08. Mai 2018, 20:22 Uhr

Kirchenchor verstummt

08. Mai 2018, 20:22 Uhr
Der evangelische Kirchenchor Södel/Melbach ist Vergangenheit. Das Foto zeigt die Gruppe vor ihrem letzten Auftritt am Sonntag in der Melbacher Kirche. (Foto: sto)

Sechs Wochen vor dem Weihnachtsfest des Jahres 1947, am 13. November, gründeten der Kirche verbundene Frauen in Södel den evangelischen Kirchenchor, der später auf Melbach ausgedehnt wurde. Der evangelische Kirchenchor Södel/Melbach war über 71 Jahre fester Bestandteil des kirchlichen Lebens in den beiden Gemeinden und darüber hinaus. Nun ist er verstummt.

Erste Dirigentin war Helene Scriba. Ihr folgten die Ehefrau des Södeler Pfarrers Knodt sowie Peter Bauß und seit nunmehr 28 Jahren Annemarie Brenner. Dass der Kirchenchor Södel/Melbach in den 71 Jahren seines Bestehens nur vier Dirigenten beziehungsweise Dirigentinnen besaß, zeugt von einer außergewöhnlichen Kontinuität. Kontinuität herrschte auch innerhalb der Sängerinnenschar. So ist heute Waltraud Paul mit 69 Jahren das dienstälteste Gruppenmitglied, gefolgt von Brigitte Hochstein. In den sieben Jahrzehnten gab es dennoch ein Kommen und Gehen, das die Qualität des immer gern gehörten Chores allerdings nicht minderte.

Jedoch hat der Zahn der kurzlebigen Zeit auch am Kirchenchor genagt. Es war immer schwerer geworden, jüngere Frauen dazu zu bewegen, mit ihrer Stimme den Chor zu bereichern. So schmolz die Zahl der Aktiven auf zuletzt 17 Frauen. Eine Zahl, mit der man zwar singfähig war, allerdings war – bedingt durch Krankheiten oder sonstige Ausfälle – die gewünschte Gesangsqualität häufiger nicht mehr gegeben. So sagte der evangelische Kirchenchor Södel/Melbach zuletzt auch Termine ab. Deshalb hat sich die Gruppe, die immer auf eine sehr gute Gemeinschaft Wert legte, schweren Herzens entschieden, mit ihrem geliebten Chor nicht mehr aufzutreten.

Noch einmal »Leise, leise«

Am vergangenen Sonntag nun verabschiedete sich der Chor in den beiden Kirchen von den Gemeindemitgliedern. Während der Gottesdienste von Pfarrer Dieter Pfanschillig erklangen zum letzten Mal Lieder des Chors. Die Mitglieder und ihre Dirigentin hatten für ihre Abschiedsauftritte das afrikanische Lied »Siyahamba« ausgewählt, das sie schon zu Weihnachten gesungen hatten, sowohl auf Afrikanisch als auch auf Deutsch, außerdem »Leise, leise« und »Das Abendlied«.

In Melbach dankte im Namen des dortigen Kirchenvorstands Hermann-Ulrich Pfeuffer den Sängerinnen und ihrer Dirigentin für die jederzeit guten Gesangsbeiträge. In Södel sprach das Kirchenvorstandsmitglied Erwin Pieh den Chormitgliedern seinen Dank aus und betonte, dass viele Menschen das Ende einer über 70-jährigen fest in den Orten verwurzelten Tradition vermissen und bedauern werden.

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