11. April 2017, 20:14 Uhr

Luther und Bach beim Klönen

11. April 2017, 20:14 Uhr

Worüber hätten sich Johann Sebastian Bach und Martin Luther wohl unterhalten, wenn sie sich jemals begegnet wären? Zuerst sicher über die Musik. Bach würde vielleicht erzählen, wie er in seiner Kindheit Lutherlieder gesungen hat, wie er dabei gelernt hat, gute bekannte Melodien mit klaren, aussagekräftigen Texten zu unterlegen.

Und Luther könnte darüber sprechen, wie er seine theologischen Lehren in Liedern ausgedrückt hat, wie er versucht hat, Gottes Wort in Liedern eine Stimme zu geben. Auch würde er wahrscheinlich darüber sprechen, wie wichtig es ihm war, dass die Menschen Lieder und Texte und nicht zuletzt seine Lehre verstehen und dass er deshalb die Bibel und Lieder vom Lateinischen ins Deutsche übersetzt hat.

Und Bach könnte Luther sagen, wie er durch dessen Texte verstanden hat, dass die Menschen Gottes Gnade nicht durch gute Werke erlangen, sondern allein durch den Glauben.

Solch ein fiktives Gespräch war Teil des Lutherabends, den der Kirchenchor anlässlich des 500. Jubiläums der Reformation veranstaltete. Heinz Hisserich und Axel Müller-Gers verkörperten Luther und Bach dabei würdig.

Für die musikalische Gestaltung sorgte der Kirchenchor selbst. So wurden Wortbeiträge und gutes Essen immer wieder durch Lieder mit Texten und Melodien Martin Luthers untermalt. Aus einem eigens zum Lutherjahr erstellten Luther-Liederheft sangen die Chormitglieder »Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort«, »Verleih uns Frieden gnädiglich«, »Nun freut euch, lieben Christen g’mein« und natürlich das bekannte Lutherlied »Eine feste Burg ist unser Gott«. Zwei besondere Liedtexte stammen aus der »Vorrede auf alle guten Gesangbücher« von Martin Luther, nämlich »Die beste Zeit im Jahr ist mein« und der Kanon »Hier kann nicht sein ein böser Mut«.

Als zusätzlichen Hörgenuss hatte Chorleiterin Hannelore Hartenstein ein Vokalensemble aus Chormitgliedern zusammengestellt, das »Innsbruck, ich muss dich lassen« von Heinrich Isaac und »Ach Elslein, liebes Elslein mein« von Ludwig Senfl vortrug.

Außerdem sorgte ein Instrumentalensemble mit zwei Allemandes für Hörgenuss. Auf Blockflöten, Geige, Krummhorn und Cornamuse spielten Elisabeth Gers, Katja Estenfeld, Elke Schusterschitz, Birgit Gröger und Hannelore Hartenstein.

Sollte dem einen oder anderen Besucher des Lutherabends dessen Lebenslauf nicht mehr ganz geläufig gewesen sein, so half ihm Michael Schösser als begabter Bänkelsänger mit seinem humorvollen Vortrag auf die Sprünge.

Dass dieser Lutherabend so gut gelingen konnte, lag sicher daran, dass alle Chormitglieder die Liebe zur Musik und zum Gesang in Luthers Sinne eint: »Hier kann nicht sein ein böser Mut, wo da singen Gesellen gut. Hier bleibt kein Zorn, Zank, Hass noch Neid, weichen muss alles Herzeleid.«

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