11. März 2019, 20:38 Uhr

Hoffen auf stationäres Hospiz

11. März 2019, 20:38 Uhr
Erste Kreisbeigeordnete Stephanie Becker-Bösch mit Gisela Theis (l.) und Hans-Peter Schäfer von der Hospizhilfe im gemeindenahen Hospizzimmer. (Foto: prw)

Ehrenamtliche Hospizarbeit bedeutet schwerstkranke, sterbende Menschen zu pflegen und zu betreuen sowie deren Familienangehörige zu unterstützen. Die Hospizdienste im Wetteraukreis gehen bei der ambulanten Betreuung auf viele Facetten der Hospizarbeit ein. Davon konnte sich Erste Kreisbeigeordnete und Sozialdezernentin Stephanie Becker-Bösch nun beim Besuch der Hospizhilfe Wetterau in Friedberg ein Bild machen.

Hospizhilfe-Vorsitzende Gisela Theis stellte ihr den Verein vor, der vor 20 Jahren gegründet wurde und heute 150 Mitglieder und 40 ausgebildete aktive ehrenamtliche Hospizmitarbeiter hat. Zwei Koordinatorinnen sind hauptberuflich im Verein tätig. Theis: »Wir haben hier in der Fichtenstraße ein schönes Haus für unsere Arbeit gefunden und können auch einen gemeindenahen Hospizplatz anbieten.«

Die Begleitung sterbender Menschen hat laut Becker-Bösch einen besonderen Anspruch an die ehrenamtlich Tätigen. Sie alle hätten eine qualifizierte Schulung durchlaufen. Der Kurs erstreckt sich über ein Jahr und dauert insgesamt rund 120 Stunden.

Es gebe viele unterschiedliche Begrifflichkeiten, die immer mit dem Hospiz verbunden würden. »Die Unterschiede sind jedoch klar, wenn man sich die drei Hilfeformen einmal genauer ansieht.« So gebe es die palliativmedizinische Versorgung durch Ärzte und Pflegekräfte der Palliativstationen an Krankenhäusern, als ambulante Versorgung durch sogenannte SAPV-Teams sowie die ehrenamtlichen ambulanten Hospizdienste wie die Hospizhilfe Wetterau. »Und dann noch das stationäre Hospiz für Menschen, die in ihren letzten Lebensmonaten rundum versorgt und betreut werden wollen außerhalb ihrer Wohnung«, sagte Becker-Bösch. Ein solches fehle noch im Wetteraukreis, könnte aber bald an der Johanneskirche in Bad Nauheim entstehen. »Seit Beginn meiner Amtszeit werbe ich für ein stationäres Hospiz in der Wetterau und kann heute feststellen, dass wir diesem Ziel in den letzten Monaten ein großes Stück näher gekommen sind«, konstatiert die Sozialdezernentin. Ein Betreiber stehe in den Startlöchern, eine Immobilie scheine gefunden und am Freitag (15 Uhr im Kreishaus in Freidberg) solle ein Förderverein gegründet werden, der das Vorhaben unterstützt. Denn für einen Hospiz-Neubau stehen laut Becker-Bösch keine öffentlichen Fördermittel zur Verfügung. Auch der Betrieb einer solchen Einrichtung dürfte nicht kostendeckend möglich sein. Der gemeinnützige Förderverein werde daher Spenden sammeln, um bereits vor der Eröffnung des Hospizes den finanziellen Grundstein für die Absicherung der Deckungslücke zu legen.

Ziel: Hospiz-Gedanken verankern

Gezielte Öffentlichkeitsarbeit könne dazu beitragen, die Hospizangebote vor Ort noch bekannter zu machen und die Bedeutung für die Region im Sinne einer gesamtgesellschaftlichen Aufgabe und Verantwortung hervorzuheben, hofft die Dezernentin. Auch hierbei werde der zu gründende Förderverein federführend tätig sein.

»Nur durch bürgerschaftliches Engagement können wir ein Hospiz in der Wetterau betreiben. Jetzt und in Zukunft wird das Hospiz auf ehrenamtliche Mitarbeit und finanzielle Unterstützung angewiesen sein«, betonte Becker-Bösch. Die Zusammenarbeit der ehrenamtlichen Hospizvereine mit dem Förderverein – und womöglich bald auch mit dem stationären Hospiz – werde den Hospiz-Gedanken fest in der Wetterau verankern, ist sich Becker-Bösch sicher. »Palliativmedizin, ambulante Hospizhilfen und das stationäre Hospiz werden dabei gemeinsam Hand in Hand arbeiten.«

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