18. November 2019, 20:58 Uhr

Kiesgrube endgültig unter Naturschutz

18. November 2019, 20:58 Uhr

In der ehemaligen Kiesgrube zwischen Nieder-Mörlen und Steinfurth hüpfen viele streng geschützte Kreuz- und Wechselkröten rum. Seltene Insekten und Vögel wie der Flussregenpfeifer und der Uhu haben dort seit Jahren ihr Revier. Wie Christoph Süß, Pressesprecher des Regierungspräsidiums (RP) Darmstadt, jetzt mitteilte, wird das 17 Hektar große Areal deshalb endgültig unter Schutz gestellt. Die Verordnung über das Naturschutzgebiet »Kiesgrube Laukertsberg bei Nieder-Mörlen« tritt am heutigen Dienstag in Kraft. Vergleichbare Lebensräume gibt es laut RP in der Region kaum noch. Auf dem Gelände zwischen den beiden Bad Nauheimer Stadtteilen wurden seit Mitte der 1960er Jahre Kies und Sand abgebaut. 2010 entschloss sich die Cemex GmbH, die Förderung mangels Rentabilität aufzugeben. Damals erhielt der ehemalige Betreiber die Auflage, das Gebiet zu renaturieren. Eine Streuobstwiese und ein Wald wurden angelegt.

Einige Verbote

Dagegen verzichtete die Firma nach Absprache mit den Umweltbehörden in Darmstadt auf ein vollständiges Auffüllen der Gruben. Der Eingriff des Menschen kam letztlich der Natur zugute. Es bildeten sich kleine Tümpel, in denen sich Amphibien, Insekten und Vögel wohlfühlen. Ende 2017 hatte das Regierungspräsidium das Verfahren gestartet, um die frühere Kiesgrube als Naturschutzgebiet auszuweisen. Zunächst wurde das Areal vorläufig sichergestellt, was zwei Jahre Gültigkeit hat. Im Mai dieses Jahres startete die Behörde das Ausweisungsverfahren offiziell. Im selben Monat wurden alle Eigentümer und Nutzungsberechtigten sowie Träger öffentlicher Belange angeschrieben und über die Pläne informiert. In den Stellungnahmen wurden teilweise Bedenken geäußert, die Obere Naturschutzbehörde nahm eine Prüfung vor. Letztlich führten die kritischen Stellungnahmen aber nicht zu einem Stopp des Verfahrens.

»Um das Gebiet vor Störungen und schädlichen Veränderungen zu schützen, sieht die Verordnung einige Verbote vor«, hat das Regierungspräsidium jetzt erklärt. So ist es nicht erlaubt, das Naturschutzgebiet ohne Genehmigung zu betreten, zu befahren oder dort Hunde frei laufen zu lassen. Es gibt jedoch einige Ausnahmereglungen, beispielsweise für die Pflege der Streuobstbestände und das Ernten der Früchte oder für Instandsetzungsarbeiten an Versorgungs- und Entsorgungsanlagen. Auch die zulässige Verfüllung des Geländes und eine »schutzzweckkonforme Rekultivierung« der ehemaligen Kiesgrube wird durch die Verordnung nicht eingeschränkt.

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