31. Mai 2017, 19:16 Uhr

Liebeserklärung an die Flöte

31. Mai 2017, 19:16 Uhr
Torsten Mann und Kerstin Fahr führen die Zuhörer quer durch das Europa des Früh- und Hochbarock. (Foto: prs)

Besonderer Konzertnachmittag in der Kirche: Die evangelische Kirchengemeinde Bönstadt und die Musikschule Assenheim hatten zu einem Konzertnachmittag in die Bönstädter Kirche eingeladen. Die Blockflötistin Kerstin Fahr und der Cembalist Torsten Mann führten die Zuhörer quer durch das Europa des Früh- und Hochbarock.

Mit dynamischer Vitalität begann das Konzert, um sich dann von Höhepunkt zu Höhepunkt weiter zu entfalten. Die Körpersprache der Flötistin unterstützte die Musik dabei, sich mit der sensiblen Aufnahmebereitschaft der Zuhörerschaft zu verbinden. Während das Publikum atemlos dem Temperamentsgewitter der Musikdarbietung lauschte, fragte man sich, wo die Künstlerin ihren Atem hernimmt, während ihre flinken Finger – ebenso wie die des Cembalisten – wilde Tänze über Flötenlöcher und Tasten vollführten. Nach den virtuosen Klangkaskaden waren es dann wieder gefühlvoll-sanfte Sätze, die gleichermaßen Entspannung verhießen und dennoch den musikalischen Spannungsbogen niemals verließen.

Eine kameradschaftliche Liebeserklärung an die Flöte war das Werk »Ofrenda« des zeitgenössischen mexikanischen Komponisten Mario Lavista, das Kerstin Fahr erlaubte, als Solistin das gesamte Klangspektrum der Flöte liebevoll, lustvoll herausfordernd und spielerisch auszuloten. Während Thorsten Mann bei den anderen Werken die klanglich hervortretende Flötenstimme jeweils als Basso Continuo begleitete, konnte er in einer Toccata des Amsterdamer Musikers Jan Pieterszoon Sweelink seine Virtuosität als Solist unter Beweis stellen und mit sensibler musikalischer Gestaltungskraft verbinden.

Die Lebensläufe der beiden Musizierenden verraten bereits ihr hohes künstlerisches Niveau: Kerstin Fahr studierte an den Musikhochschulen in Freiburg, Frankfurt und Lyon Blockflöte sowie Barockvioline und machte ihr Konzertexamen Blockflöte in Frankfurt. Sie musiziert mit renommierten Ensembles der historischen Aufführungspraxis. Sie konzertierte bei diversen Musikfestivals und ist zudem regelmäßig an den Theatern in Mainz, Darmstadt und Gießen als Blockflötistin engagiert. Sie gewann internationale Musikpreise und wirkte bei CD-Aufnahmen mit. Der Cembalist Torsten Mann schloss nach seinem Klavierstudium an der Frankfurter Hochschule für Musik und Darstellende Kunst ein Studium Historischer Interpretationspraxis auf Cembalo und Hammerklavier an. Seine musikalische Tätigkeit als Cembalist und Pianist führte ihn zu Festspielen und Festwochen.

Er erhielt einen Korrepetitionsauftrag an der Frankfurter Musikhochschule. Sein Repertoire reicht von der Musik des 16. Jahrhunderts bis in die Gegenwart. Als Mitglied des auf barocken Instrumenten spielenden Ensembles »Tides« wurde er beim Lenzewski-Wettbewerb in der Kategorie »Ensemble für Neue Musik« mit dem ersten Preis ausgezeichnet.

In der kleinen Bönstädter Dorfkirche, die für ihre hervorragende Akustik und ihr aufnahmebereites Publikum bekannt ist, ließen die beiden Musiker ihr Können und ihre Ausdruckskraft, ihren Enthusiasmus und ihre musikalische Sensibilität auf die begeisterte Zuhörerschaft überfließen.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Cembalisten
  • Evangelische Kirche
  • Evangelische Kirchengemeinden
  • Flöte
  • Hochbarock
  • Liebeserklärungen
  • Niddatal-Bönstadt
  • Dr. Siegfried Preiser
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen