Charakter eines Weines wurde hingewiesen. Beeindruckend waren auch die teilweise extremen Steillagen, die hier von den Winzern zu bearbeiten sind, was meistens nur in mühsamer Handarbeit geschehen kann. Allerdings werden die Winzer bei ihrer Arbeit mit dem herrlichen Blick über das Rheintal bis hin nach Frankfurt und abwärts zum Odenwald belohnt, den auch wir genießen konnten.

Nach einer kurzen Rast mit Weck, Wurscht und Wein ging es dann in das großflächig neu geschaffene Areal auf dem Plateau. Hier wurde bei der Flurbereinigung Wert darauf gelegt, dass möglichst alle Arbeiten mit Maschinen erledigt werden können.

Beeindruckend waren einige Parzellen, in denen die Rotweinsorte Dornfelder in voller Pracht mit riesigen Traubenständen vorgefunden wurden. Natürlich konnten wir nicht ohne eine Kostprobe die Lehrfahrt fortsetzen. Spannend war, wie unsere Hobbywinzerinnen und -winzer versuchten, die Öchslegrade aufgrund des Geschmacks festzustellen. War zum Beispiel Dornfelder noch vor einigen Jahren eine reine Färbertraube, so wird heute wegen der Kunst der Winzer hieraus ein wunderbar süffiger Rotwein hergestellt.

Nach den ausführlichen Exkursionen ging es dann in den kleinen Winzerbetrieb Weber, wo ein deftiges und umfangreiches Abendessen in Form von Grillspezialitäten auf dem Holzkohlengrill wartete. Hier war dann der feine Unterschied zwischen Holzkohle und Grillen auf alten Rebwurzeln zu schmecken.

Das angesagte schlechte Wetter hat kurz vor der Heimfahrt mit heftigen Sturmböen auch die Weinfreunde aus Bad Nauheim erreicht, wobei wegen vieler umgestürzter Bäume ein großer Umweg in Kauf genommen werden musste.

Das Fazit dieser Bildungsreise war eindeutig: Die Reise war sehr lehrreich, und es wurde der Wunsch laut, dieses öfters auch in anderen Weinanbaugebieten zu wiederholen.

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