01. Februar 2019, 19:38 Uhr

Krankenpfleger gesucht

01. Februar 2019, 19:38 Uhr
Oliver Lauxen

Zum Neujahrsempfang der freien Wohlfahrtspflege in der Wetterau kamen etwa 150 Gäste in den Weißen Saal des Hauses Sankt Gottfried, der Familienbildungsstätte des Bistums Mainz im ehemaligen Kloster. Oliver Lauxen vom Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur der Goethe-Universität Frankfurt sprach über das Thema »Wer wird uns pflegen? – Ergebnisse aus dem hessischen Pflegemonitor«.

Thema Fachkräftemangel

Der Bereichsleiter Stefan Kelm begrüßte die Gäste im Namen der gastgebenden Caritas. Eingeladen hatte die Arbeiterwohlfahrt, das Diakonische Werk, das Deutsche Rote Kreuz und der Paritätische Wohlfahrtsverband. Im vergangenen Jahr sei eine gute partnerschaftliche Zusammenarbeit gelungen. Bezahlbarer Wohnraum, Langezeitarbeitslosigkeit und Altersarmut seien wichtige Themen. Diese Dauerprobleme sollten in wirtschaftlich günstigen Zeiten gelöst werden.

Landrat Jan Weckler gratulierte im Namen des Kreises. Henning Scherf habe vor wenigen Tagen beim Neujahrsempfang des Kreises über ein ähnliches Thema gesprochen und beachtliche Ideen entwickelt. Er sagte, Alter sei eine Chance, denn die Menschen würden älter, aber auch gesünder. Es gehe nicht nur um Geld, sondern auch um Zufriedenheit. Der Staat müsse mit den freien Trägern zusammenarbeiten.

Bürgermeister Bernhard Hertel sprach über das genossenschaftliche Oekogeno-Vorhaben mit dem generationenübergreifenden Wohnen und dem geplanten Baugebiet »Gollacker«, das bezahlbaren Wohnraum vorsehe, aber in der Stadt stark angefeindet werde.

Lauxen von der Goethe-Universität Frankfurt wandte sich dem Fachkräftemangel in den verschiedenen Sparten und dem hessenweiten Monitoring zu. Es sei internetbasiert, verschiedene Schwerpunkte seien integriert und die Lage der einzelnen Berufe könne in den 25 Städten und Gemeinden des Landkreises betrachtet werden. Alle zwei Jahre gebe es Updates. Allerdings sei die Datenerfassung schwierig, der Rücklauf aber zufriedenstellend. Bei den drei Berufen, die Lauxen für 2016 ins Auge nahm, war die Nachfrage doppelt so groß wie das Angebot. Bei Krankenpflegern sei der Bedarf in der Wetterau erheblich größer als in Hessen.

Um Fachkräfte zu sichern, müsse mehr ausgebildet oder umgeschult werden. So könne mobilisiert werden, stille Reserven würden ausgeschöpft. Dadurch könne die Beschäftigung ausgeweitet werden. Auch die Arbeitsbedingungen müssten verbessert werden, es könne auch im Bereich Migration gearbeitet werden. Ein Problem dabei sei, dass die Pflegeausbildung im Ausland anders ist als in Deutschland. Dies könne zu Unzufriedenheit und zu Konflikten am Arbeitsplatz führen.

Es zeigt sich, dass die Ausbildungsbereitschaft der Kliniken und Heime hoch ist, aber nicht alle Plätze besetzt werden können, sagte Lauxen. Die Anwerbung ausländischer Pflegekräfte gewinnt an Bedeutung, aber die Tätigkeit der Pflegekräfte unterscheide sich von der in Deutschland stark. Es gibt unterschiedliche Auffassungen von der Fachlichkeit und der Arbeitsorganisation. Ein Ausweg könnten gemeinsame Ausbildungsmaßnahmen mit deutschen und ausländischen Pflegekräften sein. Lauxen fasste zusammen, in der Pflege gebe es zwar viele Baustellen, aber auch viele Chancen. (Foto: udo)

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