22. April 2018, 18:00 Uhr

"Hotel Herzklopfen"

Hotel Herzklopfen: So tickt Kandidat Siggi aus Florstadt

Siggi aus Florstadt sucht im »Hotel Herzklopfen« eine neue Bekanntschaft. Der 66-Jährige hat die WZ empfangen und Details zum Dreh der Senioren-Kuppelshow verraten.
22. April 2018, 18:00 Uhr
Pure Lebensfreude: Damit will Siggi Ehlert im »Hotel Herzklopfen« die Frauen von sich überzeugen. (Foto: Nici Merz)

Siggi Ehlert aus Florstadt liebt sein Leben. Und das Leben liebt ihn eigentlich auch. Bis auf die Sache mit der Liebe. Deswegen stutzte der 66-Jährige, als er in der TV-Werbung während seiner Lieblingssendung plötzlich etwas mit Ü 60 und Herzklopfen hörte: »Normalerweise stehe ich bei der Werbung auf und mache irgendwas anderes«, sagt Ehlert, der in dieser einen Werbepause an einem Montagabend aber etwas aufschnappte. Was er zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste: Es ging um eine Dating-Show für Senioren – »Hotel Herzklopfen«.

 

Per Skype überzeugt

Am nächsten Tag durchforstete er mit den wenigen Stichwörtern, an die er sich erinnerte, das Internet und fand schließlich eine Telefonnummer der Castingfirma. Nach einigen Anrufen in München klingelte schließlich das Telefon in Florstadt. »Die haben mich gefragt, ob ich Skype auf dem Handy habe. Hab ich nicht«, sagt der siebenfache Großvater, setzt ein schelmisches Grinsen auf und kramt aus der Schublade ein Tastentelefon hervor, dessen Funktionen über SMS schreiben nicht hinausgehen. Doch Ehlert wusste sich zu helfen und installierte den Videochat auf seinem Tablet. Drei Wochen vor dem Ende der Bewerbungsfrist überzeugte der Florstädter die Macher der Sendung, im September ging es los.
 

+++ Hotel Herzklopfen: So hat Moderator Lutz van der Horst die Senioren-Kuppelshow erlebt +++


Perfektes Timing

»Abenteuerurlaub in der Schweiz, und das auch noch bezahlt – besser geht es nicht«, sagt Ehlert. Außerdem sei das Timing perfekt gewesen, schließlich habe er aktuell wieder zu tun, erzählt er vielsagend, und schiebt die Auflösung direkt hinterher. »Ich studiere in Frankfurt in einer Spezialabteilung Psychologie und Philosophie und hatte Semesterferien«, sagt Ehlert, der schon studierter Sozial- und Heilpädagoge ist. Wenn er gefragt wird, warum er viermal wöchentlich den Weg mit Bus und Bahn an die Uni auf sich nimmt, antwortet er: »Wo sonst laufen morgens um halb zehn so viele schöne Frauen rum?«

 

Blamagen machen mir nichts aus

Siggi

In der Schweiz musste er auf die Frauen erst mal warten. Die Parteien residierten zunächst getrennt in verschiedenen Hotels, damit sich Männlein und Weiblein auf keinen Fall zu früh über den Weg laufen – wie früher in der Jugendherberge, man weiß ja nie. Dass die Benimmregeln in der Schweiz nicht immer vollumfänglich eingehalten wurden, lässt Ehlert hin und wieder durchblicken.

 

Selbstdarsteller aus eigenem Antrieb

Zunächst aber begann seine Show. Bei der Vorstellungsrunde im Männerhotel rief er Moderator Lutz Van der Horst zu: »Merk dir mein Gesicht, mich wirst du noch kennenlernen.« Dafür habe er dann auch gesorgt, sagt Ehlert. Er spielt mit seiner offenen Art, weiß sich in den Mittelpunkt zu rücken und bezeichnet sich unverblümt als Selbstdarsteller. »Der typische Alte bin ich nicht, ich bin eher ein Filou und kindlich geblieben. Alles offen, alles laut, Blamagen machen mir nichts aus. Solange ich keine Grenzen aufziehe, kann mich keiner verletzen«, sagt der Fan von Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt. Dass seine Art bei den anderen Kandidaten nicht immer gut ankam, ist ihm egal. »Wer das ernst nimmt, ist selber schuld«, sagt Ehlert.

 

Ich wollte wissen, was von mir noch übrig ist

Siggi

Ehlert hat zwei Ehen hinter sich. Mit seiner ersten Frau war er acht Jahre verheiratet, anschließend zog er die beiden gemeinsamen Töchter drei Jahre alleine auf. Auf einer Ferienfreizeit seiner Kinder traf er seine spätere zweite Ehefrau, mit der er einen gemeinsamen Sohn hat, sie brachte einen Jungen mit in die Ehe. Mit seiner zweiten inzwischen Ex-Frau habe er sich auseinandergelebt, sie sei aber heute seine beste Freundin. »Ich wollte wissen, was von mir noch übrig geblieben ist«, sagt Ehlert. Das war vor vier Jahren.

 

Party bis 3 Uhr

Am Drehort zeigte sich, dass noch einiges übrig ist. Als er erzählt, wie er am Abend vor der Abreise durch Zufall in die Party des Produktionsteams platzte, bis morgens 3 Uhr feierte und kurz nach 7 Uhr abfahrbereit in der Hotellobby stand, als hätte er nur Apfelsaft getrunken, schwingt die Lebensfreude in seiner Stimme mit. »Was soll’s?«, fragt der 66-Jährige. »Ich pfeife, singe und tanze durch das Leben.« Als neulich »Havanna« im Radio lief, habe es nur wenige Takte gebraucht, um ihn in Bewegung zu bringen, erzählt er.

 

+++ Hier gibt es die Vorschau-Videos vom "Hotel Herzklopfen" +++

 

Ob er nach der Kuppelshow noch alleine pfeift, tanzt und singt, verrät er natürlich nicht. Gefunkt habe es in der Schweiz auf jeden Fall, sagt Ehlert. Ob er damit sich meint, lässt er offen. Der Abenteuerurlaub habe sich für ihn aber gelohnt: »Ich würde es jederzeit wieder machen.«

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