30. Mai 2019, 18:21 Uhr

Immer noch modern und einladend

30. Mai 2019, 18:21 Uhr
Bürgermeister Bertin Bischofsberger (l.) gratuliert gemeinsam mit dem Büroleiter der Stadtverwaltung, Horst Wenisch, und Kita-Leiterin Christiane Vix (M.) den beiden dienstältesten Mitarbeiterinnen Elisabeth Kohlmeier und Simone Singer (r.). (Fotos: sax)

Mit einem Tag der offenen Tür und einem Kinderfest hat die Kita Holzwurm ihren 25. Geburtstag gefeiert. Die Leiterin Christiane Vix wies auf das vor einem Vierteljahrhundert »revolutionäre« pädagogische Konzept der offenen Arbeit hin, das anfangs mit Skepsis betrachtet worden sei. Auch mit dem Neubau selbst hat die Stadt vor 25 Jahren Neuland betreten.

Die Kita sei als Modellprojekt als erster Kindergarten im Wetteraukreis ausschließlich in Holzständerbauweise errichtet worden, sagte Bürgermeister Bertin Bischofsberger. Das Verfahren kann auch heute noch als vorbildlich gelten. Weil er in Fertigteilen aus Norwegen angeliefert worden war, dauerte der Bau nur sechs Monate. Eine Solaranlage zur Warmwasserbereitung, eine Zisterne für Brauchwasser und ein begrüntes Dach ergänzten den ungewöhnlichen Neubau.

Die für heutige Verhältnisse günstigen Baukosten von 1,9 Millionen Euro für das 536 Quadratmeter große Gebäude mit drei Gruppenräumen für 75 Kinder zeigen die Preisentwicklung. Die Finanzierung wurde für die Stadt durch ein zinsloses Darlehen des Landes über 800 000 Euro und einen Zuschuss von 560 000 Euro erleichtert.

In seinem Grußwort zum Jubiläum sprach Bischofsberger auch die Schattenseiten des 1994 von der Mehrheit aus SPD und Grünen gegen die Stimmen der anderen Fraktionen durchgesetzten Holzbaus an. So seien in den vergangenen Jahren umfangreiche Sanierungskosten angefallen. Für die Erneuerung von Flach- und Steildächern, Beschattungsanlage und Fassade sowie einigen Fenstern hätten von 2014 bis 2018 rund 377 000 Euro ausgegeben werden müssen. Dabei sei man 1994 von einer Nutzungsdauer von 25 Jahren ausgegangen, berichtete Bischofsberger.

Doch auch nach dem Ablauf dieser Zeit wirkt die Kita modern und einladend. Der Architektur entspricht auch das Konzept, das Vix in Grundzügen erläuterte. »Dem Konzept der offenen Arbeit liegt ein Bild von Kindern zugrunde, die neugierig und motiviert sind, sich selbst weiterzuentwickeln.« Es zeichne sich durch freiheitliches Denken und viel Gestaltungsspielraum aus. »Kinder sind nicht in festen Gruppen, sondern lernen für sich selbst, Funktionsräume auszuwählen, die sie interessieren, und suchen sich Freunde aus, die ihre Interessen teilen.«

Konzept anfangs umstritten

Vix räumte ein, dass das Konzept vor 25 Jahren Ängste und Bedenken bei Eltern und Erzieherinnen hervorgerufen habe. Eltern sorgten sich, ihre Kinder könnten nicht ausreichend beaufsichtigt werden. Erzieherinnen bekamen die Aufgabe, Kinder in der Entwicklung zu begleiten. Vix: »Kindern wird dabei das größte Geschenk unserer Zeit zuteil, nämlich Zeit für sich zu haben.«

Sie dankte allen, die in den vergangenen Jahren dazu beigetragen haben, »dass die Kita ein Ort ist, an dem sich Kinder und Eltern wohlfühlen«. Diesen Dank richtete sie außer an ihre Kolleginnen und Kollegen an die Küchenkräfte und die Eltern, die den Erzieherinnen ihr Vertrauen schenken, sowie das Flohmarktteam, das zweimal jährlich Einnahmen für zusätzliche Anschaffungen oder Busfahrten erwirtschaftet. Besonders dankte Vix auch den Mitarbeitern der Stadtverwaltung wie Büroleiter Horst Wenisch, der die Kita immer unterstützt habe, und dem Bauhof, »der uns in allen Belangen, vom Nagel in der Wand bis zum Umbau der Außenanlage tatkräftig unterstützt hat«

Zum Abschluss dankte sie Elisabeth Kohlmeier, die seit 20 Jahren in der Küche arbeitet, und Simone Singer, die seit 23 Jahren Erzieherin in der Kita ist. In einem selbst gedichteten Lied stellten die Kinder anschließend den Alltag in ihrer Kita humorvoll vor. Auch die Geschenke, die frühere Gruppen der Kita zum Abschied hinterlassen haben, zum Beispiel ein Vogelhaus, zeigen die Verbundenheit der Kinder zu der Einrichtung.

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