Mit einer langen Tagesordnung befassten sich am Dienstag die Gemeindevertreter in ihrer ersten Sitzung nach der Sommerpause. Einstimmig verlängerten sie vorzeitig den Wasserlieferungsvertrag zwischen Kommune und OVAG, stimmten der neuen Friedhofsordnung zu und für das Aufstellen von »Mitfahrbänken« im Dorf. Die Themen, für die die meisten Zuhörer in den Rittersaal gekommen waren, werden dagegen im Ausschuss weiterdiskutiert.

Die neuen Friedhofsgebühren werden zwar ab 1. September steigen, aber etwas moderater ausfallen als ursprünglich vorgeschlagen. Die neuen Mitfahrbänke werden die Gemeinde außer der Arbeitszeit zum Aufstellen durch den Bauhof nichts kosten. Die sieben Bänke wurden von Sponsoren finanziert und werden demnächst in regelmäßigen Abständen von einem Bürgerbus angesteuert. Nähere Infos gibt es am Samstag, 17. August, beim Weinfest der AWO ab 14 Uhr im evangelischen Gemeindehaus, ergänzte SPD-Chef Joachim Reimertshofer.

Dass die Zuhörerreihen im Rittersaal des Schlosses so voll waren wie selten, dürfte der Brisanz einzelner Themen zugeschrieben werden. Seit Monaten kursieren im Dorf Schlagwörter wie Dirtbiker-Parcours und Mobilfunksendeanlage in Langenhain-Ziegenberg sowie die Situation in der kommunalen Kindertagesstätte »Sternschnuppe«. Nach jeweils längerem Meinungsaustausch entschied das Parlament, die Themen Sendemast (siehe Extra-Artikel) und Dirtbiker zur Beratung in die entsprechenden Ausschüsse zu verweisen.

Den Dirtbikern sprachen alle Redner ihren Respekt für ihr sportliches Hobby aus. Bürgermeisterin Kristina Paulenz (SPD) unterstrich, dass es in Langenhain-Ziegenberg kein alternatives Grundstück gebe und dass die Nutzung auf dem aktuellen Privatgrund nicht nachträglich legalisiert werden könne. Nach einem »guten Gespräch mit den jungen Leuten und ihren Eltern« schlage sie vor, es wieder so zu machen wie vor Jahren: Die Dirtbiker suchen sich selbst ein Grundstück und sie schalte sich bei Bedarf helfend ein, sobald eines spruchreif sei.

Paulenz will nicht diskutieren

CDU-Chef Dr. Matthias Heil hätte die Jugendlichen gerne in den Ausschuss eingeladen, um gemeinsam eine Lösung zu finden. »Wir machen keine Klientelpolitik«, sagte Joachim Reimertshofer (SPD) und wollte die private Initiative auch als solche behandelt wissen. Er führte die Möglichkeit ins Feld, dass sich die Hindernisradfahrer als Abteilung dem Radfahrerverein anschließen. Vereinsfördernde Maßnahmen hätten Tradition.

Zur Situation an der kommunalen Kindertagesstätte »Sternschnuppe« hatte die CDU einen umfangreichen Fragenkatalog eingebracht. Dazu gehörten die Personalentwicklung, die aktuelle Stellensituation und das pädagogische Konzept der neuen Kita-Leitung. Man sei nach zahlreichen Schreiben und Gesprächen mit Betroffenen in großer Sorge um die Einrichtung, hieß es in der Begründung. Man könne ohne Übertreibung von einer regelrechten »Kündigungs- beziehungsweise Fluchtwelle« sprechen.

Die Bürgermeisterin lehnte eine öffentliche Diskussion über Personalangelegenheiten aus Datenschutzgründen vehement ab. Das sei einzig und allein Sache des Gemeindevorstands. Unter den Mitteilungen hatte sie zuvor berichtet, dass dieser unlängst drei Erzieher, einen Erzieher und eine Jahrespraktikantin eingestellt habe. Auch eine Sozialassistentin habe ihre Arbeit aufgenommen.

Wie Reimertshofer (SPD) sagte, »gehen uns personelle Entscheidungen nichts an«. Mit seinen Vorrednern zeigte sich auch FWG-Vorsitzender Jürgen Schneider interessiert daran, das pädagogische Konzept näher kennenzulernen. Das Parlament beschloss einstimmig, dass der Gemeindevorstand die im Frühjahr neu eingestellte Kita-Leiterin zu ermächtigen, dem Ausschuss Gesellschaft und Soziales ihr pädagogisches Konzept vorzustellen.

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