19. Oktober 2019, 10:00 Uhr

Streit ums Schulamt

Kultusminister: Friedberg war bei Standortsuche keine Hilfe

Friedberg (jw). Die Stadt wollte das Schulamt in Friedberg halten. Laut Bürgermeister Antkowiak hat sie dem Land mehrere Ausweichquartiere genannt. Kultusminister Lorz sieht das anders.
19. Oktober 2019, 10:00 Uhr

Staatliches Schulamt und Lehrerseminar müssen umziehen. Die Stadt richtet in der Mainzer-Tor-Anlage 6 ihr Technisches Rathaus ein, der Mietvertrag läuft am 30. Juni 2020 aus. Wahrscheinlicher neuer Standort des Schulamtes ist ein Bürogebäude in Dortelweil. Warum wurde das Schulamt nicht in Friedberg gehalten? Bei dieser Frage widersprechen sich Kultusminister Prof. Alexander Lorz und Bürgermeister Dirk Antkowiak (beide CDU).

Winfried Ertl (UWG) zitierte in der Stadtverordnetenversammlung das Sitzungsprotokoll des Hessischen Landtags vom 24. September. Die SPD-Abgeordnete Lisa Gnadl wollte von Kultusminister Lorz wissen, welche Alternativen im Wetteraukreis geprüft wurden. Und: »Können Sie garantieren, dass die Stadt Friedberg bei der weiteren Standortsuche Ihnen keine Unterstützung angeboten hat?« Den letzten Teil der Frage könne er »klar beantworten«, sagte Lorz: »Denn wir haben mehrfach bei der Stadt Friedberger nachgefragt. Wir bekamen schriftlich - das ist dokumentiert - die Antwort: Sie müssen raus. Wir können allenfalls noch über drei Monate Zugabe reden. Ansonsten brauchen wir die Immobilie selbst. Eine andere Bestandsimmobilie steht bei uns nicht zur Verfügung. Das war die verbindliche schriftliche Auskunft der Stadt Friedberg auf mehrfaches Nachfragen.« Soweit Lorz laut Protokoll.

Bürgermeister Antkowiak hatte am 9. September in der Stadtverordnetenversammlung erklärt, die Stadt habe »viele aktive Schritte« unternommen, um die Behörde in Friedberg zu halten; leider hätten die Gespräche zu keinem Erfolg geführt. »Was stimmt denn nun?«, wollte Ertl wissen.

Was stimmt?

»Es gab eine Telefonkonferenz, von der ein Protokoll angefertigt wurde«, sagte Antkowiak. »Stadt und Wetteraukreis haben mehrfach Vorschläge gemacht.« Man habe einen gemeinsamen Ortstermin in der Kaserne organisiert, wo das ehemalig Mannschaftsgebäude 3619 besichtigt werden sollte. Die Schulamtsleiterin habe vom Land die Teilnahme an dem Termin untersagt bekommen. »Sie durfte nicht erscheinen.« Man habe drei Investoren an der Hand gehabt, die alle Neubauten errichten wollten, um sie dem Land zu vermieten. Das aber habe abgewunken. Antkowiak: »Wir haben alles getan, um das Schulamt hier zu halten.« Es habe nicht an der Stadt gelegen. »Hier sind andere Interessen im Spiel«, sagte der Bürgermeister.

Kultusminister Lorz hatte im Landtag gesagt, der Landesbetrieb Bau und Immobilien führe derzeit Vertragsverhandlungen mit dem Vermieter einer Liegenschaft in Bad Vilbel-Dortelweil. Das Protokoll verzeichnet an dieser Stelle einen Zwischenruf des FDP-Abgeordneten Jörg-Uwe Hahn (Bad Vilbel-Dortelweil): »Sehr guter Ort.« Wenigstens einer, der sich über den Standort ganz am Rande des Einzugsgebiets des Schulamtes freut.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Alexander Lorz
  • Bürgermeister und Oberbürgermeister
  • CDU
  • Friedberg
  • Hessischer Landtag
  • Hilfe
  • Jörg-Uwe Hahn
  • Kultus- und Bildungsminister
  • Lisa Gnadl
  • Schulämter
  • Friedberg
  • Jürgen Wagner
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 4 + 1: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.