30. Januar 2019, 18:56 Uhr

Schüler-Demo

»Kein Keks für Nazis«: Kundgebung für Vielfalt in Friedberg

Der Schnee hat die rund 600 Schüler nicht abhalten können. Mit Musik, Trillerpfeifen und Plakaten haben sich die jungen Menschen in Friedberg für Vielfalt und Toleranz eingesetzt.
30. Januar 2019, 18:56 Uhr
Zwischenstopp am Europaplatz: Jonas Adi von der Schülervertretung der Augustinerschule Friedberg bedankt sich bei den vielen Teilnehmern der Kundgebung unter dem Motto »Wetterau für Vielfalt – Schüler bekennen Farbe«. (Fotos: Nici Merz)

Musik, Sprechchöre und jede Menge Trillerpfeifen – bei der Kundgebung der Schülervertretung der Augustinerschule unter dem Motto »Wetterau für Vielfalt – Schüler bekennen Farbe« haben sich am Mittwoch zahlreiche Schüler aus der Wetterau für mehr Vielfalt und Toleranz eingesetzt. Bunte Plakate mit Slogans wie »Seenotrettung ist kein Verbrechen«, »Rassismus schreit nach Liebe«, »Kein Keks für Nazis« oder »Bunt ist schöner« in Schmetterlingsform hatten die Teilnehmer im Vorfeld gebastelt.

Versammelt haben sich die etwa 600 Schüler auf dem Vorplatz am Friedberger Bahnhof. Viele junge Menschen machten mit Trillerpfeifen auf sich aufmerksam, einige hatten Regenbogenflaggen dabei. Lou-Marleen Appuhn von der Landesschülervertretung sprach vor den Schülern und machte deutlich, dass man »allen Menschen die gleichen Chancen geben soll, egal, woher man kommt oder wen man liebt«.

 

Weniger Teilnehmer als erwartet

Erwartet wurden etwa 2000 bis 3000 Schüler. Felix Heß von den Organisatoren und Einsatzleiter Klaus Reuter von der Polizei gehen davon aus, dass aufgrund des Schneefalls weniger Schüler an der Kundgebung teilgenommen haben. Zudem habe es im Vorfeld Probleme mit dem Schulamt gegeben, da nicht alle Schüler vom Unterricht freigestellt worden seien, erklärte Heß. Reuter hatte etwa zehn Polizisten vor Ort. Zusätzlich war Personal vom Amt für Ordnung und Sicherheit im Einsatz. Auch trugen vereinzelte ältere Schüler und Erwachsene Binden mit der Aufschrift »Ordner«. Sie sorgten dafür, dass die Gruppe nicht zu weit auseinanderdriftete. Schüler des Schulsanitätsdienstes waren mit Sanitätstaschen vor Ort.

 
Fotostrecke: Demonstration für Vielfalt und Toleranz

Vom Bahnhof aus lief der Demonstrationszug über die Saarstraße zum Europaplatz. »Ich finde es ziemlich schlimm, dass Leute immer noch diskriminiert werden wegen ihrer Hautfarbe«, erklärte Sinikka Dambrowski. Die Zwölfjährige ist Schülerin an der Augustinerschule. Auch Simon Breest (16) von der selben Schule fand deutliche Worte: »Es kann nicht angehen, dass Rassismus noch Platz hat.«

 

Viele Schüler haben im Vorfeld bunte Plakate gebastelt.
Viele Schüler haben im Vorfeld bunte Plakate gebastelt.

Auf dem Europaplatz warteten etwa 35 Schüler der Johann-Peter-Schäfer-Schule. Mit einer großen gelben Blindenflagge begrüßten sie die Schüler. »Es ist ein Thema, das uns generell betrifft«, sagte Henning Rowehl, Lehrer an der Blindenschule. Mit einer Behinderung gerate man an den Rand der Gesellschaft. »Es geht uns direkt an.« Andreas Balser von der Antifaschistischen Bildungsinitiative sprach zu den Schülern. »Das ist das, was Politiklehrer sich wünschen sollten«, sagte er. »Wir finden das vorbildlich.«

 

Keine Einmischung rechter Gruppen

 

Die Gruppe setzte sich in Richtung Burg wieder in Bewegung. Passanten winkten den Schülern, und Autofahrer nahmen die kurzweiligen Sperrungen hin. Die Befürchtung, dass rechte Gruppen sich unter die Leute mischen oder Flyer verteilen könnten, haben sich glücklicherweise nicht bewahrheitet, sagte Cornelia Wenk vom Projekt Demokratie Leben. Im Vorfeld habe es Posts von rechten Gruppen in sozialen Medien gegeben.

Schüler der Augustinerschule, Kurt-Schumacher-Schule, Henry-Benrath-Schule, St.-Lioba-Schule, Limesschule, Gesamtschule Konradsdorf und dem Burggymnasium nahmen an der Kundgebung teil. Auch Vertreter des Magistrats der Stadt Friedberg liefen mit. Klaus Fischer von der SPD erklärte, dass alle Parteien die Kundgebung unterstützten. Frank Halbritter von der Versammlungsbehörde der Stadt war zufrieden: »Die Organisatoren habe es sehr gut gemacht.« Auch die Schülervertretung um Heß, Louisa Glaum, Joana und Valentina Pires-Miranda sowie Jonas Adi zogen ein positives Fazit. Heß: »Es war schön gewesen.«

Schlagworte in diesem Artikel

  • Demonstrationen
  • Friedberg
  • Kekse
  • Klaus Fischer
  • Musik
  • Nationalsozialisten
  • Polizei
  • Rassismus
  • SPD
  • Schneefälle
  • Toleranz
  • Friedberg
  • Marion Müller
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 3 + 2: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.