Wetterau

In Nieder-Mockstadt ist viel Geduld gefragt

Am Donnerstagabend wurde Nieder-Mockstadt in der Hessenschau als »Dolles Dorf« ausgelost. Nicht mal 24 Stunden später, am Freitagmorgen, rückte das Filmteam an. Heute ist der Beitrag zu sehen.
09. Februar 2019, 18:00 Uhr
Anna-Luisa Hortien
In Nieder-Mockstadt darf Zwiebelkuchen nicht fehlen. Karlheinz Knoll schneidet die frisch gebackene Leckerei vor der Kamera an. 	 (Fotos: Hortien/HR)
In Nieder-Mockstadt darf Zwiebelkuchen nicht fehlen. Karlheinz Knoll schneidet die frisch gebackene Leckerei vor der Kamera an. (Fotos: Hortien/HR)

»Kamera läuft. Und bitte!« Doreen Harth lädt ihr Gewehr, setzt es an und schießt. Dabei wird die junge Schützin von einer Fernsehkamera gefilmt. Im Schießstand des Schützenvereins Nieder-Mockstadt hat sich am Freitagmittag ein Filmteam des Hessischen Rundfunks breit gemacht. Der Grund? In der Hessenschau im HR-Fernsehen am Donnerstagabend war der Ort als »Dolles Dorf« ausgelost worden. Nicht einmal 24 Stunden später rückte ein vierköpfiges Kamerateam an, um die Besonderheiten des zweitgrößten Florstädter Stadtteils einzufangen.

 

Sondereinsatz der Feuerwehr

 

Nach dem Bekanntwerden am Donnerstagabend trafen sich die Verantwortlichen der Vereine und der Ortsbeirat kurzfristig, um das Vorgehen am Drehtag zu besprechen. Ortsvorsteher Karl Gerhard Stiebeling konnte sich aus gesundheitlichen Gründen nicht an der Organisation beteiligen. »Alle anderen haben aber sehr schnell reagiert und sein Fehlen kompensiert«, sagte Florstadts Bürgermeister Herbert Unger.

Für ihn waren die Dreharbeiten nichts neues, denn die Florstädter Ortsteile Leidhecken, Staden und Ober-Florstadt waren ebenfalls schon als »Dolles Dorf« zu sehen. Seit 1995 wird jeden Donnerstag in der Hessenschau ein Dorf zur Vorstellung in der Sendung am folgenden Samstag gezogen. Bedingung für die Teilnahme an der Auslosung ist, dass der Ort vor der Gebietsreform in Hessen von 1972 weniger als 2000 Einwohner hatte.

Los ging es in Nieder-Mockstadt am Freitagmorgen um kurz nach acht Uhr an den historischen Erdkelleranlagen. Ausgerüstet mit Mikrofon, Scheinwerfern und Kamera machte das Fernsehteam in und um die denkmalgeschützten Anlagen erste Aufnahmen, die bereits von vielen Mockstädtern beobachtet und begleitet wurden.

Im Mittelpunkt der Dreharbeiten standen die Mockstädter Vereine. Als erstes brach die Freiwillige Feuerwehr zu einem Sondereinsatz auf. Um schöne Aufnahmen des gesamten Dorfes zu machen, stiegen die Feuerwehrleute gemeinsam mit dem Kamerateam auf das Dach des Stada-Lagers im Gewerbegebiet.

Nieder- und Ober-Mockstadt waren früher Hochburge des Zwiebelanbaus, und die Mockstädter identifizieren sich noch heute mit dem Gewächs. Das ist auch der Grund, warum eine mächtige Zwiebel-Installation aus Corten-Stahl den Nieder-Mockstädter Kreisel ziert. Das Kamerateam machte deshalb als nächstes in der Bäckerei Knoll Station. Dort gab es neben frisch gebackenem Brot auch einen traditionellen Zwiebelkuchen, den Bäcker Karlheinz Knoll vor laufender Kamera anschnitt.

 

Spontane Tanzprobe

 

Im nahe gelegenen Bürgerhaus hatte sich bereits Mitglieder des Schützenvereins warm geschossen. Seit 2009 schießen die Nieder-Mockstädter als einer der ersten Vereine im Bezirksschützenkreis Büdingen auf einem elekronischen Schießstand, wie zweiter Vorsitzender Heinz-Günter Ebert im Interview vor der Kamera erzählte.

Im Raum nebenan bereiteten sich währenddessen schon die Mockstädter Musikanten auf ihren Auftritt vor. Doch von den Akteuren war am Freitag vor allem eines gefragt: Geduld. Denn schon am Mittag lag das Team hinter dem angedachten Zeitplan. »Wegen der vielen Innenaufnahmen muss jeder Raum neu ausgeleuchtet werden, das dauert«, erklärte Redakteur Davis Kerszis.

Als das richtige Licht und die richtige Kameraposition gefunden waren, legten die Musikanten unter Leitung von Manfred Willnow los. Souverän spielten sie ihre Instrumente und ließen sich nicht vom Kameramann irritieren, der zwischen ihnen hin und her lief, um die besten Aufnahmen zu machen.

Auch die Faschingsveranstaltungen, die von den Landfrauen organisiert werden, sind ein großes Thema in Nieder-Mockstadt und sollten ihren Platz in dem Fernsehbeitrag finden. Die Kinder-Tanzgruppe fand sich deshalb am Nachmittag in der Goldbachhalle zu einer spontanen Probe ein, die vom Fernsehteam begleitet wurde.

Am Abend fuhr das Fernsehteam dann nach der großen Abschlussszene zurück nach Frankfurt. Aus dem gesammelten Filmmaterial wird der fünfminütiger Beitrag zusammengeschnitten und vertont. »Allen Beteiligten hat der Dreh viel Spaß gemacht und ich freue mich über das große Engagement der Mockstädter«, resümierte Bürgermeister Unger.

 

Gesendet wird der Beitrag über Nieder-Mockstadt am heutigen Samstag, 9. Februar, in der Hessenschau ab 19.30 Uhr im HR-Fernsehen.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/wetteraukreis/friedbergbadnauheim/Wetterau-In-Nieder-Mockstadt-ist-viel-Geduld-gefragt;art472,550072

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