31. Oktober 2019, 20:22 Uhr

Im Klosterbau fliegen die Fetzen

31. Oktober 2019, 20:22 Uhr
Wolfgang Burger

In einer Veranstaltung des Bibliothekszentrums Klosterbau in Kooperation mit dem Freundeskreis der Stadtbibliothek las Wolfgang Burger aus dem gemeinsam mit seiner Frau Hilde Artmeier geschriebenen Thriller »Gleißender Tod«. Ein Konvoi der Euro Mining SA mit wertvoller Fracht gerät in Lagos in einen Hinterhalt. Die Vorhut des Konvois, ein Range Rover mit vier Securitymännern, ist verschwunden. Das andere Auto ist von Schüssen durchsiebt. Der Fahrer wird erschossen, zwei weitere Männer und die wertvolle Fracht sind spurlos verschwunden.

In einem Flugzeug von Lagos nach Frankfurt sitzt ein Passagier, ein gewisser Dr. Andreas Kühne, er ist am linken Arm verletzt und offenkundig auf der Flucht. Von seiner Sitznachbarin Linda Wanzl, einer ebenso schönen wie redseligen Rothaarigen, ist er zunächst nur genervt. Als sie in Deutschland jedoch immer wieder seinen Weg kreuzt, steigen Zweifel in ihm auf: Welche Rolle spielt Linda wirklich - gehört sie in Wahrheit zu seinen Verfolgern? In Frankfurt entgeht Kühne nur knapp einem Anschlag, auch bei seinem Cousin in Göttingen tauchen die Verfolger auf. Im Münsterland kommt es zu einer wilden Schießerei. Die Jagd auf Kühne geht quer durch Europa weiter. Die Auflösung des Thrillers wurde nicht verraten.

Wegen einer Erkrankung war Hilde Artmeier leider nicht dabei. Burger und Artmeier haben diesen Thriller gemeinsam geschrieben und hätten ihr Buch mit verteilten Rollen gelesen. Aber auch allein gelang es Burger, den Abend spannend zu gestalten. Begleitet wurde die Lesung mit per Beamer projizierten Fotos von Personen, Handlungsorten und mit akustischer Untermalung durch Geräusche. Lagos, Frankfurt, Göttingen, Köln und der Schusswechsel im Münsterland erzeugten so ein viel intensiveres Erlebnis als eine reine Vorlesung.

In der anschließenden Gesprächsrunde tauchte die Frage auf, wie zwei Autoren ein Buch gemeinsam schreiben können. Das »Geheimnis« besteht darin, dass die beiden ein Story Board entwickelt haben, ähnlich wie beim Film, wo sie genau festlegten, was wo und wie passiert, und danach wurde natürlich kritisch gegengelesen, was der bzw. die andere geschrieben hat.

Keine Regio-Krimi-Schublade

Logische Fehler müssen unbedingt vermieden werden. Aus dem Publikum kam die Anmerkung, dass beim Lesen von »Gleißender Tod« der Eindruck entstanden sei, dass man einem Film folgt.

Eine Motivation, die Schauplätze des Thrillers international anzulegen, war für das Autorenduo die Tatsache, dass deutsche Krimis gerne in die Regio-Krimi-Schublade gesteckt werden. Letztlich spielt jeder Krimi irgendwo, auch die skandinavischen, aber niemand käme auf die Idee, sie als schwedische Regio-Krimis »abzustempeln«. So kamen die Besucher in den Genuss eines spannenden Thrillers mit internationalem Setting, bei dem die Fetzen fliegen. (Foto: pv)

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