»Hier ist ein Pfarrer, der Freude an seiner Arbeit für unsere katholische Kirche hat«, bekannte Pfarrer Kai Rudolf Wornath und gab den Gläubigen der Pfarrgruppe gleichermaßen ein Versprechen: »Diese Freude möchte ich mit meinem Wirken ausstrahlen.« Während eines festlichen Gottesdienstes vor rund 400 Gläubigen in St. Willigis wurde der 45-jährige gebürtige Odenwälder am Sonntag in sein Amt als Seelsorger der Pfarrgruppe St. Maria Magdalena Dorn-Assenheim und St. Nikolaus Wickstadt eingeführt.

»Ich bin bereit«, antwortete der formell zum Pfarradmisintrator Ernannte auf die Amtsversprechen von Dekan Wolfram Schmidt. Das Ernennungsschreiben von Bischof Dr. Peter Kohlgraf skizzierte bereits die großen Erwartungen an ihn. »Sie übernehmen eine neue Aufgabe in einer Zeit, in der wir uns im Bistum auf den Weg der Erneuerung begeben.« Die Dekanate sollen zukunftsfähige pastorale Konzepte entwickeln, »wie wir als Christen zusammen glauben, leben und arbeiten«. Für Wornath sei es eine zentrale Aufgabe, hier mitzuwirken und die Gemeinde einzubinden. Symbolisch übergab ihm Schmidt Kirchenschlüssel, Kelch, Hostienschale und Evangelienbuch.

»Was ist das eigentlich, ein guter Pfarrer?«, mischte sich Wornath in seiner Predigt direkt unter die Gläubigen. Und gab die Anwort gleich selbst: »Ich weiß es nicht.« Jeder lege dies unterschiedlich aus, seine Motivation aber formulierte er präzise: »Dass Jesus Christus mich, den Spätberufenen, so gut befunden hat, ist für mich ein großes Geschenk.« Sein Credo: »Meine Mannschaft, die katholische Kirche, die finde ich super.« Pfarrer in der heutigen säkularen Zeit zu sein, sei für ihn eine Herausforderung und ein schönes Erlebnis zugleich. Vor 50 Jahren, als die Amtskirche noch als unumschränkte Autorität galt, hätte ihn der Priesterberuf nicht gereizt.

Der Feier wohnten auch befreundete Seelsorger wie der Regens des Priesterseminar Mainz, Dr. Tonke Dennebaum, Heimatpfarrer Josef Schachner (Breuberg), Mitglieder seines Weihekurses sowie Priester und Diakone benachbarter Pfarreien bei. Neben Vertretern evangelischer Kirchengemeinden und Freunden begrüßte er besonders die Ministranten: »Die Arbeit mit euch ist für mich die wichtigste Form kirchlicher Jugendarbeit.« Diese hatten sich schon vorher revanchiert und mit Kreide in großen Lettern vor den Eingang geschrieben: »Schön, dass Sie da sind.«

Er hat die Lacher auf seiner Seite

»Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit und unterstützen Sie im Dienst am Glauben«, betonten Jürgen Michalak (Pfarrgemeinderat St. Maria Magdalena), Schwester Mateusza für die hauptamtlichen Mitarbeiter und Mario zur Löwen vom Verwaltungsrat St. Nikolaus unisono. Bereichert wurde der Gottesdienst zudem durch den gemeinsamen Chor der »Concordia« Dorn-Assenheim und des Wickstädter Kirchenchors.

Danach nutzen viele Gläubige noch die Zeit, ihren Seelsorger persönlich kennenzulernen. Bundestagsabgeordneter Oswin Veith lobte Wornath im Gespräch aus dessen Zeit in Bad Nauheim als »klasse Prediger, der die Sachen auf den Punkt bringt«. Bei einer Kostprobe hiervon hatte der Pfarrer die Lacher bereits auf seiner Seite. Chordirigent Tobias Lipka forderte er auf: »Jetzt bringen Sie mal Schwung in die Butze.«

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