29. März 2019, 18:56 Uhr

Kulturbahnhof-Debatte: Freie Wähler klären SPD auf

29. März 2019, 18:56 Uhr
Der Bad Nauheimer Bahnhof. (Foto: Artz)

Die SPD ist »verwundert« über die Haltung der FW/UWG zum Kulturbahnhof, weshalb die Freien und Unabhängigen Wähler die Sozialdemokraten nun ein wenig »erhellen« wollen. Dass der Eigentümer des Bahnhofsgebäudes eine Wohnbebauung auf seinem Gelände plant, sei bekannt gewesen. Die Pläne lägen dem Magistrat vor, Ende November wurde darüber im Kulturausschuss gesprochen, wo Bürgermeister Kress auch den Mietpreis von 7,50 Euro bekannt gab. Von daher sei man über die »gespielte Ahnungslosigkeit der SPD« verwundert, schreibt FW/UWG-Pressesprecher Reiner Zinsinger. Der zu vermietende Teil sei im Übrigen grundsaniert, es müssten lediglich Mieter-spezifische Einbauten getätigt werden. Der Bau von Miethäuser in Bahnhofsnähe müsse gerade die SPD freuen, entstehe doch bezahlbarer Wohnraum.

Die FW/UWG habe sich dem Thema Kulturbahnhof angenommen, da eine Ausweichmöglichkeit für das Badehaus 2 gesucht werden müsse. Der Bahnhof als Jugendstilgebäude in zentraler Lage mit Parkmöglichkeiten biete sich hierfür an. Die FW/UWG sieht den Kulturbahnhof als »gute und vielseitige Alternative zum Badehaus 2«. Deshalb »krallt« (wie Sert schrieb) sich die FW/UWG an diesem Thema fest.

Für die städtische Kulturbühne müsse nach deren Auszug aus dem Badehaus 2 eine schnelle Lösung gefunden werden. Bis dahin könnten die kulturellen Angebote der Stadt auch an anderen Orten stattfinden. »Erfreulich ist, dass das TAF in Eigeninitiative einen Spielort für ihr neuestes Stück in der Johanneskirche gefunden hat. Somit bleibt der Stadt auch dieser kulturelle Genuss während der Bauarbeiten im Badehaus 2 erhalten«, schreibt Zinsinger.

Was die SPD-Fraktion mit »fadem Beigeschmack« meint, erschließe sich nicht. Die Mitglieder der FW/UWG hätten weder Grundbesitz am Bahnhof, noch spielten sie in einer Theatergruppe und benötigten daher auch kein günstiges Vereinshaus. Vielmehr sei den Freien Wählern daran gelegen, den Bürgern eine kulturelle Liegenschaft anzubieten, »die unsere Stadt widerspiegelt, das bestehende kulturellen Angebot beibehält und die Möglichkeit bietet, dieses auszuweiten«, schreibt Zinsinger.

Ein Kulturangebot im Bahnhof würde sicherlich das Jugendstilgebäude aufwerten. Für die Stadtkasse sei es nicht relevant, ob die Miete an einen privaten Investor oder an die Stiftung Sprudelhof gezahlt werde. Zinsinger: »Denn eine Ausgabe ist eine Ausgabe.« Hier sei aber zu prüfen, welche Miete günstiger ist.

Die Stadtverordneten haben den Magistrat beauftragt, den Bau eines Kulturzentrums im Badehaus 3 zu prüfen – ohne die Stimmen der Freien Wähler. Nun müsse man abwarten, mit welchen Kosten die Bürger zu rechnen haben. Daher ist für die FW/UWG »die Pressemitteilung der SPD nicht nachvollziehbar und unnötig«. Das wichtigste Projekt für die Stadt sei derzeit aber der Neubau der Therme, des Thermenhotels und der Tiefgarage, die erst einmal bezahlt werden müssten.

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