24. September 2019, 18:53 Uhr

Kulturzentrum wird teurer

24. September 2019, 18:53 Uhr
Noch ist im Badehaus 3 ein Café untergebracht. In einigen Jahren soll hier ein Kulturzentrum mit Jugendstilzentrum, Stadtbücherei und Spielstätte entstehen. (Archivfoto: nic)

Das Theater Alte Feuerwache zieht im Sprudelhof vom Badehaus 2 ins Badehaus 3, wo ein Kulturzentrum errichtet wird. So sehen es die städtischen Pläne vor. Ein endgültiger Beschluss des Parlaments steht allerdings noch aus. Die Freien und Unabhängigen Wähler (FW/UWG) kritisieren diese Pläne und nennen als gewichtiges Gegenargument die Kosten. Die seien bereits jetzt in der Planungsphase deutlich gestiegen.

»Wirklich überraschen kann das niemanden mehr, nur: Wann ist ›noch mehr‹ letztich ›zu viel‹?« So fragt Markus Philippi (FW/UWG), Vorsitzender des Haupt- und Finanzausschusses, auf die Ankündigung der Verwaltung, bereits jetzt sei absehbar, dass die geplante Spielstätte zwischen Badehaus 3 und 4 mindestens über drei Millionen Euro kosten werde. Der Aufwand erhöhe sich um 25 Prozent. Als Grund habe das Rathaus angegeben, dass die Wasserbehälter aus Beton, die Rohrleitungen und das mit Arsen angereicherte und gelagerte Wasser entsorgt werden müssten.

Am Anfang der Planung sei man von zwei Millionen Euro ausgegangen, schreibt Philippi in einer Pressemitteilung. »Neun Monate später waren es 2,4 Millionen, nun sind es mindestens drei Millionen.« Wobei mit der eigentlichen Planung »wohl noch gar nicht begonnen« wurde. Das alles sei keine realistische Planung. Der FW/UWG-Fraktionsvorsitzende Markus Theis ergänzt: »Leider haben wir diese Entwicklung kommen sehen, für uns ist es jetzt schon zu viel. Es ist nicht absehbar, wie weit sich der Betrag noch erhöhen wird.« Kultur müsse man sich selbstverständlich etwas kosten lassen. »Aber auch da gibt es Grenzen.« Angesichts der durch die Investitionen verursachten Folgekosten würde die Stadt »mindestens dreimal so viel für die Spielstätte ausgeben wie für die dort dargebotene Kunst«.

Es sei Aufgabe des Magistrats, die ohnehin vom Gesetz geforderte Alternative zu suchen und diese auch zu prüfen. Die FW/UWG bleibe weiterhin bei dem Vorschlag, den Bahnhof als mögliche Alternative zu untersuchen. Theis: »Auch wenn dieser Vorschlag von allen anderen Parteien abgelehnt wird.«

Die Argumente gegen den Kulturbahnhof seien nie fundiert untersucht worden. Außerdem sei es ökologischer, ein bestehendes Jugendstilgebäude wiederzubeleben als für einen von außen nicht einmal sichtbaren Neubau über drei Millionen auszugeben.

Diskussion um Stadtbücherei

Die FW/UWG bleibe auch bei ihrer Position, die Bücherei am jetzigen Standort zu belassen. Die Investitionen, die für einen Umzug nötig wären, würden zu deutlich höheren Kosten führen. Außerdem wollten die Nutzer der Bücherei nicht aus dem stadteigenen Gebäude ausziehen, um in ein gemietetes Objekt auf einer viermal so großen Fläche wie bisher umzuziehen. Das sei nicht sinnvoll, zumal nicht einmal zehn Prozent der Bad Nauheimer einen Büchereiausweis hätten.

Kämmerer Peter Krank habe in seiner Rede zur Einbringung des Nachtragshaushaltes davor gewarnt, die Stadt dürfe sich bei den Investitionen nicht verheben. Laut Theis dürften die hohen Einnahmen aus Grundstücksverkäufen nicht dazu führen, dass sich die Stadt Dinge leiste, deren Unterhaltung sie in Zukunft nicht mehr zahlen könne. Am Ende würden dann »die Bürger über die Steuerschraube zur Kasse« gebeten.

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