06. Oktober 2019, 18:23 Uhr

Klimaschutz vor Ort

06. Oktober 2019, 18:23 Uhr
Werksrundgang (v. l.) Dr. Jürgen Roth, Evy Weiß, Dr. Klaus-Dieter Rack und Stadträtin Ruth Mühlenbeck. (Foto: E.Wagner)

Um sich einen Eindruck von nachhaltiger Abfallwirtschaft zu machen, besuchten Vertreter der SPD Friedberg das Humus- und Erdenwerk Ilbenstadt. Dr. Jürgen Roth, Direktor des Abfallwirtschaftsbetriebs Wetterau, erläuterte der SPD-Delegation, dass eine moderne, nachhaltige Abfallwirtschaft möglichst vollständig das Energie- und Rohstoffpotenzial des Abfalls nutzt und verwertet.

So werden aus Bio- und Grünabfällen Strom und Humus erzeugt, Altpapier, Metall, Glas werden recycelt und damit wieder verwendbar, und selbst Restmüll kommt einer energetischen Verwertung zu. Um dies zu ermöglichen, musste in der Wetterau eine Infrastruktur zur Sammlung und Verwertung des Abfalls geschaffen werden, die im Entsorgungszentrum in Grund-Schwalheim ihren Anfang nahm. Mittlerweile wurde ein Netz von zehn Recyclinghöfen als Abfall-Sammelstationen über die Wetterau gelegt. 2020 soll bei Dorheim ein neuer, viermal größerer Recyclinghof als der bisherige eingerichtet werden, da der Abgabebedarf von Abfall in der Bevölkerung enorm wächst.

Das Humus- und Erdenwerk bei Ilbenstadt entstand 1993 und wurde schrittweise erweitert. So wurde 2007 eine Vergärungsanlage mit Blockheizkraftwerk (BHKW) eingerichtet, um die im Bioabfall steckende Energie besser nutzen zu können. Mit dem in der Vergärungsanlage gewonnenen Gas wird im BHKW Strom erzeugt, mit der gewonnenen Wärme wird die Zersetzung des Bioabfalls beschleunigt. 2014 wurden ein Gasspeicher und weiteres BHKW in Betrieb genommen. Inzwischen können mit den in der Wetterau gesammelten und in Ilbenstadt verwerteten rund 37 Tonnen organischer Abfälle rund 1700 Haushalte mit Strom versorgt werden, darunter auch der Betrieb der Biogasanlage selbst. Der im Verwertungsprozess entstandene hochwertige Kompost wird verkauft.

Roth zeigte der Friedberger SPD-Delegation (Ruth Mühlenbeck, Evy Weiß, Erich Wagner und Dr. Klaus-Dieter Rack) in einem Rundgang die Anlage in Ilbenstadt und deren einzelne Funktionsbereiche samt angegliedertem Recyclinghof. Roth: »Unsere Aufgabe ist es, Ihre Abfälle getrennt zu erfassen, damit sie in nachgeordneten Materialkreisläufen wiederverwendet werden. Dies wird von uns wirtschaftlich und ökologisch umgesetzt. Damit tragen wir konkret zum Klima- und Ressourcenschutz bei.«

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