15. November 2019, 20:58 Uhr

»Ich esse für mein Leben gern«

Sie ist gerade einmal 25 Jahre alt und hat schon mindestens vier Berufe. Ihr neuester: Buchautorin. »Es ist ein wirklich schönes Buch geworden«, freut sich Katharina Döricht. »Modern Ayurveda« heißt das Werk, in dem nicht nur 108 selbst kreierte Lieblingsrezepte der Bad Vilbelerin zu finden sind, sondern in dem sie auch ihre Geschichte erzählt, wie sie zum Thema gesunde Ernährung und zu ihrem inzwischen sehr erfolgreichen Foodblog »Tasty Katy« kam.
15. November 2019, 20:58 Uhr
Katharina Döricht freut sich über ihr erstes Buch. Es trägt den Titel »Modern Ayurveda« und enthält 108 ihrer Lieblingsrezepte. (Foto: Grunenberg)

K atharina Döricht ist in Karben aufgewachsen und lebt seit einigen Jahren in Bad Vilbel. In Frankfurt hat sie Grundschullehramt studiert und in den Fächern Deutsch, Mathematik und katholische Religion das Erste Staatsexamen abgelegt. Bis zu den Sommerferien hat sie an der Saalburgschule in Bad Vilbel unterrichtet. Doch Referendariat und Zweites Staatsexamen müssen warten. Katharina Döricht hat sich - bedingt durch ihre persönliche Geschichte - anderen Fachrichtungen gewidmet. Vor vier Jahren startete sie mit Hilfe ihres Freundes Jonas den Blog »Tasty Katy«. Wie der Name vermuten lässt, geht es um Schmackhaftes. Auf Instagram folgen Katharina inzwischen über 31 000 Menschen, in Facebook über 3000. »Meine Social-Media-Aktivitäten in puncto vegane und ayurvedische Ernährung sind immer mehr gewachsen«, berichtet Katharina Döricht.

Weil sie so erfolgreich ist mit ihren Rezepten, hat sie sich den Traum erfüllt und über ihre Ernährungsphilosophie ein Buch geschrieben. »Ich habe Verlage angeschrieben und zu meinem Erstaunen auch Zusagen bekommen. Ich habe mich für den Paperish Verlag in München entschieden.« Da habe sie sich gleich wohl und als Newcomerin gut betreut gefühlt. »Ich fuhr zum Fotoshooting nach München, wurde anderthalb Stunden von einer Make-up-Artistin so geschminkt, dass ich kaum geschminkt aussah. Das hat alles sehr viel Spaß gemacht«, erzählt Katharina Döricht. Fürs Cover-Shooting wurde Gemüse vom Viktualienmarkt geholt.

Liebe zum Essen wiedergefunden

Die gelungenen Fotos von ihren Lieblingsrezepten - vom Frühstück, über Salate, warme und sättigende Speisen bis hin zu Desserts, Snacks und Getränken - hat sie alle selber bei sich zu Hause gemacht. Bei der Auswahl des Papiers, des Schrifttyps und der Schriftfarben wurde sie mit einbezogen. 7000 Exemplare wurden gedruckt.

In ihrem Buch schildert die 25-Jährige ihre ganz persönliche Geschichte. Als Kind und Teenager quälten sie Magen- und Darmbeschwerden sowie Neurodermitis, später kamen Gelenkschmerzen hinzu. In der Pubertät wurde ihr eine Steißbeinfistel entfernt, und sie musste Antibiotika nehmen. Ab diesem Zeitpunkt sei es mit ihrer Gesundheit bergab gegangen. Sie habe überhaupt nicht mehr gewusst, was sie noch essen sollte, da ihr fast jede Mahlzeit Probleme bereitete. Ihre Eltern gingen mit ihr zu verschiedenen Ärzten, Heilpraktikern und Osteopathen. Gefunden worden sei nichts. Katharina erzählt, wie sie eines Tages in der Uniklinik saß und einen Termin wegen eines Fructose-Intoleranz-Tests hatte. »Eine Professorin sagte, sie glaube, ich hätte eine Essstörung, die in Richtung Magersucht gehen würde. Sie wollte, dass ich mich in psychologische Behandlung begebe«, sagt Katharina. Damals habe sie an sich gezweifelt, aber dann sei bei einem Heilpraktiker festgestellt worden, dass sie eine Pilzbesiedelung im Darm und Lebensmittelunverträglichkeiten hatte. »Meine Darmflora musste wieder aufgebaut werden«, erläutert Katharina, die keine Milchprodukte verträgt. Damals habe sie begonnen, immer mehr über Ernährung zu lesen. Sie fing selber an zu kochen und zu backen. Vegane Ernährung sei noch nicht so hoch im Kurs gewesen, wie sie es mittlerweile ist. Es habe deshalb noch nicht viele Rezepte gegeben, die ihren Ansprüchen gerecht wurden. Also überlegte sie sich selber welche und bekochte ihre Familie, ihren Freund und Freunde. »Ich hatte endlich die Liebe zum Essen und für meinen Körper wieder gefunden«, schreibt Katharina in ihrem Buch. Dann begann sie, wöchentlich Rezepte und Bilder auf Instagram und Facebook zu posten. Zudem machte sie eine Yogalehrerausbildung. Inzwischen unterrichtet sie Hatha- und Kundalini-Yoga in Frankfurt, Bad Vilbel, Rendel und Bad Homburg.

