27. März 2017, 10:00 Uhr

»Aschenputtler«

Junge Schauspieler zeigen doppelten Theaterspaß

Sieben Probenwochen liegen hinter den zehn jungen Schauspielern. Zusammen mit Georg Bachmann vom Theater »et zetera« führen sie nun den »Aschenputtler« auf.
27. März 2017, 10:00 Uhr
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Von Edelgard Halaczinsky
Theaterspaß mal zwei: Die jungen Darstellen bringen eine Unterrichtsstunde an der Schauspielschule auf die Bühne – den »Aschenputtler«. (Foto: lh)

Schauspiel-Erfahrung haben nur die wenigsten von ihnen, und kaum einer kannte vorher die anderen Mitspieler, mit denen sie einmal auf der Bühne stehen sollten. Die Neun- bis 13-Jährigen gehen auf unterschiedliche Schulen in Friedberg, Rosbach, Rodheim oder Burgholzhausen. Jetzt sind sie ein »richtig gutes Team« und versprechen ihrem Publikum eine unterhaltsame Vorstellung.

»Beim ersten Treffen hat kaum einer mit den anderen gesprochen«, sagt Giulietta Winkler. Sie geht in Friedrichsdorf zur Schule und ist bei Bachmann schon zum dritten Mal dabei. Sie weiß, dass sich das schnell ändert, wenn man erst einmal zusammen etwas macht. Für Razan, die als Flüchtlingskind vor eineinhalb Jahren aus Aleppo nach Deutschland kam und nun die Kapersburgschule in Rosbach besucht, war es ein Glücksfall, in Bachmanns Nachbarschaft zu wohnen. Schnell fügte sie sich als »Klavierspielerin« ins Ensemble ein und behielt die Ruhe, wenn sich zum Beispiel ihr Lehrer »Dr. Sinn« beim Herunterfallen der Klavierklappe regelmäßig die Finger einklemmte.

 

Märchenklassiker im Quatschformat

 

Als man sich zum ersten Mal traf, war die Auswahl des Theaterstücks längst nicht getroffen. »Wir haben zuerst mit Neutral-Masken gespielt«, erzählt Silja. Die weißen Masken, alle gleich, ließen keinen individuellen Gesichtsausdruck zu. Der Schwerpunkt lag auf der Körpersprache, die Bachmann genau beobachtete. Nach und nach näherte sich die Gruppe dem Thema, das sie auf der Theaterbühne zeigen wollte. Heraus kam der »Aschenputtler«, eine wunderbar komische Unterrichtsstunde, in der die Schauspielschüler auf Anweisung ihres Lehrers Dr. Sinn das berühmte Märchen vom Aschenputtel nachspielen. Jetzt wurden die Clownsnasen herausgeholt, und jeder Charakter bekam Gesicht und Mimik.

Mit Ringelsocken und bunten Klamotten schlüpften die Eleven in unterschiedliche Rollen, übten sich an amüsanten Wortspielereien oder präsentierten sich mit übermütigen Gesten, die an Heiterkeit nichts fehlen ließen. »Das ist Aschenputtel im Quatschformat«, meinte eine der Mimen. Innerhalb einer Rolle in eine weitere schlüpfen zu dürfen, machte Spaß und spornte zum Weitermachen an. »Ich wollte immer schon Theater spielen, jetzt habe ich die Gelegenheit dazu«, meinte Ann-Katrin (11).

Auf der Bühne wird sie zusammen mit den anderen Darstellern zeigen, wie es in einer Schauspielschule zugeht, und den jüngeren Zuschauern beweisen, dass Unterricht auch etwas mit Spielfreude zu tun haben kann. »Es ist ein Theaterspaß für große und kleine Kinder«, betont Georg Bachmann.

 

Die Aufführungen finden statt am 28. März um 20 Uhr, am 29. und 30. März jeweils um 11 Uhr sowie am 31. März um 18 Uhr. Veranstaltungsort ist das Bürgerhaus Rodheim. Karten (8 Euro für Erwachsene, 6 Euro für Kinder sowie 5 Euro beim gemeinsamen Besuch mit einer Schulklasse) gibt es im Vorverkauf bei der Postfiliale Ober-Rosbach, Neuer Weg, sowie an der Abendkasse.



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