11. Oktober 2019, 20:53 Uhr

Im Ernstfall zählt jeder Handgriff

11. Oktober 2019, 20:53 Uhr
Auf dem Gelände der Firma Isterling üben die Feuerwehrleute für den Ernstfall.

Wenn es um Menschenleben geht, muss jeder Handgriff sitzen. Die Ehrenamtlichen der Freiwilligen Feuerwehren üben deshalb immer wieder für den Ernstfall. Eine solche Übung fand am vergangenen Freitag im Berstädter Industrie- und Gewerbegebiet statt.

Die Annahme: In einer Schreinerei war ein Feuer ausgebrochen. Dichter Rauch hatte sich bereits in den Räumen ausgebreitet, und mehrere Personen wurden vermisst. Wie bei echten Einsätzen ist auch jede Übung der Einsatzkräfte anders aufgebaut. Dennoch wusste jeder genau, was er zu tun hatte. Kurz vor 20 Uhr wurden die Einsatzkräfte aus Wohnbach unangekündigt alamiert. Die Alamierung erhielt jedoch den Hinweis, dass es sich um eine Übung handelt. Etwa zehn Minuten später war das erste Fahrzeug vor Ort.

Der Einsatzleiter nahm zunächst Kontakt mit einer Person vor Ort auf, um sich über den Sachverhalt zu erkundigen. Wenige Sekunden später lief alles nach einem festen Muster. Schläuche wurden verlegt, Straßensperren errichtet, Pumpen und Standrohre zur Wasserversorgung vorbereitet. Die Atemschutzgeräteträger legten ihre Ausrüstung an, das Gelände wurde ausgeleuchtet.

Bierkasten »gerettet«

Es dauerte nicht lange, bis die Räumlichkeiten mit Schlauch und schwerer Ausrüstung bei fast nicht vorhandener Sicht nach den Vermissten durchsucht wurden. Zwei der Personen waren schnell gefunden. Nach einiger Suche war aber auch der letzte Vermisste gefunden worden - ein Kasten Bier mit der Aufschrift »Rette mich«. Er wurde behutsam zum Fahrzeug transportiert.

Bevor die Einsatzkräfte die kleine Belohnung für die Übung genießen konnten, war jedoch noch etwas Arbeit zu erledigen. Die Räumlichkeiten mussten mit einem Gebläse entraucht werden. Damit Schläuche und andere Ausrüstung beim nächsten Einsatz, der auch ein Ernstfall sein könnte, wieder sofort griffbereit sind, wurde alles wieder ordentlich verstaut.

Wehrführer Daniel Mathes, der die Übung gemeinsam mit Timo Rauch organisiert hatte, dankte der Firma Isterling für die Unterstützung und die Bereitstellung der Räumlichkeiten. Dem schloss sich auch Bürgermeister Eike See an. »Als Laie fällt es einem bei einer solchen Übung oft schwer, alle Einzelheiten mitzubekommen. Es wird einem aber schnell klar, dass jeder seine Aufgabe hat, die wichtig für die Sicherheit aller Bürgerinnen und Bürger ist.« Damit wirklich jeder Handgriff sitze, seien solche Übungen auch unter wechselnden Bedingungen wichtig. (Fotos: pm)

Wer Interesse hat, sich in der Feuerwehr zu engagieren, kann sich an die Ehrenamtlichen der Einsatzabteilung, die Wehrführer in den Ortsteilen oder direkt an die Gemeinde wenden.

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