29. November 2018, 21:17 Uhr

Kirchenvertreter zu Gast bei den Roten Teufeln

29. November 2018, 21:17 Uhr
Das Derby gegen die Löwen Frankfurt haben sich Kirchenvertreter um Pfarrer Dr. Peter Noss angeschaut. (Foto: pv)

Spiritualität im Stadion? Mit dieser Frage war am Freitag eine Gruppe Interessierter um Pfarrer Dr. Peter Noss ins Eishockey-Stadion des EC gekommen. Es war eine von insgesamt zehn Veranstaltungen, die die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in der Wetterau anbietet.

Mit über 4200 Besuchern war das Derby gegen die Löwen Frankfurt ausverkauft. Vor Beginn des Spiels gab es Gelegenheit, mit Michael Richly, Martin Schröer und seiner Frau ins Gespräch zu kommen. Alle drei arbeiten ehrenamtlich und intensiv für den Verein – und das schon seit vielen Jahren. Richly hat selbst in seiner Jugend auf dem Eis den Puck bewegt, bei Familie Schröer war es der spielende Sohn, der die Eltern für diese Sportart begeistern konnte. Martin Schröer ist Gesellschaftssprecher des Vereins, Michael Richly Beiratssprecher.

In dem Gespräch wurde deutlich, dass es vor allem die Gemeinschaft ist, die den Verein prägt. Nicht nur Siege und Niederlagen schweißen zusammen. Es sind auch die vielen Gespräche vor, während und nach den Spielen.

Nicht wenige Fans haben ihren festen Platz auf der Tribüne, um die Spieler der Roten Teufel mit Gesang, Anfeuerungsrufen oder ganzen Choreografien zu unterstützen. Lieder wie »Hessens wahre Liebe – der EC« oder »Halleluja, Halleluja« werden angestimmt, aber auch der Gegner beschimpft. Dass es Feindbilder und bisweilen rüpelhaftes Verhalten gibt, dürfe man beim Namen nennen. Es verursache jedoch Gänsehaut, in der Kurve mit den vielen anderen Fans zu stehen und das Tor der eigenen Mannschaft zu bejubeln oder sich gemeinsam über eine Strafzeit zu ärgern. Fairness auf dem Eis wird großgeschrieben, die drei Schiedsrichter werden von allen respektiert.

Entsteht hier eine Verbindung zu Gott? Das wohl eher nicht, meinte Schröer, bekennende Katholikin. Aber Begeisterung für die Sache sei das schon. Und es gehe um Ethik, um Regeln, um Gemeinschaft.

Und wenn am Vorabend des 22. Dezember um 18 Uhr wieder zum traditionellen Weihnachtsingen mit Kerzenlicht ins Stadion eingeladen wird, ist das nicht nur anrührend, sondern auch für einen guten Zweck. Da kann man jedenfalls die Parallelen zu einem christlichen Gottesdienst mit Musik und Kollekte kaum übersehen. Und dass es ausgerechnet »Rote Teufel« sind, die sich in die Herzen der Fans spielen, hat mit Höllenqualen nichts zu tun, wie Hellvis, das Maskottchen, mit einem Augenzwinkern bestätigt.

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