02. Mai 2019, 12:38 Uhr

Verfolgungsjagd

Hubschrauber über Altenstadt – Verfolgungsjagd endet in der Wetterau

Nachdem sein Auto geklaut wurde lieferte sich ein Mann heute Nacht eine wilde Verfolgungsjagd mit den Dieben. Sie endet mit einem Knall und einem Großaufgebot der Polizei in Altenstadt.
02. Mai 2019, 12:38 Uhr

Von Eva Diehl , 1 Kommentar
Seinen 120 000 Euro teuren Geländewagen will ein BMW-Besitzer sich nicht klauen lassen. Er verfolgt die Diebe mit seinem Zweitauto durch die Wetterau. (Foto: Sebastian Gollnow (dpa))

Damit hatten die Autodiebe wohl nicht gerechnet: Als sie sich in der Nacht zum Donnerstag an einem 120 000 Euro teuren Geländewagen zu schaffen machten und den kernigen Motor starteten, sah es zunächst nach fetter Beute für die beiden Männer aus. Doch das Röhren weckte den 39-jährigen Besitzer des Wagens, der unweit in seinem Bett hochschreckte. Er war offenbar nicht bereit, den Dieben das 630-PS-starken BMW zu überlassen, sprang aus den Feder und nahm mit seinem Zweitwagen, ebenfalls einem BMW, die Verfolgung auf. Von seinem Wohnort, Erlensee im Main-Kinzig-Kreis, fuhr er den Männern bis nach Altenstadt hinterher, wo die Verfolgungsjagd spektakulär und mit großem Polizeiaufgebot endete. Die Autodiebe sind allerdings noch nicht gefasst.

  
Verfolgungsjagd endet in Altenstadt: Bestohlener ohne Handy hinter Dieben her

Vor wenigen Minuten sei das Auto ihres Partners gestohlen worden und er habe die Verfolgung aufgenommen, sagte die Partnerin des 39-Jährigen, als sie gegen 2.50 Uhr bei der Polizei in Offenbach anrief. Allerdings habe er sein Handy nicht dabei und sie wisse nicht, wo er jetzt sei. Das sei tatsächlich ein Problem gewesen, da die Polizei ihn so nicht habe finden können, erklärte Polizeisprecher Rudi Neu vom Polizeipräsidium Südosthessen. Wie sich später herausstellte, verfolgte der Autobesitzer die Diebe von Erlensee auf die Autobahn 45 in Richtung Gießen. Bei Altenstadt wechselten sie auf die Bundesstraße 521, rammten dort die Leitplanke und flüchteten zu Fuß in die Nacht.

Der 39-Jährige verließ ebenfalls seinen Wagen, hielt einen Autofahrer an, der glücklicherweise bei Nacht dort unterwegs war. Knapp 30 Minuten nach dem Start der Verfolgungsjagd meldete er sich so bei der Polizei, um nun auch seinen Standort durchzugeben. Die schickte daraufhin zehn Polizeistreifen los nach Altenstadt, davon drei direkt aus dem Wetteraukreis, sowie einen Hubschrauber mit Wärmebildkamera und Suchscheinwerfer aus Egelsbach. Aber es war zu spät.

 

Verfolgungsjagd endet in Altenstadt: Zehn Streifenwagen plus Hubschrauber


Die Autodiebe sind nach wie vor flüchtig, wie Polizeisprecher Neu am Donnerstagmorgen mitteilte. Eine Fahndung mache aber derzeit wenig Sinn. Grund dafür ist, dass eine ausreichend detaillierte Beschreibung der Täter fehlt. Es soll sich jedenfalls um zwei Männer handeln, von denen einer etwa 1,90 Meter groß ist und während der Tat einen dunklen Kapuzenpullover trug. Das Auto werde aber derzeit nach Spuren wie Fingerabdrücken durchsucht.

Eine spektakuläre Geschichte, aber reagierte der Autobesitzer richtig? »Zivilcourage ist gut, aber man darf sich selbst nicht in Gefahr bringen«, sagt Polizeisprecher Neu. Hätte der Mann sein Handy dabei gehabt und der Polizei in sicherem Abstand den Standort durchgegeben, wäre das besser gewesen. »Wir raten von einer solchen Reaktion ab«, sagt Neu. »Es ist äußerst riskant, wenn es zu einer Auseinandersetzung mit dem Täter kommt.« Fühle ein Täter sich in die Enge getrieben, könne er aggressiv reagieren – im schlimmsten Fall mit einer Waffe. Auch wenn im Falle der Verfolgungsjagd durch Hessen alles glimpflich ausgegangen sei, gibt er zu bedenken: »Was wäre geschehen, wenn sie nicht geflohen wären?«

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