04. Juli 2019, 05:00 Uhr

Charity in der Wetterau

Ihr Ziel ist für uns eine Selbstverständlichkeit

Lisa-Mareen Walther hat ihr Herz verloren - in Uganda. Eine kleine Gemeinschaft ist ihr wie eine zweite Familie geworden. Seit ihrer Rückkehr 2017 hat sie ein ganz bestimmtes Ziel.
04. Juli 2019, 05:00 Uhr

Zwei Jahre ist es her, dass die gebürtige Florstädterin Lisa-Mareen Walther aus Uganda zurückgekehrt ist. »Von dieser Zeit zehre ich bis heute«, sagt die 29-Jährige. Die drei Monate in Mpigi, einem kleinen Dorf in der Nähe der Hauptstadt Kampala, haben sie verändert. Dort wurden 2013 von der Abato Foundation mehrere Schulgebäude gebaut, um Kindern den Zugang zu Bildung zu ermöglichen. »Ursprünglich war eine Schule geplant, daraus hat sich aber mehr ein Community-Center entwickelt«, erzählt sie. Einen erheblichen Beitrag dazu hat sicherlich sie geleistet. Seit zwei Jahren sammelt Walther Spenden für fremde Menschen, die ihr trotzdem wie eine Familie sind.

Vor allem der Gründer der Organisation, Moses Kalanzi, habe sie nachhaltig inspiriert. »Er lebt in dieser verkorksten Welt und ist trotzdem ein so liebevoller, toller und weltoffener Mensch«, schwärmt Walther. Aufgewachsen unter Muslimen sei er zum Christentum konvertiert, Priester geworden und habe eine Kirche gebaut. Mitten in das Center, zugänglich für Gläubige aller Religionen. Neben seinem leiblichen Sohn ziehe er fünf Waisenkinder groß und gäbe den Menschen im Dorf Mut, Hoffnung und Visionen. Lichtblicke in einem Land, in dem Korruption, Gewalt, Diskriminierung und Homophobie an der Tagesordnung stünden. »Diese Einstellung möchte ich einfach weitergeben«, sagt die 29-Jährige. Mit »Erzähl mir von Uganda«, am Samstag, 6. Juli« will sie genau das tun.

Sechs Plumpsklos für 300 Schüler

Im Saal Lux in Florstadt wird es am Samstag, 6. Juli, von 12 bis 16 Uhr ein buntes Programm geben, Bürgermeister Herbert Unger wird die Veranstaltung offiziell eröffnen. Unterstützt von Bildern und Videos erzählt Walther dann über ihre drei Monate in Uganda. Will bei ihren Gästen Interesse für das Leben und die Kultur dort wecken, sowie für den Freiwilligendienst werben. Mit ihrer Spiegelreflexkamera dokumentierte sie ihr Leben in Afrika, 30 der schönsten Bilder stehen auf Leinwand zum Verkauf. »Es wird auch typisch afrikanisches Essen geben«, verspricht Walther. Auf die »Rolex«, leckere gerollte Pfannkuchen mit Ei, freut sie sich schon selbst. Darüber hinaus wird es aber auch Kaffee und Kuchen sowie andere Getränke geben. »Man soll hier einen schönen Tag erleben und auch ein bisschen bleiben«, sagt sie. Auch für die Kinder wird gesorgt: Die Jugendpflege4.0 kümmert sich um ein vielfältiges Programm. »Ein Highlight ist sicherlich der Poetry-Slam«, sagt Walther. Ein junger Florstädter, der einst selbst mit seiner Freundin die Organisation besuchte, wird die Besucher an witzigen Anekdoten dieser Zeit teilhaben lassen.

Alles, was am Samstag eingenommen wird, fließt in den Aufbau sanitärer Anlagen. »Gerade gibt es sechs Plumpsklos für gut 300 Schüler und keine Möglichkeit, sich die Hände zu waschen«, sagt Walther. Die Ansteckungsgefahr sei hoch, immer wieder käme es zu Krankheitsfällen. Schon als sie das erste mal dort war, wollte sie das ändern. Wollte, dass die Kinder dort wenigstens saubere Hände haben. Dass alles ein bisschen hygienischer würde. »Ein großer Schritt war der Bau eines Brunnens«, erzählt Walther. Der wurde erst vor wenigen Wochen fertiggestellt - mit rund 2000 Euro Spendengeldern, die sie organisierte.

»›Ach, Lisa braucht mal wieder was für Uganda!‹ Das höre ich oft, ich bin eben schon bekannt für meine Sammelaktionen«, sagt Walther und lacht. Trotz der frechen Sprüche stünde ihr Umfeld hinter ihr. »Die Hilfsbereitschaft ist wahnsinnig«, sagt sie gerührt. »Die Leute vertrauen mir. Wissen, dass ihr Geld zu 100 Prozent den Kindern in Uganda zugute kommt.« Anfallende Kosten wie etwa für Transaktionen würde stets sie übernehmen.

Auch negatives Feedback

Ihr Durchhaltevermögen und ihre Begeisterung sind wahrscheinlich der Grund für den Rückhalt in ihrem Umkreis. »Es ist das langfristige, das den Leuten gefällt«, sagt die Florstädterin. »Man kann miterleben, wie das Dorf wächst.« Bei all der Nächstenliebe muss sich Walther trotzdem auch mit negativem Feedback auseinandersetzen. »Warum ich nichts gegen das Leid hier mache höre ich oft«, sagt Walther. Berechtigte Argumente, wie sie findet. »Aber jeder sollte das machen, an dem sein Herz hängt und meins hängt an Uganda.«

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