03. Juni 2019, 19:57 Uhr

»Medibus« soll auch hier rollen

03. Juni 2019, 19:57 Uhr
Der Hausarzt hat seine Praxis geschlossen, die nächste liegt zig Kilometer weit weg? Der »Medibus« der Kassenärztlichen Vereinigung soll hier für Abhilfe schaffen. (Foto: dpa)

Wenn die Patienten in ländlichen Gebieten nicht mehr zum Hausarzt gehen können, weil dessen Praxis längst geschlossen hat, muss eben der Arzt zum Patienten kommen. Das dachte sich die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Hessen und rief das Projekt »Medibus« ins Leben: Seit Juli letzten Jahres tourt die »rollende Arztpraxis« durch Nord- und Osthessen, in einem Bus, den die Deutsche Bahn hat bauen lassen. CDU und SPD im Kreistag fordern die Kreisregierung nun auf, zu prüfen, ob solch ein »Medibus« auch in der Wetterau eingesetzt werden kann.

Nach Berechnungen der KV liegt insbesondere in der mittleren und östlichen Wetterau ein niedriger ärztlicher Versorgungsgrad vor. »Maßnahmen zur Stärkung der hausärztlichen Versorgung sind daher dringend erforderlich«, heißt es in dem Antrag der Großen Koalition, der am Mittwoch, 5. Juni, in der Kreistagssitzung (Beginn: 15 Uhr im Plenarsaal des Kreishauses in Friedberg) zur Diskussion steht. Der »Medibus« könne die Versorgungslücken schließen, heißt es.

Wie die FAZ berichtete, will die Deutsche Bahn bis Anfang 2020 sieben solcher Fahrzeuge bereitstellen. Die mobile Arztpraxis erlaube es, flexibel auf Engpässe zu reagieren. Geld sparen lasse sich mit dem »Medibus« aber nicht. »Die Kosten für die zweijährige Pilotphase liegen laut KV bei rund 600 000 Euro. Damit sei der ›Medibus‹ teurer als eine Hausarztpraxis.«

Ein weiteres Thema der Sitzung betrifft die Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern. Die FDP will hier die Kreisverwaltung mit in die Verantwortung nehmen. Hierzu die sozialpolitische Sprecherin Regine Feyl: »Ziel des Antrags ist, zunächst einen Überblick über die Ausbildungskapazitäten im Kreis zu bekommen.« Der Bedarf an Erziehern steigt, aber reichen die Kapazitäten aus? Und wie gelingt es, noch mehr Menschen für diesen Beruf zu gewinnen? Welche Anreize muss der Kreis hierfür setzen?

»Städte und Gemeinden werden bei der Rekrutierung von Erziehern allein gelassen. Sie sind nicht in der Lage, Ausbildungskapazitäten zu schaffen. Deshalb muss der Kreis als Jugendhilfeträger endlich mehr aktiv werden«, sagt Feyl. Der FDP-Landtags- und Kreistagsabgeordnete Jörg-Uwe Hahn ergänzt, eine entsprechende Initiative sei gerade erst im Offenbacher Kreistag über Parteigrenzen hinweg beschlossen worden.

Die Grünen beantragen, die Nidda auf die Wirkungen von Mikroplastik, multiresistenten Keimen und Antiobiotika untersuchen zu lassen. Die AfD fordert Ausstellungen zum Thema »Linksextremismus« bzw. »Religiösen Extremismus bekämpfen«, die Fraktion Linke/Piraten fordert Zahlen zum Thema »Sozialer Wohnungsbau« und die Einführung einer Sozialchipkarte.

Weitere Themen im Kreistag sind Geldleistungen in der Tagespflege (Linke/Piraten), die Fortschreibung des Nahverkehrsplans (Grüne) und der Schulentwicklungplan (Fusion der Beruflichen Schulen Büdingen und Nidda). Die rechtsextreme NPD fordert zudem, der Kreis solle »jegliche Bemühungen, die E-Mobilität in Wetterauer Behörden auszubauen, sofort einstellen«.

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