Darüber hinaus wurde sie auf die Ayurveda-Akademie in Birstein aufmerksam und war fasziniert von der Lehre über die Körpertypen und Ernährungsweisen. »Ich beschloss, eine Ausbildung als ayurvedische Ernährungs- und Gesundheitsberaterin zu absolvieren - eine der besten Entscheidungen meines Lebens«, teilt Katharina ihren Leserinnen und Lesern mit. Zugleich ist sie Beraterin in Darmgesundheit. »Der Darm ist immer noch ein Tabuthema, viele möchten nicht drüber reden«, weiß Katharina. Zugleich hätten viele Darmprobleme.

Zu all diesen Betätigungsfeldern kommt ein weiteres hinzu: Derzeit absolviert die junge Frau ein Fernstudium an der Hochschule Anhalt in Ernährungstherapie, worin sie den Bachelor machen möchte.

Dass sie ihre Mitte gefunden hat und sich körperlich sehr wohl fühlt, sieht man der 25-Jährigen an. Sie sagt Sätze wie »Liebe dein Essen - dann liebt es dich«. Oder: »Gesunde Ernährung tut der Seele gut.« In ihrem Buch zählt sie ihre fünf Prinzipien einer gesunden Ernährung auf: »Keine Diäten, nähre deinen Körper, ändere deine mentale Einstellung, reduziere Stress, verbinde dich mit deinem Körper.« »Eigentlich bin ich eine faule Köchin«, schmunzelt Katharina, »aber ich esse für mein Leben gern«. Deshalb lege sie Wert darauf, dass ihre Gerichte nicht kompliziert, leicht zuzubereiten und - für Berufstätige wichtig - vorzukochen sind. Dass sie da wohl einen Nerv der Zeit getroffen hat, erkennt man daran, dass sie inzwischen deutschlandweit Kochkurse gibt mit jeweils bis zu 20 Teilnehmern. Darin gibt es auch immer einen Theorieteil über die ayurvedische Philosophie und vegane Ernährung. Für die Bloggerin spielen saisonale, regionale Produkte sowie Gewürze eine große Rolle, weniger die als Superfood bekannten Nahrungsmittel. Auch eigene Brotrezepte hat die Expertin entwickelt, etwa mit Buchweizenmehl, Hirse oder Reismehl.

»Es geht nicht um Kalorien, sondern um die natürliche Balance«, betont die Influencerin. Da darf es auch mal etwas Süßes sein, allerdings ohne Industriezucker. Zu ihren Lieblingsrezepten zählen Schoko-Orange-Energiebällchen, Kokos-Zitronen-Laddus (ein indisches Kichererbsen-Konfekt) oder Kürbis- Brownies. Für die kalten Tage empfiehlt »Tasty Katy« eine heiße ayurvedische Schokolade, für die Stärlung des Immunsystems ein Ingwer-Zitronen-Wasser.

Ihr Buch sei klimaneutral gedruckt und werde ohne Plastikeinband verkauft. Das sei ein Beitrag zum Klimaschutz. »Viele Leute gehen heute bewusster durch die Welt«, meint die Autorin und betont: »Wenn man etwas verändern möchte, muss man mit der Ernährung anfangen.«

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