17. Juni 2019, 08:00 Uhr

Mundart

Lokalmatador Olaf Kromm gewinnt Mundartwettbewerb

Olaf Kromm aus Gelnhaar hat den ersten Platz beim Wetterauer Mundartwettbewerb errungen. Auf den zweiten Platz kam Lieselotte Reuter (Waldsolms) vor Hans Theo Rosenbecker (Bad Nauheim).
17. Juni 2019, 08:00 Uhr
Die Preisträger Olaf Kromm (l.), Lieselotte Reuter und Hans Theo Rosenbecker mit Landrat Jan Weckler und Bürgermeisterin Ulrike Pfeiffer-Pantring. (Foto: prw)

»Mit dem Wettbewerb wollen wir einen Beitrag leisten, die Wetterauer Mundart zu pflegen und zu erhalten. Sie vermittelt Heimat und Identifikation, droht aber, in einer hochmobilen Gesellschaft immer mehr verloren zu gehen«, sagte Landrat Jan Weckler.

In der von Martin Schnur souverän moderierten Veranstaltung im voll besetzten Bürgerhaus in Gelnhaar traten am Samstag 13 Teilnehmer mit überwiegend selbstgeschriebenen Stücken auf. Zuvor mussten alle einen kurzen Text über moderne Küchenmaschinen in Mundart übersetzen.

So erzählte Christa Schusser aus Rockenberg die dramatische Geschichte vom Aufeinandertreffen eines Schimpansen und eines Eisbären. Doch weil beide aus Rockenberg kamen, ging die Sache ziemlich glimpflich ab. »Alldoagssprüch« brachte Friedel Werner aus Ostheim mit und erzählte die Geschichte vom unordentlichen Sohn, dessen Mutter ganz cool sein kann. Ein Loblied auf die Heimatzeitung trug Brigitte Appel vor.

Dramatische Erinnerungen

Yvonne Taddeo ist eine typische Vertreterin der neuen Zeit. Sie ist überall groß geworden, anfangs in Assenheim, später in Gettenau. Nach einem Abstecher in die USA kam sie nach Weckesheim, und überall hat sie Dialekt gesprochen, auch wenn sie von sich sagt: »Aich schwetzte kaan Dialekt«.

Erika Nebeling erzählte die Geschichte vom »geheimnisvollen Maadche«. Großen Beifall erhielt auch die Geschichte, die Liselotte Reuter aus Waldsolms vortrug. »Dej Fraa aus de Werrer-a« die nach Amerika reist, um ihren Enkel zu sehen und erkennen muss: »Fiehrt m’rr aach weit ans ferne Land, me wird halt iwwerall e-kannt.«

Dramatisch waren die Erinnerungen, die Chris Emig vortrug: »Aich ern de Plumsklo«. Da kam auch bei manch und Besuchern die Erinnerung an die alte Zeit zurück, die ganz und gar nicht immer so gut war.

Die bei Autofahrern beliebteste Stadt Deutschlands liegt sicherlich nicht im hohen Norden. Das hat möglicherweise etwas mit der Verkehrssünderdatei in Flensburg zu tun, mit der Olaf Kromm in seiner Geschichte: »De Landrot unn die Punkte« in regem Briefwechsel war. Da wird ihm doch tatsächlich attestiert, dass er »zum Fiehrn von Kraftfahrzeuche nait geeichent wär. Do hunn aich awweer geguggt!«

Von »bawahrische Keesfois«

Wer Mundart spricht, ist klar im Vorteil, vor allem, wenn er auf dem Land lebt. Andrea Reinelt empfindet ihren Florstädter Dialekt mittlerweile als »E’n Schatz«.

»Wir Menschen sind fehlbar und haben alle so unsere kleinen Geheimnisse.« Hans Theo Rosenbecker aus Bad Nauheim berichtete von einer Beichte in der Hochzeitsnacht: Lisbeth leidet unter Mundgeruch und Karl unter »bawahrische Keesfois«.

Im Anschluss stimmten die Besucher über ihre Favoriten ab. Um ein möglichst gerechtes Ergebnis zu erzielen, um etwa den Heimvorteil von Bewerbern auszuschließen, mussten zwei Stimmen an verschiedene Bewerber abgegeben werden. Danach wurden Olaf Kromm, Lieselotte Reuter und Hans Theo Rosenbecker für ihre Vorträge mit dem »Wetterauer Plattschwätzer« ausgezeichnet. Diese Skulptur wurde von der Ortenberger Metallbildhauerin Ulrike Obenauer geschaffen.

Ganz zum Schluss gelang es Martin Schnur mit seinen launigen Mundartstücken, den ganzen Saal in Stimmung zu versetzen.

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