05. Januar 2019, 06:00 Uhr

Rodheim

Kürbis: Schmackhaftes Wintergemüse

Ute Klein ist ein echter Kürbisfan. Seit Jahren baut sie für ihren kleinen Hofladen in der Junkergasse in Rodheim das schmackhafte Wintergemüse an. Als Kürbisexpertin weiß sie genau, wie sich das Gemüse am besten Zubereiten lässt.
05. Januar 2019, 06:00 Uhr

Ob Kürbis süß-sauer, Kürbissalat oder Kürbiswaffeln – Ute Klein liebt Kürbisse in jeder Form. »Dieses Jahr habe ich etwa siebzig Sorten angebaut«, erzählt sie. Zwar sind nicht alle aufgelaufen, und manche sind wegen der Trockenheit klein geblieben, aber die Ernte hat sich dennoch gelohnt. »Wir haben hier in Rodheim gute, feuchte und schwere Böden, da wächst vieles besser als woanders.« Gegossen habe sie auf dem rund einen halben Hektar großen Areal, in dem es zur Erntezeit schon von weitem gelb und orange leuchtet, nicht. »Das würde ich zeitlich überhaupt nicht schaffen. So muss ich eben nehmen, was die Felder hergeben.« Zudem liege ein Teil ihres Anbaus nahe dem Riedgraben, und da gäbe es genug Wasser.

 

Die beliebtesten Sorten seien Hokkaido, Butternut oder der Muskatkürbis. Die hätten noch viele Untersorten, die sich in Form oder Größe, der Farbe oder dem Erntezeitpunkt unterscheiden. So komme die Zahl 70 schnell zusammen. »Beim Butternut können die Exemplare bis zu einen Meter lang werden. Sie bringen dann 25 bis 35 Kilo auf die Waage«, sagt Klein. Da wird die Ernte schnell zur Schwerstarbeit.

 

Künftig kein Kürbisfest mehr

 

Geerntet werde ab etwa Mitte August, und im Oktober gehe es dann so richtig los. Dieses Jahr hat Klein angesichts des warmen und trockenen Sommers etwas früher angefangen. Fragt man sie nach der Haltbarkeit der Kürbisfrüchte, muss sie lächeln. »Je nach Sorte und Lagerung sind sechs bis neun Monate drin.«

In ihrer kleinen Wirtschaftsküche stehen große Töpfe bereit, in denen sie die in Scheiben oder Würfel geschnittenen Früchte zubereitet. »Dieses Jahr habe ich kaum Halloween-Kürbisse verkauft, weil ich fast alle zum Einmachen gebraucht habe«, berichtet Klein. Der Nachfrage nach den großen, runden Kürbissen, die vor allem bei Kindern gern zum Schnitzen oder Bemalen genommen werden, habe sie diesmal nicht gerecht werden können.

Selbst zu ihrem seit 13 Jahren bei Jung und Alt beliebten Kürbisfest am 3. Oktober musste sie genau hingucken, damit jeder etwas abbekam. Ein nächstes Kürbisfest werde es wohl nicht mehr geben, aber das liege nicht an der Erntemenge, sondern an dem großen Aufwand, der trotz der engagierten Helferschar jedes Jahr betrieben werden müsse.

 

Zierkürbisse beliebt – aber nicht essbar

 

Ob als Waffel oder Quiche, als Suppe oder Bratwurst, oder einfach aus dem Backofen und mit einer leckeren Dip ergänzt – Rezepte hat Klein viele im Kopf. Zahlreiche Besucher sind in der Vergangenheit zu ihr gekommen, um den Tag im Hexehäusi bei einer kleinen Leckerei zu genießen oder den Nachwuchs in der Bastelecke abzugeben. Das gehört aber der Vergangenheit an. Künftig werde es die Leckereien nur noch aus dem Glas oder als unverarbeitete Frucht geben.

Die Kürbisprodukte von Ute Klein gibt es im Hofladen in Rodheim.
Die Kürbisprodukte von Ute Klein gibt es im Hofladen in Rodheim.

Nebenbei verrät Klein im Hexehäusi auch ein paar Tricks, um den Kürbis einfach und schnell zu Hause zu verarbeiten. »Wenn ich einen Kürbis schneide, nehme ich ein kleines Messer mit einer dünnen, scharfen Klinge, das geht viel einfacher als mit einem schweren Dolch.« Für Salate schneidet Klein die Kürbisse in dünne rohe Scheiben und gießt erst zum Einmachen einen würzigen Sud darüber, der mit Paprika, Zwiebeln und Senfkörnern verfeinert wird. Der Kürbis süß-sauer wird gekocht, bevor er in die Gläser kommt, denn er sollte »schön glasig sein«. Dass immer noch einige, vor allem ältere Menschen dem süß-saure Gemüse skeptisch gegenüber stehen, führt Klein auf die alten Sorten zurück, die oft recht faserig waren. »Die neuen Züchtungen viel sind zarter im Fruchtfleisch«, sagt sie.

Ein weiteres Thema im Hexehäusi sind die Zierkürbisse. Es gibt sie in weiß und lila, in grün, gelb oder orange, und sie bestechen durch unterschiedliche Formen und Muster. Gestreift oder getupft, rund oder platt – hier sind der Fantasie der Natur kaum Grenzen gesetzt. Essbar sind sie nicht, »aber sie sehen einfach schön aus uns sind jedes Jahr sehr beliebt«.

 

Die Lieblingsrezepte von Ute Klein

Im Hexenhäusi und auch privat verarbeitet Ute Klein den Kürbis zu unterschiedlichen Gerichten. Uns hat sie ihre liebsten Rezepte verraten:

Sahnekürbis vom Blech für 4 Personen:

Zutaten:  1 Hokkaido-Kürbis, 500g kleine Kartoffeln, 1/2 Bund Thymian, 50g Parmesan, 400 ml Schlagsahne, 12 Kirschtomaten, Meersalz, Pfeffer, 4 EL Olivenöl, Kürbiskerne (geröstet) oder Walnüsse. Zubereitung: Kürbis vierteln, entkernen und in dünne Spalten schneiden. Kartoffeln schälen, waschen und längs halbieren. Thymianblättchen von den Stielen zupfen, Parmesan fein reiben. Sahne mit der Hälfte des Parmesan verrühren und mit Salz, Pfeffer und Thymian kräftig würzen. Kürbis und Kartoffeln mit dem Öl vermischen und auf einem Backblech verteilen. Thymiansahne darüber geben, mit dem Rest vom Parmesan bestreuen. Im vorgeheizten Backofen (Umluft 200 Grad) 40–45 Minuten backen. Circa 20 Minuten vor Ende der Garzeit Tomaten zugeben. Nach Geschmack mit gerösteten Kürbiskernen oder gehackten Walnüssen bestreuen.

Kürbissuppe mit Ingwer und Kokosmilch für 4 Personen:

Zutaten: 1kg Kürbisfleisch netto, 1 Zwiebel, 4 cm Ingwer, 1,5 EL Butter, 600 ml Gemüsebrühe, 350 ml Kokosmilch, Salz und Pfeffer, Sojasoße zum Abschmecken, 1/2 Zitrone, ausgepresst. Zubereitung: Den Kürbis, den Ingwer und die Zwiebel schälen und würfeln, in der Butter andünsten. Mit der Brühe aufgießen und etwa 15–20 Minuten weich kochen. Dann sehr fein pürieren und die Suppe eventuell durch ein Sieb streichen. Kokosmilch unterrühren und die Suppe mit Salz, Pfeffer, Sojasoße und Zitronensaft abschmecken.

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