07. Juni 2018, 17:00 Uhr

Gebührenbefreiung

Kita: Eltern sparen Geld, Stadt zahlt mehr

Neue Gebührenordnung, neue Modulzuschnitte – für Eltern von Kita-Kindern aus Bad Nauheim ändert sich einiges. Durch die Gebührenbefreiung sparen Eltern, während die Stadt mehr zahlt.
07. Juni 2018, 17:00 Uhr
Erzieher Stephen De Pretto malt mit Ü 3-Kindern in der Steinfurther Kita »Zauberwald«. Auf deren Eltern kommen ab August einige Neuerungen zu. (Fotos: Nici Merz)

Einfach zu verstehen ist die neue städtische Satzung zur Kinderbetreuung in Tageseinrichtungen nicht, die am 1. August in Kraft tritt. Erster Stadtrat Peter Krank und Fachbereichsleiter Jochen Mörler nahmen sich am Dienstagabend im Sozialausschuss deshalb viel Zeit, um das Konzept vorzustellen und Fragen zu beantworten. Am Ende waren die Politiker zufrieden und nickten die Verwaltungsvorlage einstimmig ab.

Für Eltern von Ü 3-Kindern gibt es ab dem 1. August aufgrund des Landesgesetzes eine deutliche finanzielle Entlastung, die pro Monat in der Regel zwischen knapp 100 und 120 Euro liegt (siehe weiteren Bericht). »Die Eltern haben den legitimen Wunsch geäußert, künftig gar nichts mehr zu bezahlen«, sagte Erster Stadtrat Krank. Dazu wird es in den meisten Fällen nicht kommen, denn nur wenige Kinder halten sich lediglich während der Grundmodulzeit in der Kita auf.

Ganztagsplätze: Große Nachfrage

Mit der neuen Satzung geht auch eine deutliche Ausweitung der Ganztagsplätze einher. »Die Nachfrage steigt, wir sind diesbezüglich ausgelastet. Weil Eltern durch die Gebührenbefreiung künftig mehr Geld in der Tasche haben, werden einige ihr Kind länger zur Betreuung anmelden«, erklärte Fachbereichsleiter Mörler. Darauf müsse die Stadt reagieren, auch um angesichts des Anspruchs auf einen Kita-Platz Klagen zu vermeiden.

Strahlender Knirps auf der Schaukel: Für Eltern von U 3-Kindern ändert sich so gut wie nichts.
Strahlender Knirps auf der Schaukel: Für Eltern von U 3-Kindern ändert sich so gut wie nic...

Seit etlichen Jahren gibt es in Bad Nauheim ein flexibles Modulsystem. Zu der Grundzeit können Eltern jeden Tag andere Module hinzubuchen, die bei Ü 3 eine Betreuung bis maximal 18 Uhr gewährleisten. Bei den Modulzeiten gibt es eine wichtige Änderung. Das kaum nachgefragte Frühmodul (6.30 bis 7.30 Uhr) entfällt, dafür wird das Grundmodul um eine halbe Stunde verlängert und um 15 Minuten vorgezogen (7.15 bis 13.15 Uhr).

Mörler: »Damit kommen wir berufstätigen Eltern entgegen. Bisher müssen viele Mütter oder Väter ihre Kinder schnell abgeben und dann zum Bahnhof eilen.« Durch das Vorziehen des Grundmoduls verlängert sich das Mittagsmodul um eine Viertelstunde (13.15 bis 14.30 Uhr), das Nachmittagsmodul verkürzt sich um eine halbe Stunde (14.30 bis 16 Uhr). Die Zeiten von Spät- und Sondermodul bleiben, wie sie sind.

Zusatzkosten sind »Peanuts«

Vor allem durch die Änderung der Modulzeiten entstehen der Stadt etwas höhere Personalkosten. Krank rechnet mit Mehrausgaben von rund 80 000 Euro pro Jahr, die mit der neuen Kinderbetreuungssatzung zusammenhängen. »Das ist im Grunde Peanuts«, sagte der Erste Stadtrat am Rande der Sitzung. Bisher schießt die Stadt nämlich gut 6 Millionen Euro pro Jahr zu, um die Betreuung von Kindern aller Altersgruppen finanzieren zu können.

Zwar lässt sich noch nicht genau abschätzen, wie viel Geld künftig notwendig ist, aber Krank geht von gut 7 Millionen Euro jährlich aus. Der Hauptgrund sind drei neue Kitas mit dem entsprechenden Personal. Die Tagesstätte in der Dieselstraße hat bereits eröffnet, im November folgt die Einrichtung in der Frankfurter Straße, im Frühjahr 2019 die Kita in der Alten Wäscherei. Zudem wird die Stadt mit Tariferhöhungen konfrontiert.

 

Info

Was bringt Gebührenbefreiung?

Das Land zahlt ab 1. August für jedes Ü 3-Kita-Kind bis zum Schuleintritt 135,60 Euro pro Monat. Das heißt für Bad Nauheim: Nur Eltern, die ihr Ü 3-Kind jeden Tag von 7.15 bis 13.15 Uhr in die Tagesstätte schicken, bleiben gebührenfrei. Für alle anderen über Dreijährigen entstehen folgende Kosten: bei Betreuung bis 16 Uhr betragen die Gebühren 59,58 Euro/Monat (bisher 157,50), bis 17 Uhr sind es 81,25 Euro/Monat (179,17), bis 18 Uhr werden 102,92 Euro/Monat fällig (222,50). Für Eltern von U 3-Kindern ändert sich so gut wie nichts. Sie zahlen für das Grundmodul weiter 270 Euro. Wer sein Kind bis 16 Uhr betreuen lässt, zahlt ab 1. August 329,58 Euro pro Monat, bislang sind es 335 Euro. (bk)

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