14. Juni 2018, 19:01 Uhr

Mozart, Mehlhart und die Klarinette

14. Juni 2018, 19:01 Uhr
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Aus der Redaktion
Ulrich Mehlhart

Der Klarinettist Ulrich Mehlhart gastiert mit der Kammerphilharmonie Bad Nauheim beim nächsten Konzert in der Sinfoniekonzert-Reihe am Sonntag, 17. Juni, um 16.30 Uhr im Jugendstiltheater Bad Nauheim mit Wolfgang Amadeus Mozarts Konzert für Klarinette und Orchester in A-Dur, KV 622 unter Leitung von Uwe Krause.

Ulrich Mehlhart trat 2016 nach 33 Jahren als Klarinettist am HR-Sinfonieorchester in Frankfurt, davon 30 Jahre als Soloklarinettist, in den verdienten »Unruhestand«.

Mehlhart wurde 1955 in Wiesbaden geboren. Nach dem Abitur begann er zunächst ein Studium der Physik, Geografie und Meteorologie für den Schuldienst in Bonn. Nach einigen Semestern entschloss er sich aber, sein Hobby, die Musik, zu seinem Beruf zu machen und begann 1976 ein Musikstudium für den Schuldienst an der Universität Frankfurt. Auf Anraten der Frankfurter Musiklegende, Pianistin und Hochschullehrerin Gisela Sott, entschloss er sich, Klarinette an der Musikhochschule in Basel zu studieren.

Seit 1983 war Mehlhart also Soloklarinettist im HR-Sinfonieorchester. Wie viele erstklassige Soloinstrumentalisten unterrichtet er bis heute mit pädagogischem Interesse.

Fragt man Ulrich Mehlhart nach seinen Komponisten-Favoriten zögert er. Er spielt die Werke zahlreicher Komponisten gerne und ist immer bereit, Neues und Unbekanntes wie John Cages oder Morton Feldman zu entdecken. Schließlich bekennt er sich aber zu Wolfgang Amadeus Mozart, zu Gustav Mahler und zu Igor Strawinsky. Zu Strawinsky hatte er schon als Sechsjähriger eine besondere Beziehung, besonders zu dem Stück »Petruschka«, das er stundenlang am Plattenspieler der Eltern anhörte. Auch das Thema seiner Musik-Diplomarbeit für den Schuldienst lautete »Strawinsky und der Jazz«.

Das HR-Sinfonieorchester war Mehlharts musikalischer Heimatort, an dem er sich sehr wohlgefühlt hat. Aufhören wird Mehlhart nach seinem Ausscheiden aus dem HR-Sinfonieorchester aber noch lange nicht. Nach wie vor arbeitet er kammermusikalisch mit dem bekannten »mutare ensemble« in Frankfurt.

Er wird weiterhin mit der Kammerphilharmonie Bad Nauheim konzertieren und solistische Auftritte mit anderen Sinfonieorchestern wahrnehmen.

Mozart stellte sein Klarinettenkonzert im Oktober 1791 fertig, gleichzeitig mit der »Zauberflöte« und dem »Requiem«. Die drei Kompositionen zeigen Ähnlichkeiten in Stimmführung und in Melodiepassagen. Sie sind ihrer Zeit weit voraus.

Mozart war eng befreundet mit Anton Stadler, dem ersten Soloklarinettisten der damaligen Wiener Philharmoniker. Durch die enge Zusammenarbeit mit ihm bekam Mozart Einblick in die Möglichkeiten der Klarinette. Mozart liebte die tiefen Lagen und schätze deshalb besonders das Bassetthorn.

Stundenlang vorm Plattenspieler

Mozart schrieb seine erste Version des Klarinettenkonzerts in G-Dur für das Bassetthorn, was ihn aber wenig befriedigte. Etwa ein Jahr später schreibt Mozart, dass er das Klarinettenkonzert für Anton Stadler nach A-Dur transponieren wolle, das bis runter in das tiefe C reichen sollte. Das endgültige Werk wurde im Herbst 1791, wenige Monate vor Mozarts Tod, uraufgeführt.

Anton Stadler hatte das Alleinaufführungsrecht und konzertierte damit in ganz Europa und verhalf dem Klarinettenkonzert Mozarts zu Weltruhm, sich selbst auch und fuhr damit einen großen wirtschaftlichen Erfolg ein. Ulrich Mehlhart spielt das Klarinettenkonzert in A-Dur mit einer »normalen« Klarinette. Er spielt die erste gedruckte Version, die die Witwe Constanze Mozart und Stadler 1801 bei der Edition Peters in Druckauftrag gaben. (Foto: pv)



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